- 02.12.2000, 09:00:38
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FORMAT: Skandalöse Versäumnisse in der BSE-Bekämpfung Tierkörperverwertung vor dem Aus, Molterer kritisiert Rindfleisch-Gütessiegel, 78 Prozent aller Österreicher befürchten
BSE-Fälle in der heimischen Landwirtschaft Österreichs Tierkörperverwertungsanstalten droht Schließung
Wien (OTS) - Österreich trifft die Ausbreitung der tödlichen
Rinderseuche BSE völlig unvorbereitet: Wie das Nachrichtenmagazin
FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, stehen
die vier heimischen Tierkörperverwertungsanstalten, die für die
Verarbeitung von Risikorindern verantwortlich sind, vor dem
finanziellen Ruin. So schreibt Manfred Klug, Sprecher des
Lebensmittel-Fachverbandes in der Wirtschaftskammer in einem FORMAT
vorliegenden Brief an Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer
wörtlich: "Eine weiterhin ausstehende Lösung der Kostenfragen für die
Beseitigung des Risikomaterials würde dazu führen, daß die
Unternehmen bereits in Kürze ihre Tätigkeit einzustellen haben." In
seinem persönlichen Schreiben an den Minister warnt der hochrangige
Kammerfunktinär vor einer "konkreten Insolvenzgefahr" für die vier
Kadaververwerter.
Molterer im FORMAT-Interview: "Weg mit unseliger "A"-Plakette auf
Fleischpackungen"
In einem Interview mit dem am Montag erscheinenden
Nachrichtenmagazin FORMAT kündigt Landwirtschaftsminister Wilhelm
Molterer das Ende der traditionellen "A"-Plaketten auf
Fleischverpackungen an. Bislang konnte sogar Rindfleisch aus den
europäischen BSE-Kernzonen - mit dem vermeintlichen Qualitätssiegel
versehen - ungehindert in Österreich verkauft werden. Einzige
Bedingung: Die Importkühe mußten in Österreich geschlachtet und
verarbeitet worden sein. "Dieses unselige System des rot-weiß-roten
"A" im Fleischbereich muß schleunigst weg", so Molterer zu FORMAT.
Auslöser für die Molterer-Ankündigung: "Dem Konsumenten wird
vorgespiegelt, daß er heimisches Fleisch kauft, obwohl es in
Wirklichkeit von ganz wo anders herkommen kann." Molterer spricht in
diesem Zusammenhang von "unsinniger Pickerlvielfalt" und will künftig
nur noch das AMA-Gütesiegel gelten lassen.
FORMAT-Umfrage: Bevölkerung befürchtet österreichischen BSE-Alarm
In einer repräsentativen Umfrage, die FORMAT in seiner jüngsten
Ausgabe veröffentlicht, befürworten 81 Prozent aller Österreicher ein
generelles Tiermehlfütterungsverbot. Wie die Befragung ergab,
befürchten nicht weniger als 78 Prozent, daß auf kurz oder lang auch
in Österreich BSE-Fälle auftreten werden - was sich markant auf das
Konsumverhalten niederschlägt: 23 Prozent der österreichischen
Bevölkerung wollen künftig weniger Rindfleisch essen.
FORMAT: Vergiftete Laborratten im Tiermehl
Offiziell bestand das Tiermehl, das in Österreich jahrzehntelang
an Schweine und Hühner verfüttert wurde, zu 90 Prozent aus
Schlachtabfällen und zu zehn Prozent aus unbedenklichen Tierkadavern.
Nun bestätigt Rudolf Leitgeb, Leiter der Abteilung Tierernährung an
der Wiener Universität für Bodenkultur im Gespräch mit FORMAT: "Auch
in Österreich landeten vergiftete Laborratten im Tiermehl." Exakte
Untersuchungen über daraus entstehende Schadstoffe in der Nahrung
gäbe es allerdings keine.
Rückfragehinweis: David Pesendorfer
Tel.: 0699/19525294,
Herbert Hacker
Tel.: 0699/19568068
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