- 28.03.2012, 12:53:33
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10. P-AIR Presseclub: "Genderspezifische Unterschiede bei Asthma und COPD" - BILD

Wien (OTS) - Frauen und Männer unterscheiden sich sowohl auf
biologischer als auch psychosozialer Ebene voneinander.
Verschiedenheiten lassen sich dabei sowohl beim
Gesundheitsbewusstsein, in der Entstehung und der Wahrnehmung von und
im Umgang mit Krankheiten feststellen. Während die Zahl der
männlichen Raucher sinkt, steigt die Zahl der weiblichen stetig an.
Gerade bei Lungenerkrankungen sind die geschlechtsabhängigen
Unterschiede in vielen Bereichen noch zu unbekannt. Im Rahmen des 10.
P-AIR Presseclub diskutierten Experten geschlechtsspezifische Aspekte
von Asthma und COPD, ihre Ursachen und das Anliegen einer zukünftig
männer- bzw. frauengerechten optimierten Behandlung. +++
Lange Zeit wurde in der Medizin in der Behandlung von Frauen und
Männern kein Unterschied gemacht. So fand auch die
geschlechterspezifische Forschung in der medizinischen Fachwelt nur
wenig Beachtung. Heute rücken die Unterschiede im Krankheitsbild im
Zuge einer optimierten Behandlung immer stärker ins Blickfeld des
medizinischen Interesses. "Die Gendermedizin ist ein neuer
Forschungsansatz, der sich nicht nur mit körperlichen Unterschieden
zwischen Frau und Mann und Krankheitsberatung und -entstehung
beschäftigt, sondern auch mit Gesundheitsverhalten und Prävention von
Krankheiten. Die Gendermedizin orientiert sich an biologischen und
psychosozialen Faktoren und an individuellen Bedürfnissen beider
Geschlechter in allen Sparten der Medizin. Das beginnt mit den
verschiedenen Zugängen von Frauen und Männern zu den Themen Vorsorge,
Lebensstil und Therapien", schildert Univ. Prof.in Dr.in Alexandra
Kautzky-Willer, Lehrstuhl für Gender Medizin an der Medizinischen
Universität Wien.
Geschlechtsspezifische Ausrichtung von Arzt-Patienten-Gesprächen
Schon in der Diagnosestellung zeigen sich Unterschiede zwischen
Frau und Mann. Meist brauchen Frauen eine einfühlsame
Gesprächsführung, ein wertschätzendes Klima und ein gutes Verhältnis
zum Arzt oder der Ärztin, während Männer ihre Beschwerden
zielgerichtet schildern. "Arzt-Patienten-Gespräche müssen zukünftig
mehr auf das Geschlecht und die jeweiligen individuellen Bedürfnisse
ausgerichtet sein. Ein ungeeigneter Kommunikationsstil kann unter
Umständen eine Ursache für falsche oder mangelhafte Diagnosestellung
sein", so Univ. Prof.in Dr.in Kautzky-Willer. Lange Zeit gab es zu
Frauengesundheit außerdem keine entsprechende Datenlage, da der
männliche Körper in der Medizin als Bezugsgröße verwendet und
Krankheitsbilder in der Regel anhand von typisch männlichen Symptomen
beschrieben wurden. Diese Tatsache lag an der Befürchtung, durch
Studien an Frauen den Kindern von Schwangeren zu schaden.
COPD bei Frauen im Steigen begriffen
Die Zahl weiblicher Raucher nimmt stetig zu, während die Zahl
männlicher laufend sinkt. Die Lunge und die Gefäße von Frauen werden
jedoch stärker geschädigt als jene des Mannes. Frauen sind aufgrund
ihrer engeren Atemwege und des niedrigeren Lungenvolumens früher auf
die Gabe von Sauerstoff angewiesen als männliche Raucher mit COPD.
Prim. Dr. Norbert Vetter, Vorstand der 2. Internen Lungenabteilung
des Sozialmedizinischen Zentrums Baumgartner Höhe, Otto Wagner Spital
erläuterte, dass COPD bei Frauen die schon lange rauchen in den
letzten Jahren zugenommen hat. "Die Prävalenz ist bei den 40-jährigen
Frauen höher: 16 Prozent bei Frauen im Vergleich zu zehn Prozent bei
Männern. Aufgrund des schwereren Krankheitsverlaufs ist bei Frauen
häufiger eine Sauerstofftherapie nötig. Da sie bei gleicher
Lungenfunktionseinschränkung eine geringere Leistungsfähigkeit haben
und stärker unter Atemnot leiden, müssen der Langzeittrainingsplan
und die Rauchentwöhnung geschlechterspezifisch aufgebaut werden".
Asthma tritt bei Buben häufiger auf
Nach heutigen Schätzungen leiden fünf bis sieben Prozent der
Bevölkerung an Asthma bronchiale. Auch Allergien sind in der
Bevölkerung relativ weit verbreitet. "Von Allergien sind 25 Prozent
der Frauen und 18,9 Prozent der Männer betroffen. An allergischem
Asthma leiden 3,9 Prozent der Männer und 4,6 Prozent der Frauen. Im
Kindesalter sind mehr Buben von Asthma betroffen als Mädchen, während
im Erwachsenenalter häufiger Frauen betroffen sind. Zweifellos
beeinflussen die Sexualhormone die Entwicklung allergischer
Erkrankungen wie Asthma bronchiale. Sobald Mädchen geschlechtsreif
sind und sich Östrogen verstärkt entwickelt, steigt die Zahl der
Asthmatikerinnen. Eine Monatsblutung vor dem 12. Lebensjahr ist mit
einem erhöhten Asthmarisiko verbunden. Bei Frauen sind Asthmaanfälle
um die Monatsblutung, aber auch um den Eisprung gehäuft. Das
männliche Hormon Testosteron hingegen wirkt antiallergisch", stellte
Univ.-Doz. Dr. Felix Wantke, Leiter des Floridsdorfer
Allergiezentrums fest.
Einbezug beider Geschlechter für maßgeschneiderte Behandlung
Heutzutage müssen Studien auch an Frauen durchgeführt werden, die
Medikamente für die spätere Verordnung an Mann und Frau testen. Durch
diese Tatsache hat sich das Geschlechterverhältnis in klinischen
Studien verbessert. Die Experten zeigten sich darüber einig, dass
eine optimierte Behandlung und Therapie für beide Geschlechter nur
durch die Einbeziehung von Mann und Frau mit ihren biologischen und
psychosozialen Faktoren gelingen kann.
Über P-AIR:
P-AIR ist eine mehrmals pro Jahr stattfindende
Presseveranstaltung, die 2008 von AstraZeneca Österreich ins Leben
gerufen wurde. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, das Bewusstsein
für die mittlerweile zur Volkskrankheit avancierten Indikationen
Asthma, COPD und Allergien zu steigern. Thematisiert und von
renommierten Experten beleuchtet werden verschiedene Aspekte, die mit
diesen Krankheitsbildern in Zusammenhang stehen. Ziel der aktuellen
Veranstaltung ist, auf geschlechter-spezifische Eigenheiten im Umgang
und im Verlauf möglicher und bereits bestehender
Atemwegs-Erkrankungen aufmerksam zu machen.
Hinweis für Redaktionen: Auf www.welldone.at finden Sie die Inhalte
der Pressemappe zum kostenfreien Download.
Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/2828/
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
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