• 22.12.1998, 12:42:13
  • /
  • OTS0139

NEWS-Exklusiv-Interview mit Peter Rosenstingl

- Rosenstingl belastet FPÖ-Politiker Stadler und Haigermoser - Der Ex-FP-Nationalrat schreibt derzeit an einem "Enthüllungsbuch". - Vorausmeldung zu NEWS 52-53/98 vom 23.12.98

Wien (OTS) - In einem Interview mit der morgen erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazin NEWS belastet der ehemalige
FPÖ-Nationalrat Peter Rosenstingl seine ehemaligen Parteikollegen
schwer. NEWS traf Rosenstingl in der Haftanstalt in Fortaleza,
Brasilien, zu einem Exklusiv-Interview. Darin behauptet Rosenstingl
sehr detailliert, wann und wo der FPÖ-Klubchef Ewald Stadler von den
finanziellen Schwierigkeiten des RFW Niederösterreich verständigt
hatte. Stadler sei bereits während des FP-Bundesparteitages in Linz,
am 29.10.97, informiert worden. Zu dem Gespräch sei später auch
noch Helmut Haigermoser, damals Bundesobmann des RFW, gestoßen. Die
finanziellen Probleme seien in den folgenden Wochen noch mehrmals
mit Stadler und Haigermoser besprochen worden. Rosenstingl im
Detail: "Am 13. November 1997 fand eine
Landesparteivorstandssitzung der FP NÖ im Parlament statt, an der
auch Stadler teilgenommen hat. Da kam der 3,5 Millionen-Kredit
nochmals zur Sprache. Am Tag darauf zitierte mich Stadler wieder zu
sich und beharrte auf restlose Aufklärung. Ich habe daraufhin
Haigermoser eine Salden-Liste des RFW NÖ übergeben, auf der die
Positionen "Zinserträge" angeführt und markiert waren. An den
Zinserträgen ist eindeutig ersichtlich, daß die Kredite
zweistellige Millionenbeträge gewesen sein müssen, weil sonst die
Höhe der Zinserträge - rund 500.000 Schilling für nur fünf Monate
im Jahr 1997 - nicht möglich wäre. Stadler und Haigermoser haben
die Salden-Liste also bereits November 1997 gesehen. Ihnen muß klar
gewesen sein, daß man 500.000 Schilling nicht für einen 3,5
Millionen-Kredit bekommen kann, sondern daß es weit mehr an
Veranlagungskredit gegeben haben muß." Stadler hätte Rosenstingl
gegenüber erklärt, auch das FPÖ-Generalsekretariat voll informiert
zu haben.

Rosenstingl schreibt derzeit an einem Buch, das noch vor den
nächsten Nationalratswahlen erscheinen soll und hofft weiterhin,
nicht ausgeliefert zu werden und in Brasilien bleiben zu können.

Rosenstingl: "Nach Aussagen meines Anwaltes stehen die Chancen
für mich gut, daß ich nicht ausgeliefert werde. Ein ausländischer
Politiker wird nämlich dann nicht ausgeliefert, wenn das
brasilianische Gericht befindet, daß es sich um politische
Verfolgung handelt."

Seine Lebensgefährtin Cornelia Gretsch hat für beide um eine
brasilianische Aufenthaltsgenehmigung angesucht. Sollte er wirklich
freigelassen werden, will er in den Süden Brasiliens ziehen.
Rosenstingl: "Weil dort die wirtschaftliche Voraussetzung für eine
Existenzgründung besser sind. Außerdem leben dort viele
Österreicher und Deutsche, was mir von der Mentalität entgegen
kommt. In der österreichischen Kolonie Blumau zum Beispiel gibt es
sogar ein größeres Oktoberfest als in München."

Rückfragehinweis: NEWS Chefredaktion,
Tel.: 01/213 12/101

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF/OTS

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel