- 28.01.2013, 11:30:31
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Seligsprechung Hildegard Burjans - ein Jahr danach

Wien (OTS) - Am Sonntag, 27. 1. 2013, feierte Kardinal Christoph
Schönborn in der Kapelle der Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis
(CS), Wien 9, einen Gottesdienst im Gedenken an den 130. Geburtstag
und in Dankbarkeit für die vor einem Jahr stattgefundene
Seligsprechung der Gründerin der CS Hildegard Burjan.
Die Seligsprechung am 29. 1. 2012 im Wiener Stephansdom hatte
Hildegard Burjan (1883-1933) weit über die CS hinaus bekannt gemacht.
Aufgewachsen in Görlitz/D, verheiratet, Mutter, akademisch gebildet
beschritt Hildegard Burjan mutig neue Wege der Hilfe: als erste
weibliche Abgeordnete der christlich-sozialen Partei im
österreichischen Parlament, als Gründerin der Caritas Socialis. Ihrer
Zeit im sozialen Denken weit voraus, leistete sie Pionierarbeit.
Kraft für ihren außergewöhnlichen Einsatz schöpfte sie aus dem
Glauben. Als Jüdin ließ sie sich nach schwerer Erkrankung taufen. In
Gott verwurzelt fand sie Halt in den Spannungen zwischen Ehe, Familie
und beruflichem Engagement, zwischen Politik und Kirche, der Arbeit
für die Ärmsten der Gesellschaft und dem Leben in gut bürgerlichen
Kreisen, als verheiratete Leiterin einer Schwesterngemeinschaft.
Kardinal Schönborn nahm in seiner Predigt Bezug zu den
Flüchtlingen in der Wiener Votivkirche. Hildegard Burjan hätte durch
konkrete Taten die Not von Menschen in Not verändert, sei dabei aber
nicht stehen geblieben. In einer Situation, in der Ideologen nicht
davor zurückschrecken, die Not von Menschen zu missbrauchen, bat er
die Selige Hildegard Burjan um ihren Beistand für alle, die sich der
konkreten Not zuwenden, aber auch durch politische, soziale Aktion
Verantwortung wahrnehmen.
Sr. Maria Judith Tappeiner CS, Generalleiterin der
Schwesterngemeinschaft Caritas Socialis, berichtet von der großen
Resonanz, die Hildegard Burjan im vergangen Jahr gefunden hat: "Vor
allem Frauen fühlen sich durch Hildegard Burjan in ihrem Engagement
in Kirche und Gesellschaft ermutigt."
Feierlichkeiten fanden auch in Görlitz, der Geburtsstadt Hildegard
Burjans, statt, wo Hildegard Burjan als erste Selige der Diözese vor
allem Erwachsene, die nach der Taufe fragen, anspricht. In Stuttgart
wurde eine Schule für soziale Berufe nach ihr benannt. In Südtirol
und Rom fanden Veranstaltungen über Hildegard Burjan statt. Papst
Benedikt XVI. würdigte Hildegard Burjan in einer Ansprache zum
Angelus Gebet. Im Rahmen einer Audienz wurde eine Reliquie
überreicht. Im europäischen Parlament in Brüssel wurde im November
anlässlich des Besuchs der österreichischen Bischofskonferenz eine
Ausstellung über Hildegard Burjan gezeigt. Hildegard Burjan ist auch
heute Vorbild für PolitikerInnen, die über Parteigrenzen hinweg gute
und sozial sensible Lösungen suchen. In Guarapuava/Brasilien, wo CS
Schwestern in der Familiensozialarbeit tätig sind, fand ein großes
Fest statt, in dem Burjans Eintreten für Gerechtigkeit und die Würde
des Menschen gefeiert wurde.
Am Ende des Gedenkgottesdienstes am 27. 1. gab Sr. Maria Judith
Tappeiner die Gründung des Hildegard Burjan Forums unter der Leitung
der Journalistin Prof. Ingeborg Schödl bekannt, das sich der
Bekanntmachung Hildegard Burjans widmen wird.
Mit den Schwestern fühlen sich über 900 MitarbeiterInnen der CS
und 300 ehrenamtlich Engagierte durch Hildegard Burjan motiviert,
sich in brennenden gesellschaftlichen Themen (Hospiz, Pflege und
Demenz, Kinder und Familien) für Menschen einzusetzen. In drei
Pflege- und Sozialzentren in Wien wird professionelle Pflege und
Betreuung für alte und chronisch kranke Menschen angeboten -
stationär, in Tageszentren, im CS Hospiz Rennweg, in
Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz und zu Hause. Die CS führt
Kindergärten und Horte, ein Wohnheim für Mutter und Kind und eine
Sozialberatungsstelle und engagiert sich im von 6
Ordensgemeinschaften getragenen Verein SOLWODI Österreich gegen
Menschenhandel. CS Schwestern sind in Österreich, Brasilien,
Deutschland, Südtirol und Ungarn vertreten.
Info:
Pressematerial zum Download unter: www.cs.or.at/presse
Foto (C) Caritas Socialis
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