• 22.05.2012, 15:19:29
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Herausforderung Unternehmensnachfolge in der Hotellerie bewältigen - BILD

Im Bild v.l.: Puff, Singer, Domenig, Schöffmann, Hoffmann, Nungesser, Moderation Bergauer

Villach (OTS) - Die Kärntner Hoteliers sind noch ziemlich
unsicher, wie bei einer eventuellen Betriebsübergabe vorzugehen ist.
Das brachte eine gestern präsentierte Studie an Tageslicht. Experten
gaben Tipps.

Das Thema Unternehmensnachfolge ist nicht neu, beschäftigt jedoch
seit Jahren zahlreiche klein- und mittelständische Betriebe, auch im
Tourismus. Über die Anzahl der zur Übergabe anstehenden Betriebe
werden oftmals Mutmaßungen angestellt, konkrete Erhebungen gibt es
nur wenige.

Dies war Anlass, dass der Studienzweig Hotel Management der
Fachhochschule Kärnten in Kooperation mit der Sparte Hotellerie der
Wirtschaftskammer Kärnten eine breit angelegte Online-Befragung unter
den meist gewerblichen Hotelleriebetrieben (Hotels, Hotels garni,
Ferienwohnungsanbieter, Gasthöfe) durchgeführt hat. Die Ziele waren,
sich einen Überblick über die Anzahl der zur Übergabe anstehenden
Betriebe zu verschaffen sowie die konkreten Herausforderungen, mit
denen sich die Hoteliers konfrontiert sehen, zu eruieren.

Im Rahmen der Veranstaltung "Herausforderung Unternehmensnachfolge
in der Hotellerie bewältigen" am 21.5.2012 am Standort Villach der
Fachhochschule Kärnten wurden die Ergebnisse der Befragung
vorgestellt und mit Experten aus den Bereichen Steuerrecht,
notarielle Aspekte, Unternehmensberatung, Förderungen etc. mögliche
Lösungsansätze diskutiert. Zahlreiche Hoteliers aus Kärnten folgten
der Einladung.

Eckdaten der Befragung:

- Erhebungsmethode: Online-Befragung 
 - Untersuchungszeitraum: März - Mai 2012
 - Fallzahl: Insgesamt wurden 1.898 Betriebe der Sparte Hotellerie 
   befragt, teilgenommen haben davon 12,2 % (155)
 - Studienleiter: Dipl.-BW (FH) Stefan Nungesser, Programmleiter 
   Studienzweig Hotel Management

Kernergebnisse der Befragung:

Im Wesentlichen wurden Fragen zu den Strukturdaten und
Eigentumsverhältnissen der Betriebe gestellt sowie zur Regelung der
Unternehmensnachfolge und den damit zusammenhängenden
Herausforderungen und Problembereichen.

Bei den befragten Betrieben steht bisher nur bei 1/3 eine
Nachfolgeregelung fest, 2/3 haben keine Nachfolgeregelung. Von diesen
2/3 wird auch jeder 5. Betrieb aufgelöst werden. Das betrifft 33
Betriebe mit rund 1100 Betten. Bei knapp der Hälfte ist zwar eine
Weiterführung des Betriebes geplant, wie die Regelung aussieht, ist
jedoch unklar. Hier sprechen wir von 71 Betrieben mit etwa 3.300
Betten. Für ein Tourismusland wie Kärnten hat dies erhebliche
Auswirkungen auf die Beherbergungsinfrastruktur. Studienleiter
Stefan Nungesser interpretiert die Ergebnisse so: "Viele kleine
Familienbetriebe wird es zukünftig nicht mehr geben. Sie haben keine
Nachfolger und sind auf Grund ihrer Größe und ihres derzeitigen
Angebots wirtschaftlich nicht überlebensfähig."

Ist eine Betriebsnachfolge geplant, wollen rund 85 % diesen
innerhalb der Familie übergeben. Allerdings existieren hier zum
Großteil keine vertraglichen Regelungen bzw. ist auch unklar, in
welcher Form der Betrieb übergeben werden kann. Stefan Nungesser rät
daher, "selbst bei Übergaben innerhalb der Familie klare vertragliche
Regelungen zu treffen."

Die größten Herausforderungen der Unternehmensnachfolge sehen die
Unternehmer in den steuerrechtlichen Aspekten (42,1 %), dass kein
Nachfolger vorhanden ist (34,7 %), die gesetzlichen Vorgaben (32,2
%), familieninterne Uneinigkeiten (26,4 %) sowie die
Verbindlichkeiten des Unternehmens (23,1 %).

Es wird deutlich, dass es zum Thema der Nachfolgeregelung in den
Hotelleriebetrieben einen intensiven Beratungsbedarf hat. Die
Unsicherheiten spiegeln sich in den Antworten zur konkreten
Ausgestaltung wider. Studienleiter Stefan Nungesser dazu:
"Wesentliche Erfolgsfaktoren bei der Regelung der Nachfolge ist der
frühzeitige Beginn der Planungen, um so einen kontinuierlichen
Übergabeprozess zu gewährleisten. Übergeber und Übernehmer können in
dieser Zeit ihre zukünftigen Rollen finden."

Bei der anschließenden Podiumsrunde diskutierten Dipl-BW (FH)
Stefan Nungesser, Mag. Eva Hoffmann (Sprecherin der Fachgruppe
Hotellerie), Dr. Martin Domenig (Unternehmensberater im Tourismus),
Mag. Alfred Puff (Gründer- und Unternehmerservice Wirtschaftskammer
Kärnten), Mag. Klaus Schöffmann (Notar) sowie Mag. Michael Singer
(Steuerberater) über mögliche Lösungsansätze. Kernaussagen:
frühzeitige Planung, gerade bei innerfamiliären Übergaben Klarheit
schaffen, Experten wie Steuerberater, Notare etc. hinzuziehen und
Privat-Vermögen von beruflichem Vermögen trennen.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Dipl.-BW (FH) Stefan Nungesser
Programmleiter Hotel Mangement
mailto:[email protected]
Tel.: 05/90500-1236

Mag. (FH) Petra Bergauer
Leitung Öffentlichkeitsarbeit/Marketing
mailto:[email protected]
Tel.: 05/90500-9700

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