• 18.10.2000, 10:07:10
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  • OTS0067

Leitl empfängt neuen chinesischen Botschafter Lu Yonghua in Wien

Chinas Handelsbilanzüberschuss mit Österreich wächst weiter an

Wien(PWK888) Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl trifft
heute, Mittwoch, mit dem seit August in Wien eingesetzten
chinesischen Botschafter, Lu Yonghua, im Haus der Wirtschaft
zusammen. Thematisiert werden vor allem der bilaterale Außenhandel
zwischen Österreich und der Volksrepublik China sowie gemeinsame
Veranstaltungen und Besuche in beide Staaten. Bis dato wurden heuer
bereits 40 chinesische Delegationen in der Wirtschaftskammer
Österreich empfangen. Im Gegenzug finden im Jahr 2000 6
österreichische Wirtschaftsmissionen nach China und 15
Gruppenausstellungen auf chinesischen Messen statt. Im nächsten Jahr
wird das 30-jährige Jubiläum der Aufnahme der diplomatischen
Beziehungen zwischen China und Österreich begangen.

Nachdem China schon im Jahr 1998 einer der wenigen Lichtblicke für
österreichische Exporte im krisengeschüttelten Asien war (plus 22
Prozent), hat sich dieser positive Trend auch im Vorjahr fortgesetzt:
1999 legten die Exporte um 5,6 Prozent auf 5,4 Mrd Schilling zu.
Heuer stagnierten die österreichischen Ausfuhren allerdings im ersten
Halbjahr bei 2,8 Mrd Schilling, während die Importe aus China um 25
Prozent auf 7,2 Mrd Schilling anstiegen. Der große
Handelsbilanzüberschuss Chinas mit Österreich hat sich dadurch noch
stärker ausgeweitet.

Der für die nahe Zukunft erwartete Eintritt Chinas in die
Welthandelsorganisation WTO sowie das starke Wirtschaftswachstum
Chinas von etwa 8 Prozent (2000) dürften die Chancen für
österreichische Lieferungen und Investitionen in die Volksrepublik
erhöhen. Geschäftsmöglichkeiten ergeben sich vor allem in den
Bereichen Umweltschutz, Infrastruktur, Bauwesen sowie bei der
Industrieproduktion, speziell in der Metall- und
Kunststoffverarbeitung. Österreich hat in China als Lieferant von
Umweltschutztechnologien einen guten Ruf. Insbesondere Kläranlagen
und Wasserversorgungsprojekte werden dringend benötigt. Anfang
Dezember findet zu "Umwelttechnologie, Infrastruktur und Bauwesen"
eine Wirtschaftsmission der WKÖ nach Südchina statt. Für nähere
Informationen und Anmeldungen steht das Asien-Referat in der WKÖ
unter Tel. 01/50105 DW 4353 zur Verfügung.

Im Außenhandel kommt den einzelnen Provinzen in China wachsende
Bedeutung zu, da die Projektplanungen und Budgetentscheidungen mehr
und mehr regional aufgeteilt werden. Umso wichtiger ist es, den sich
öffnenden Markt von insgesamt 1,3 Mrd Menschen durch Staats- und
Wirtschaftsbesuche in beiden Richtungen sowie Messebeteiligungen auf
Österreich und seine Stärken aufmerksam zu machen.

Die wichtigsten Exportwaren Österreichs nach China sind Maschinen und
Anlagen. Den größten Anstieg verzeichnete 1999 der Export von Holz
sowie von Mess- und Prüfgeräten. Wesentlich sind auch die Lieferungen
von Eisen- und Stahlprodukten, medizinischen und pharmazeutischen
Erzeugnissen, Fahrzeugen sowie von Papier und Pappe.

Die Importe aus der Volksrepublik setzen sich aus Bekleidung und
-Zubehör, Spielen, Sportgeräten, Nachrichtengeräten, elektrischen
Maschinen, Koffer, Taschnerwaren, Schuhen sowie anorganischen
Chemikalien zusammen. In den letzten Jahren importierte Österreich
mehr als doppelt so viel nach China als an Waren ausgeführt werden
konnte.

Zur Zeit sind rund 40 Produktionstöchter oder Joint-Ventures
österreichischer Firmen sowie über 80 Repräsentanzbüros in China
registriert. Weitere 55 österreichische Niederlassungen haben ihren
Sitz in Hongkong und sind ebenfalls stark auf Festland-China
ausgerichtet. (Ne)

Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich

AW-Referat Asien 1
Dr. Karl Schmidt
Tel.: (01) 50105-4353

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