• 15.05.2000, 11:02:04
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Greenpeace an Molterer: Hormongift TBT sofort verbieten!

Neue Tests bestätigen: Extremwerte von Hormon-Gift in "Pampers"

Wien/Hamburg (OTS) - Neue Untersuchungen im Auftrag von Greenpeace
bestätigten heute, dass die "Pampers"- Windeln des Herstellers
Procter & Gamble mit dem Hormongift TBT (Tributylzinn) belastet sind.
Greenpeace hatte am vergangenen Freitag TBT in mehreren in
Deutschland und Österreich verkauften Babywindeln gefunden.
Greenpeace Österreich fordert nun von Minister Molterer ein
sofortiges Totalverbot des Hormongiftes TBT in allen Anwendungen und
erwartet sich einen diesbezüglichen Vorstoss beim nächsten
Ministerrat. Den besorgten Eltern empfiehlt Greenpeace bis auf
weiteres auf Ökowindeln (erhältlich Reform- und Naturkostläden) oder
Stoffwindeln umzusteigen.

Das Gift fand sich am Freitag in "Pampers Baby Dry" von Procter &
Gamble, in "Fixies Ultra Dry" von der Paul Hartmann AG und in "United
Colors of Benetton Junior unisex" von LedysanSpa. Bei der heute
veröffentlichten Untersuchung sind einzelne Bestandteile einer
"Pampers Baby Dry mini" getestet worden. Die Ergebnisse weisen auf
eine Hauptbelastung in den Bündchen hin. Hier wurden bis zu 38,4
Mikrogramm TBT/kg (pro Kilogramm) gemessen. Diese Werte liegen weit
über denen der Mischprobe aller Windelkomponenten der ersten
Untersuchungsreihe. Außerdem wurden die TBT- verwandten Organozinn-
Verbindungen DBT und MBT gefunden. Bezieht man diese mit ein, ergibt
sich eine Gesamtbelastung von 53,2 Mikrogramm Organozinn/kg.
Organozinn-Verbindungen sind auch im Innen- und Außenfließ der Windel
gefunden worden.

Diese Ergebnisse stehen im klaren Widerspruch zu den Aussagen des
Herstellers Procter & Gamble, der am vergangenen Freitag mitteilte,
"Pampers" enthielten keine Organozinn-Verbindungen. Greenpeace-
Sprecher Matthias Schickhofer: "Die Reaktion von Procter & Gamble ist
völlig verantwortungslos. Anstatt die Gefahrenquelle aus der Welt zu
schaffen, spielt der Konzern das Problem herunter." Scharfe Kritik
richtete Greenpeace auch an die Adresse von Ministerin Sickl: "Dass
das Ministerium die Gefahren für Babies durch TBT in Windeln
verharmlost, ist inakzeptabel. Sickl wäre besser beraten, sich für
ein rasches TBT-Verbot einzusetzen. Die Menschen in Österreich
erwarten sich von Sickl jetzt Massnahmen, keine Beschwichtigungen."
Greenpeace fordert Sickl daher auf, sämtliche Testergebnisse sofort
nach Vorliegen zu veröffentlichen.

TBT gehört zur Gruppe der besonders schädlichen Dauergifte. Es
kann über die Haut aufgenommen werden. TBT kann in geringsten
Konzentrationen die Abwehrkräfte des Menschen schwächen und sein
Hormonsystem beeinträchtigen. Greenpeace-Untersuchungen wiesen TBT im
vergangenen Januar in Speisefischen und im März wurden Organozinn-
Verbindungen in Trikots gefunden.

"Die Verwendung dieser giftigen Organozinn-Verbindungen muss
sofort verboten werden. Die Verantwortung dafür liegt bei der
Bundesregierung - die muss handeln ," sagte Schickhofer. Greenpeace
untersucht zur Zeit weitere auf dem Markt erhältliche Windelmarken.
Ergebnisse werden im Laufe der Woche erwartet.

Rückfragehinweis: Greenpeace-Pressestelle:
DI Herwig Schuster
Chemie-Experte Greenpeace Österreich
Tel.: 0664-4319214
Matthias Schickhofer
Greenpeace Österreich
Tel.: 0664-3386503
Thilo Maack
Experte Greenpeace Deutschland
Tel.: 0049-171-8780-841

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