- 06.09.2001, 10:57:29
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"...und morgen die ganze Welt"
Die internationale Strategie der Neonazis
Wien (OTS) - "Ein Umsturz der herrschenden Klasse kann nur dadurch
herbeigeführt werden, wenn in den verschiedenen europäischen
Nationalstaaten wie auch in Deutschland rechtsextreme Organisationen
aufrüsten und sich auf den Tag X gemeinsam mit uns vorbereiten." So
tönt einer der Wortführer der deutschen Rechtsextremen, Jürgen
Rieger. Nicht mehr die nationale Revolution, sondern die Überwindung
des demokratischen Systems auf internationaler Ebene ist ihr Ziel.
Diese wahnwitzige Idee, in Deutschland ausgebrütet, hat sich bei den
Wortführern der Rechten in mehreren europäischen Ländern festgesetzt.
Die intellektuellen Kader arbeiten in europaweiten Dachverbänden
zusammen. In Gastvorträgen und Kursen wird der sogenannte geistige
Überbau der neuen Europaordnung geschmiedet. Neue Eliten sollen
ausgebildet werden, die das nazistische Gedankengut in die
Bevölkerung tragen sollen. Die rechtsextreme Internationale ist sich
einig, dass sie nur mit der Strategie einer intensiven Kooperation
auf allen Ebenen den Sieg erreichen wird. In der ersten Phase werden
daher in allen europäischen Zellen Kader rhetorisch und
organisatorisch ausgebildet. Mit Hilfe der
"Wortergreifungsstrategie", mit gezielter Hetze und Propaganda wollen
sie das Vokabular der Nazis wiederbeleben und in den täglichen
Gebrauch einschleusen. Zu den Zielgruppen zählen vor allem junge
Menschen. Skinheads, aber auch andere Jugendliche, die man mit
rechtsradikalen Heavy-Metal-Songs und einschlägigen Informationen aus
dem Internet an die Neo-Nazi-Szene binden will. Der deutsche
Verfassungsschutz führt beunruhigende Zuwachsraten bei jugendlichen
Sympathisanten an. Kenner der Szene befürchten, dass die Idee vom
"Europa der weißen Rasse" gefährlich um sich greift.
Der Wiener Filmfirma "Mephisto Film- und Fernsehproduktion KEG"
gelang es, im Auftrag der Sendeanstalt ARTE mit ihrem Regisseur
Victor Grandits zum ersten Mal, mit der Kamera in die internationale
rechtsextreme Szene einzudringen. Der Journalist Grandits sprach mit
führenden rechtsextremen Strategen in ganz Europa. Sie drehten bei
Kaderschulungen, auf denen nazistisches Gedankengut - Rassenlehre,
Antisemitismus - unverhohlen propagiert wurde. Eine neue Dimension
der rechtsradikalen Bewegung kommt auf beunruhigende Weise auf Europa
zu.
Länge: 45 Minuten
Dokumentation von Victor Grandits, Deutschland 2001
Ausstrahlung: ARTE 13. September, 20.45 Uhr
Rückfragehinweis: Mephisto Film- und Fernsehproduktion KEG
Tel.: +43 1 879 94 94
e-mail: [email protected]
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