Karlheinz Töchterle: Österreich seit 20 Jahren erfolgreich bei Erasmus - BILD
Zuschüsse für Erasmus-Studierende werden um 10 Prozent angehoben
Wien (OTS) - Erasmus, das beliebteste und bekannteste
Mobilitätsprogramm, feiert heuer seinen 25. Geburtstag. Österreich
beteiligt sich seit 1992 - mit Erfolg: Gemessen an der Gesamtzahl der
Studierenden liegt Österreich unter 33 Teilnahmeländern an 4. Stelle.
Österreich ist auch eines der wenigen Länder, in denen die Zahl der
Erasmus-Studierenden seit 20 Jahren kontinuierlich gestiegen ist.
Österreich zählt - vor allem im Bereich der Studienaufenthalte - zu
den Ländern mit der größten Ausgewogenheit zwischen Incoming- und
Outgoing-Studierenden. Wissenschafts- und Forschungsminister Dr.
Karlheinz Töchterle gab bei der heutigen Pressekonferenz mit Ernst
Gesslbauer, Leiter der Nationalagentur Lebenslanges Lernen, und der
ehemaligen Erasmus-Studierenden Christine Wolf bekannt, dass die
Zuschüsse für Erasmus-Studierende um 10 Prozent angehoben werden.
Im Zeitraum 2007-2013 stehen für das Erasmus-Programm rund 3
Milliarden Euro an EU-Mitteln bereit. "Österreich und Finnland waren
im letzten abgerechneten Förderjahr die einzigen Länder, die 100
Prozent der EU-Budgetmittel für das Programm für lebenslanges Lernen
ausgeschöpft haben", freut sich Ernst Gesslbauer, der Leiter der
Nationalagentur Lebenslanges Lernen. Aufgrund der hohen Auslastung
der EU-Mittel erhält Österreich mehr Geld. Gemeinsam mit der
nationalen Unterstützung führt das dazu, dass die Zuschüsse für
Erasmus-Studierende um 10 Prozent angehoben werden. "Damit wird die
Teilnahme für die Studierenden noch attraktiver", so Minister
Töchterle.
"Erasmus bietet Studierenden und Lehrenden vielfältige Chancen,
wertvolle Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Die Mobilität für
Studierende, Lehrende und andere Hochschulangehörige wird gefördert,
weiters leistet Erasmus einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung von
Hochschulen in Europa sowie zur Förderung des Fremdsprachenerwerbs
und des interkulturellen Austauschs und Bewusstseins", betont
Töchterle.
Erasmus startete 1987 mit 3.233 Studierenden, die eine Lernerfahrung
in einem der elf ersten Teilnahmeländer absolvierten. Inzwischen sind
es 250.000 pro Jahr, die an einer der rund 4.000 beteiligten
europäischen Hochschulen studieren oder in einem Unternehmen in den
33 Teilnahmeländern arbeiten. Österreich beteiligt sich erstmals 1992
am Programm - damals wagten 893 Studierende den Weg ins Ausland.
Mittlerweile sind es mehr als 5.000 jährlich.
Erasmus kann mehr
Erasmus fördert nicht nur Studienaufenthalte, sondern auch Praktika:
Die Zahl der österreichischen Studierenden, die mithilfe eines
Erasmus-Praktikums im Ausland arbeiteten, stieg allein im letzten
Studienjahr um 12 Prozent. Doch Erasmus ist nicht nur ein Programm
für Studierende: Auch Lehrende und andere Hochschulangehörige haben
die Möglichkeit, Erfahrungen im europäischen Ausland zu machen. Seit
1997 haben europaweit mehr als 280.000 Lehrende von
Hochschuleinrichtungen durch Erasmus im Ausland unterrichtet.
Erasmus-Studierende berichten
"Erasmus war eine bereichernde Erfahrung, die mich nicht nur im
Studium vorwärts gebracht, sondern auch meine Selbständigkeit
gefördert hat", so Christine Wolf. Sie ist eine von über 60.000
österreichischen Studierenden, die bisher mit Erasmus Erfahrungen im
Ausland gemacht haben. Sie erzählt, das Programm habe ihren
persönlichen Horizont erweitert und ihre praktischen Fähigkeiten
gestärkt.
René Kremser, europäischer Erasmus-Botschafter 2012, war 2005 mit
Erasmus in Finnland. Der blinde und auf den Rollstuhl angewiesene
Student hat sich damit einen Lebenstraum erfüllt. Er lernte die
Sozialsysteme verschiedener Staaten kennen und bekam einen breiten
Überblick über die Behindertenarbeit in Finnland. "Auch aus
persönlicher Sicht hat mein Erasmus-Semester mir all jenes gebracht,
wovon ich immer geträumt habe." Kremser arbeitet mittlerweile als
Sozialarbeiter.
Zwei Publikationen
Zwei Publikationen sind aus Anlass des Jubiläums den Studierenden
gewidmet: Im 3. Band der OeAD-Schriftenreihe wurden
Erfahrungsberichte von 16.000 österreichischen Erasmus-Studierenden
ausgewertet und um Expertenkommentare ergänzt. Der
Erasmus-Geschichtensammelband fasst die 31 besten Erzählungen des
Erasmus-Kurzgeschichtenwettbewerbs zusammen. Alle Publikationen sind
beim OeAD erhältlich.
Erasmus in Österreich
Erasmus ist Teil des Programms für lebenslanges Lernen und wird in
Österreich von der in der OeAD-GmbH angesiedelten Nationalagentur
Lebenslanges Lernen betreut. Die EU-Mittelrückflüsse nach Österreich
werden im Jahr 2012 rund 25 Millionen Euro betragen - davon 19
Millionen Euro für Erasmus, Leonardo da Vinci, Grundtvig & Comenius.
Europaweit haben seit 2007 rund 120.000 Studierende ein
Erasmus-Praktikum absolviert, in Österreich waren es knapp 1.000
Studierende alleine im Studienjahr 2010/11. Österreich entsendet
jährlich rund 1.000 Hochschulangehörige ins europäische Ausland. Die
Erasmus-Lehraufenthalte sind innerhalb eines Jahres um 12,3 Prozent
gestiegen.
KIM - Kommunikation I Information I Marketing
Barbara Sutrich
Tel.: 01 / 534 08 256
E-Mail: barbara.sutrich@oead.at
Web: www.lebenslanges-lernen.at
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
Mag. Elisabeth Grabenweger,
Pressesprecherin
Tel.: 01 / 531 20 9014
E-Mail: elisabeth.grabenweger@bmwf.gv.at
Web: www.bmwf.gv.at
















