• 16.10.2001, 15:43:46
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HOMED-Homosexuelle im Gesundheitswesen tagen in Maria Taferl

Erstes Treffen von homosexuellen Ärzten, Psychotherapeuten und Diplompflegern im niederösterreichischen Maria Taferl vom 12.-14.10.2001.

Wien (OTS) - Bis zur Gründung des Vereins HOMED - Homosexuelle im
Gesundheitswesen vor mehr als einem Jahr gab es weder eine
Anlaufstelle für homosexuelle Ärzte, Pfleger, Psychotherapeuten, noch
für homosexuelle Patienten, wo sich diese über Probleme, die
aufgrund der gleichgeschlechtlichen Lebensweise im Gesundheitswesen
entstehen, austauschen konnten. Seit Juni 2000 kämpft HOMED für die
Rechte von gleichgeschlechtlich lebenden Personen im
Gesundheitswesen.

Statistisch gesehen sind 5-10 % der Ärzte, Diplompfleger und
Psychotherapeuten schwul. Trotzdem treten diese
Gesundheitsspezialisten kaum in Erscheinung. Die Erklärung dafür ist
simpel: Schwulsein bringt immer noch Nachteile - auch im
Gesundheitswesen. Ärzte, Diplompfleger und Psychotherapeuten
fürchten um ihre Karriere und ihren sozialen Frieden, wenn sie sich
offen zu ihrer sexuellen Orientierung bekennen.

Die Idee einer Lobby für schwule Ärzte ist in Österreich noch
Neuland. HOMED ist die bislang einzige Anlaufstelle für Homosexuelle
im Gesundheitswesen.

Aber auch für homosexuelle Patienten setzt sich HOMED ein. Die
Weitergabe von Adressen von niedergelassenen homosexuellen oder dem
Thema offen gegenüberstehenden Medizinern und Psychotherapeuten ist
eine der Aufgaben, die sich HOMED gestellt hat.

Anlässlich ihres ersten bundesweiten Treffens fordern die
Fachleute von HOMED, endlich die Diskriminierung von Schwulen zu
beenden.

Schwulsein darf im 21. Jahrhundert kein Grund für Benachteiligung
und Behinderung in der Berufskarriere mehr sein. Besonders wurden
aber die verschiedensten psychischen und somatischen Störungen, die
die immer noch homophobe Umwelt bei Homosexellen verursachen,
unterstrichen. So haben etwa schwule Jugendliche eine bis zu 3 mal
höhere Selbstmordrate als gleichaltrige Heterosexuelle. Schwule
Männer sind durch die gesellschaftliche Diskriminierung gezwungen,
wesentlich häufiger einen Psychotherapeuten aufzusuchen als
Heterosexuelle. Diese Diskriminierung erfolgt in Österreich nicht nur
im Privaten, sondern auch durch diskriminierende Gesetzte.

Daher fordert HOMED im Rahmen dieser Tagung neuerlich die
unverzügliche Abschaffung des menschenrechtswidrigen § 209 StGB. Die
Fachleute von HOMED fordern weiters, schwulen Patienten endlich die
Beachtung im Gesundheitswesen zukommen zu lassen, die ihnen gebührt.
Erkrankungen, die bei gleichgeschlechtlich lebenden Menschen häufiger
vorkommen, werden in der Forschung, Diagnostik und Therapie immer
noch viel zu wenig beachtet.

Rückfragehinweis: Dr. Horst Schalk, HOMED-Obmann
mailto:[email protected]
http://homed.rainbow.or.at/homed/
Tel. 01/40 80 744
Mobil: 0699/1956 46 43

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