Ist Impfen lebensgefährlich?

surfmed Bericht: WHO-Task Force prüft nun weltweite Impf-Politik

Wien (OTS) - Wie die Medizin-Plattform surfmed berichtet, haben
die alarmierenden Ergebnisse einer kürzlich publizierten Impfstudie in der WHO zu einer heftigen Diskussion über die weltweiten Impfpläne geführt. Das Redaktionsteam von surfmed, der Gesundheitsplattform von netway und Langbein & Skalnik, berichtet über die Hintergründe dieses aktuellen Themas.

Eine großangelegte dänische Studie unter rund 15.000 afrikanischen Kindern hatte ergeben, dass jene Kinder die gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten und Polio geimpft wurden, eine nahezu doppelt so hohe Sterblichkeit hatten wie Kinder, die keine dieser Impfungen erhalten.

"Impfen macht scheinbar wesentlich mehr im Organismus als nur gegen eine bestimmte Krankheit zu schützen", sagt Studienautor Henrik Jensen im Gespräch mit surfmed. "Hier wird eine Kette von unspezifischen Reaktionen in Gang gesetzt, über die man noch recht wenig weiß."

Während einige Impfungen die allgemeine Abwehrkraft und damit die Infektionsresistenz extrem stärken, bewirken andere Impfungen scheinbar das genaue Gegenteil.

Unerwartet positive Auswirkungen zeigten Tuberkulose- (BCG) und Masern-Impfung: Sie fungieren als regelrechter Turbo für das Immunsystem. Diese Impfungen haben die Sterblichkeit nahezu halbiert. Jensen zu surfmed: "Durch die Vermeidung von Tuberkulose oder Masern ist dieser Effekt aber überhaupt nicht zu erklären. Diese Krankheiten spielen bei der Kindersterblichkeit eher eine geringe Rolle. Die großen Killer hier sind Malaria, Durchfall und Lungenentzündung."

"Diese zwei Gruppen von Impfungen setzen an zwei völlig unterschiedlichen Ästen der Immunabwehr an", weiß Klaus Erb vom Zentrum für Infektionsforschung der Universität Würzburg: "Speziell beim Tuberkulose Impfstoff BCG wissen wir, dass er die Infektionsabwehr stärkt und die Neigung zu Allergien stark herabsetzt. BCG gilt deshalb auch als Favorit beim Rennen um die weltweit erste Allergie-Schutzimpfung."

Die negativen Einflüsse bei Tetanus & Co. könnten hingegen vom Inhaltsstoff Aluminium-Hydroxid herrühren. Die Metall-Verbindung steht im Verdacht Allergien auszulösen und die Abwehrkraft zu schwächen. "Gerade bei ohnehin gefährdeten Kindern könnte es schon sein, dass hier Aluminium einen entscheidenden Immundrift in die falsche Richtung gibt", sagte Immunologe Klaus Erb zu surfmed.

Die WHO hat nun eine Task-Force ins Leben gerufen, die weltweit wissenschaftliche Informationen über diese bislang wenig erforschten unspezifischen Wirkungen von Impfungen sammeln soll. "Bislang hat die Wissenschaft immer nur geprüft, ob eine spezielle Impfung gegen diese spezielle Krankheit schützt", sagt John Clements vom WHO-Global Advisory Commitee on Vaccine-Safety zu surfmed. "Mit der Überprüfung der allgemeinen Sterblichkeit nach Impfungen haben die Dänen hier einen neuen interessanten Ansatz gefunden, der bislang eher übersehen worden ist." Ein Aussetzen der WHO-Impfkampagnen bis zur Klärung dieser Frage ist jedoch nicht beabsichtigt.

Auch Studienautor Jensen empfiehlt keinen Impfstopp: "Denn wenn man nicht mehr gegen Diphtherie oder Polio impft, kehren diese Seuchen möglicherweise wieder zurück."

surfmed bringt nicht nur aktuelle Hintergrundinformationen zu verschiedensten Themen, sondern lädt auch zur aktiven Meinungsäußerung und Meinungsbildung ein. Ab sofort ist das Diskussionsforum zum Thema "Impfung" online, in dem sogar einer der Studien-Autoren, Henrik Jensen, Fragen beantwortet. Die brisante Impf-Studie der dänischen Forschergruppe, durchgeführt im westafrikanischen Guinea, ist ebenfalls auf der Website von surfmed unter www.surfmed.at zu finden. Aktuelles Bildmaterial von der dänischen Forschungsstation in Guinea-Bissau erhalten Sie auf Anfrage bei surfmed.

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