• 19.08.2008, 15:09:08
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Absetzbarkeit von Spenden führt zu "Wohlfahrtsgewinn für alle". - GRAFIK

Rotkreuz-Generalsekretär Kopetzky fordert: "Spenden begünstigen, und nicht besteuern!"

Alpbach (Rotes Kreuz) - "Die Investitionsphase ist kurz und
günstig. Der Return on Investment nachhaltig und hoch. Jeder Ökonom
würde für eine solche Anlage sogar einen Kredit aufnehmen." Mit
diesen Worten plädierte der Generalsekretär des Österreichischen
Roten Kreuzes (ÖRK), Wolfgang Kopetzky, heute für die Einführung der
steuerlichen Absetzbarkeit von Spenden an gemeinnützige
Spendenorganisationen im Zuge der kommenden Steuerreform. "Dazu
müsste lediglich das Einkommenssteuergesetz von 1988 geringfügig
geändert werden. Die Berechnungen sind vorhanden. Ein
Gesetzesvorschlag liegt seit 2006 auf dem Tisch. Das einzige, was
noch fehlt, ist die politische Willensentscheidung."

Diese ist allerdings durch die Befürchtung des Finanzministerium
blockiert, dass ihm durch absetzbare Spenden zwischen 70 bis 80
Millionen Euro pro Jahr entgehen könnten. "Aber das ist viel zu hoch
angesetzt", korrigiert Kopetzky. "40 bis 50 Millionen sind
realistisch." Das zeigten auch die Berechnungen des Instituts für
höhere Studien. "Selbst dieser Einnahmenausfall für den
Finanzminister würde durch den entstehenden Wohlfahrtsgewinn rasch
wettgemacht", erklärt der Rotkrreuz-Generalsekretär. "Die
Spendenabsetzbarkeit wird zu höherem Wachstum im Bereich der Privat-
und Firmenspenden führen. So entsteht ein Wohlfahrtseffekt, der den
Steuerausfall binnen fünf Jahren egalisiert."

Kopetzky betont neben dem volkswirtschaftlichen Mehrwert auch den
"deutlichen sozialen Schub", den die Spendenabsetzbarkeit hätte. "Die
Maßnahme würde rückläufige oder stagnierende Zuwendungen der
öffentlichen Hand ausgleichen. Wenig publicityträchtige, aber
notwendige Hilfsmaßnahmen würden davon profitieren. Die
Spendenorganisationen würden gestärkt und könnten ihre Aufgaben für
das Gemeinwohl besser erfüllen. Die steuerliche Entlastung würde
Unternehmen zu stärkerem sozialen Engagement motivieren. Die
Absetzbarkeit von Spenden bildete auch wenigstens teilweise einen
Ausgleich für den Spendenrückgang, den die jüngste Teuerungswelle
ausgelöst hat."

Nicht zuletzt zahlt die EU bei vielen internationalen Hilfsprojekten
einheimischer Hilfsorganisationen mit. "Wenn sich unsere humanitären
Organisationen mehr von diesen kofinanzierten Projekten leisten
können, weil sie wegen der Absetzbarkeit mehr Spenden erhalten, dann
führt das auch zu höhere Rückflüssen von Mitteln aus Brüssel nach
Österreich", so der Rotkreuz-Generalsekretär. In Summe spricht er
"von einem Wohlfahrtsgewinn für alle binnen fünf Jahren."

"In fast allen anderen EU-Staaten und darüber hinaus ist es gängige
Praxis, Spenden zu begünstigen und nicht zu besteuern", erläutert
Kopetzky die internationale Perspektive. "Nur in Österreich und
Finnland sieht man das nicht so." Abgesetzt werden können Steuern
hierzulande bisher nur für Wissenschaft und Forschung. "Was uns in
die groteske Situation bringt, dass beispielsweise Spenden für die
Ameisenforschung abgesetzt werden können. Spenden, mit denen Kindern
in Armut, Erdbeben- oder Hochwasser-Opfer geholfen wird, aber
nicht!", so Kopetzky.

Grafik(en) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Grafik
Service, sowie im OTS Grafikarchiv unter http://grafik.ots.at .

Rückfragehinweis:

Mag. Andrea Winter
   Österreichisches Rotes Kreuz
   Presse- und Medienservice
   Tel.: +43 1 589 00-153 
   Mobil: +43 664 823 48 54
   mailto:[email protected] 
   http://www.roteskreuz.at

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