• 05.10.2001, 12:54:42
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Dreharbeiten zum ORF-Andreas-Hofer-Film "1809 - Die Freiheit des Adlers"

Machtübernahme durch Andreas Hofer in der Innsbrucker Hofburg - Tobias Moretti und seine Aufständischen absolvierten ersten Drehtag

Wien (OTS) - Seit Dienstag, dem 2. Oktober 2001, laufen in der
Innsbrucker Hofburg die Dreharbeiten zur ORF-Historienverfilmung
"1809 - Die Freiheit des Adlers" - ein Film über den Freiheitskampf
des Tiroler Nationalhelden Andreas Hofer, den Regisseur Xaver
Schwarzenberger nach einem Drehbuch von Felix Mitterer inszeniert.
Mitterer, der sich jahrelang mit der Figur und Geschichte des Andreas
Hofer beschäftigt hatte, erzählt in seinem Drehbuch die Ereignisse
der Jahre 1808 bis 1810, beginnend am 24. Dezember 1808 mit der
militärischen Aushebung der Mitternachtsmette in St. Leonhard im
Südtiroler Passeiertal, endend mit der Hinrichtung Andreas Hofers am
20. Februar 1810 in Mantua. Die Titelrolle des Freiheitskämpfers
Andreas Hofer, der 1809 unter anderem am Bergisel den Truppen
Napoleons die Stirn bot, ist durch einen namhaften Tiroler
Schauspieler besetzt: Tobias Moretti verkörpert den Freiheitskämpfer,
sein kongenialer Partner vor der Kamera, die Xaver Schwarzenberger
wieder persönlich führt, ist Franz Xaver Kroetz. Er mimt den
fanatischen Kapuzinerpater Joachim Haspinger, der an der Seite Hofers
die treibende Kraft und maßgebender Führer des Tiroler Aufstandes war
und nicht zuletzt der war, der Hofer zur Fortsetzung des Widerstands
gegen Napoleon drängte.

Hochkarätige Darsteller
Auch in weiteren wichtigen Rollen agiert eine Vielzahl hochkarätiger
Darsteller: Gregor Bloéb gibt den "Judas von Tirol", den
Hofer-Verräter Franz Raffl, Julia Stemberger spielt Hofers Frau Anna,
außerdem stehen Martina Gedeck, Peter Mitterrutzner, Manfred
Lukas-Luderer, Guntram Brattia, Heio von Stetten, Günther Maria
Halmer und viele andere vor der Kamera. Gestern, am Donnerstag, dem
4. Oktober, hatten Andreas Hofer und seine Widerstandstruppe den
ersten Drehtag: Im prunkvollen Riesensaal der Innsbrucker Hofburg
wurde die Machtübernahme Hofers und seiner Aufständischen gedreht.
Hofer lässt sich dazu überreden, sein Land Tirol zu regieren, bis die
Friedensverhandlungen des Kaisers in Wien abgeschlossen sind. Tobias
Moretti - mit braunen Kontaktlinsen, gewaltigem Bart und in
Südtiroler Schützentracht beeindruckend auf Andreas Hofer getrimmt -
spricht an dieser Stelle ein Originalzitat des Helden in die Kamera:
"Also guat. Wenns Landl grad mi haben will, so solls mi haben. Aber
nur im Namen des Kaisers." Mit dem Innsbrucker Bürgermeister und den
bayerischen Landesbeamten, die bisher in Tirol des Amtes gewaltet
haben, räumt er schleunigst auf und besetzt die wichtigsten
Regierungspositionen mit seinen eigenen Leuten.

Ein großartiges Stück Geschichte
ORF-Programmintendantin Kathrin Zechner zum jüngsten Filmprojekt
ihrer Unterhaltungsbeteilung: "Zunächst ist die Geschichte von
Andreas Hofer für uns Österreicher ein großartiges Stück Geschichte,
ein hervorragender Stoff, mit allen Zutaten eines universellen Dramas
- Liebe und Zweifel, Heimat und Glaube, Hingabe und Verrat ranken
sich um die Figur des Hofer. Dieser ist in Mitterers Buch ein
zerrissener Held, ein 'David', der dem 'Goliath' Napoleon einige
schmerzliche Schläge zufügt, und dem die Herzen zufliegen. Mitterer
beschreibt, wie einer, der die Heimat liebt, diese unfreiwillig der
Vernichtung preisgibt. Wie Hofer ein Getriebener in diesem
mörderischen Kampf wird, dessen Dynamik bald von anderen Interessen
bestimmt wird. Erschreckend ist auch, welche Parallelen zu diesem
Stück österreichischer Geschichte sich auch heute noch immer wieder
in unserer Welt auftun!", so Zechner. "Mit Xaver Schwarzenberger als
Regisseur, Tobias Moretti, Julia Stemberger und vielen, vielen
anderen haben wir auch die Idealbesetzung für diese Großproduktion
gefunden."

Dreharbeiten in der Innsbrucker Hofburg
Die Innsbrucker Hofburg ist einer von vielen Originalschauplätzen, an
denen "1809 - Die Freiheit des Adlers" gedreht wird. In der
Innsbrucker Innenstadt, rund um das Goldene Dachl und die
Herzog-Friedrich-Straße, wird ebenso gefilmt wie im Schloss
Schönbrunn in Wien. Die berühmten Bergisel-Schlachten werden jedoch
in Südtirol, in Mals im Vinschgau nachgestellt. Der Großteil der
Dreharbeiten findet in Nord- und Südtirol statt, einzelne Drehtage
führen das Filmteam nach Wien und Mantua.

Facts und Figures zum Film - Wie Innsbruck in das Jahr 1809
zurückversetzt wird
Wie aufwendig und arbeitsintensiv detailgetreue Historienverfilmungen
in der Ausführung sind, zeigt sich auch bei "1809 - Die Freiheit des
Adlers": So wird die Innsbrucker Innenstadt für die Schlachtenszenen,
die am Wochenende des Nationalfeiertags gedreht werden, in das Jahr
1809 zurückversetzt. Dafür wurden eigens Zwischenwände konstruiert,
die mit historischen Motiven bemalt bzw. bedruckt sind und als
Fassaden in die Laubengänge der Herzog-Friedrich-Straße gestellt
werden. Dahinter können dennoch Passanten gehen und der Zutritt zu
Lokalen und Geschäften ist gewährleistet. Moderne Schriften auf den
Geschäftsfassaden werden abmontiert bzw. überdeckt, Fenster und
Fensterläden werden ausgetauscht - allein am Haus des Goldenen Dachls
werden 88 Fensterläden gewechselt. All diese Umbauarbeiten wird das
Produktionsteam der Wiener Satel-Film jeweils in der Nacht vor den
beiden großen Schlachten-Drehtagen am 26. und 28. Oktober (Freitag
und Sonntag) durchführen. Um den Geschäftsbetrieb in der Innsbrucker
Innenstadt am Samstag, dem 27. Oktober, nicht zu stören, baut das
Team nach dem Dreh am 26. Oktober alles wieder ab, um es in der Nacht
des 27. Oktober wieder für den Sonntag-Dreh aufzubauen.
Um all diese Veränderungen in Innsbrucks Zentrum vornehmen zu können,
musste die Produktionsleitung das Einverständnis der Eigentümer von
60 Häusern und von 95 Geschäfts- und Lokalinhabern einholen, die von
der historischen Verwandlung betroffen sind. Abseits davon waren
natürlich auch zahlreiche Wohnungsmieter zu kontaktieren, deren
Zustimmung eingeholt werden musste. "All dies konnte nur mit der
freundlichen Unterstützung der Stadt Innsbruck, der Tiroler
Wirtschaftskammer und aller Geschäftsinhaber und Mieter realisiert
werden", so die Produktionsleitung. "Wir danken für die freundliche
Aufnahme und Hilfe."
Dieser Dank gilt auch dem Bundesmobiliendepot, das unter anderem die
prächtige Innsbrucker Hofburg verwaltet. "Auch hier wurden wir
ausgesprochen freundlich aufgenommen und dürfen einen großen Bereich
des Gebäudes, aber auch das wertvolle Geschirr und die Möbel der
Hofburg für den Film benützen." Man erhielt unter anderem die
Erlaubnis, die Glühbirnen in den drei großen Lustern des Riesensaales
der Hofburg - mit rund 200 Birnen pro Luster - gegen eine
vorgefertigte, sichere Kerzenkonstruktion auszutauschen, um in den
Nachtszenen in der Hofburg den Eindruck von echtem Kerzenlicht
erwecken zu können.

Andreas-Hofer-Haus in Südtirol eigens aufgebaut
Ein wesentlicher Filmschauplatz ist auch der "Sandhof", der Gasthof
Andreas Hofers, der in St. Gertraud im Südtiroler Ultental, südlich
von Meran, eigens aufgebaut wurde. Das echte Wirtshaus "Am Sand"
befand sich an der Jaufenstraße im Passeiertal. Das
Ausstattungsdepartment leistete beim Bau des "Sandhofs" Meisterarbeit
in Rekordzeit: In nur drei Wochen wurde das zweigeschoßige Haus in
der Größe von 14 mal 18 Metern Grundfläche unter der Leitung des
Filmarchitekten Rudi Czettel und der Baubühnenmeister Kurt Rosner und
Kelvin Carter aufgebaut. Bestehend aus Holzlatten- und -platten trägt
der "Sandhof" ein richtiges Dach, das mit echten zusammengesammelten
Schindeln in traditioneller Südtiroler Dachbauweise gedeckt wurde.
Nach den Dreharbeiten wird der Hof einem guten Zweck zugeführt: Die
Ultener Freiwillige Feuerwehr benötigt dringend ein Vereinshaus und
hätte dafür lange sammeln müssen. Sie wird das Haus mit einer großen
Anzahl von freiwilligen Helfern aus dem Ultental auf das
Feuerwehr-Gelände versetzen.

Von Komparsen, Kostümen und Kanonen
Wie opulent das Geschichtsepos um Tirols Nationalhelden ist, zeigt
auch das Aufgebot an Komparsen, Kostümen und Requisiten. Insgesamt
1.600 Statisten werden für die Dreharbeiten eingesetzt, ein Großteil
davon für die großen Schlachten in der Innsbrucker Altstadt und am
Bergisel. Darunter finden sich auch 50 Männer von so genannten
"re-inactment-groups" - Gruppen, die sich in ihrer Freizeit mit
Kriegsgeschichte befassen, indem sie mit eigenen Kostümen, Waffen und
Kanonen Schlachten nachstellen. Zehn Kanonen und jede Menge an
Schusswaffen und Bajonetten, so genannten "Stutzen", musste die
Filmrequisite für die Tiroler Schützen bereitstellen. Die Bewaffnung
bestand 1809 jedoch zum Teil auch aus "unüblichen" Waffen, denn die
Aufständischen kämpften mit allem, was aufzutreiben war: So agiert
der taubstumme Schmied Öttl, gespielt von Manfred Lukas-Luderer, mit
einem Vorschlaghammer, der ebenso organisiert werden musste wie
Sensen, Rechen und sonstige Gerätschaften, die auf Bauernhöfen zu
finden sind, aber auch Steinschleudern, mit denen die Kinder damals
ausgestattet wurden. Mit Hilfe eines militärischen Fachberaters und
historischer Beratung durch Institutionen wie das Tiroler
Volkskunst-Museum, das Innsbrucker Stadtarchiv, die
Bundesdenkmalämter für Tirol und Südtirol und unzählige Museen soll
die Verfilmung authentisch umgesetzt werden.
Rund 1.000 Kostüme wurden für die Darsteller und Komparsen vom
traditionellen Kostümverleiher Lambert Hofer angemietet.
Selbstverständlich verfügt die Produktion auch über entsprechend
viele Perücken und Haarteile.
Das Filmdepartment "Maske" hat auf jeden Fall alle Hände voll zu tun:
Abgesehen davon, dass den Darstellern bei jedem Dreheinsatz neue
Bärte "aus der Hand" geklebt werden, also kein fertiger Bart auf Netz
verwendet wird, sondern einzelne Barthaare täglich neu auf das
Gesicht geklebt werden, müssen am laufenden Band Verwundungen,
Einschüsse und auch "Filmtote" geschminkt werden.
Besonders actionreiche Szenen werden nicht von den Darstellern selbst
gespielt: Dafür stehen der Produktion elf Stuntmen, die die
Darsteller doublen und die gefährlichen Parts übernehmen, zur
Verfügung. Zusätzlich gibt es zwei Stunt-Koordinatoren, die bei der
Inszenierung der Schlachten- und Kampfszenen helfen und mit den
Darstellern in eigens angemieteten Turnhallen trainieren.
Fachberatung gibt es auch für die Gebärdensprache, die der bereits
erwähnte taubstumme Schmied Öttl und der Knecht Zoderer, gespielt von
Peter Mitterrutzner, im Film beherrschen müssen. Grundsätzlich
sprechen die Darsteller Tiroler Dialekt - mit Rücksichtnahme auf die
Verständlichkeit für die Restösterreicher und das deutsche Publikum.
Ein eigener Dialogue-Coach steht für die französisch gesprochenen
Szenen des Films zur Verfügung.
Auch Tiere spielen in "1809 - Die Freiheit des Adlers" mit: So
gehören zum fixen Team unter anderem acht Pferde, die als Stuntpferde
ausgebildet sind und im Kampfgewirr nicht erschrecken.
Für realistische Kampfdarstellungen, vor allem für Einschüsse,
Kanonendonner, brennende Häuser, aber auch Schießpulver für die
Waffen, Erzeugung von Schnee und vieles mehr sorgt ein vierköpfiges
SFX-Department.

Die Dreharbeiten zu "1809 - Die Freiheit des Adlers" laufen bis
voraussichtlich 23. November 2001, gesendet wird der rund
100-minütige Fernsehfilm im ORF am Nationalfeiertag 2002, dem 26.
Oktober.

"1809 - Die Freiheit des Adlers" ist eine Koproduktion von Satel und
Almaro in Zusammenarbeit mit ORF, Bayerischem Rundfunk, RAI - Sender
Bozen, KirchMedia, Wiener Film Fonds, Cine Tirol, Land Tirol,
FilmFernsehFonds Bayern und Land Südtirol/Autonome Provinz Bozen.

(Fotos via APA)

Rückfragehinweis: ORF-Pressestelle

Ruza Holzhacker
(01) 87878 - DW 14703
http://programm.orf.at
http://kundendienst.orf.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GOK/GOK

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