- 27.01.2012, 12:05:44
- /
- OTS0142 OTW0142
VIER PFOTEN rettet Orang-Utans in Borneo vor Kopfgeldjägern
Tierschützer bringen Mutter und Tochter im Regenwald in Sicherheit

Indonesien/Kalimantan/Borneo (OTS) - Buchstäblich in letzter
Minute konnte ein Team der international tätigen
Tierschutzorganisation VIER PFOTEN in Borneo eine Orang Utan-Mutter
und ihre Tochter vor dem sicheren Tod bewahren. Kopfgeldjäger hatten
die beiden bereits umzingelt. Doch VIER PFOTEN gelang es, die völlig
verängstigten Menschenaffen an sich zu nehmen. Die
Tierschutzorganisation appelliert dringend an Politiker und
Unternehmen in Borneo, die Massaker an den Menschenaffen umgehend zu
beenden.
Die Tierschutz-Experten brachten die Orang Utans in ein
geschütztes Regenwaldgebiet, wo wieder freigelassen wurden. Vor der
Freilassung wurden Mutter und Kind mit Funksendern ausgestattet. "Wir
werden die beiden noch einige Monate beobachten, um sicher zu gehen,
dass sie wohlauf sind und sich in der neuen Umgebung gut einleben",
erklärt Preuschoft.
"Wir kamen gerade noch rechtzeitig," berichtet Dr. Signe
Preuschoft, Primatologin bei VIER PFOTEN. "Mitten in einem
abgeholzten Stück Regenwald fanden wir eine jubelnde Gruppe
Jugendlicher. Sie hatten das Kopfgeld vor Augen und wollten die
Orang-Utan-Mutter mit ihrem Kind angreifen. Die Tiere saßen wie
versteinert im Gras, die Mutter umklammerte ihr Kind. Wir nahmen die
beiden verschreckten Menschenaffen mit uns und brachten sie in
Sicherheit."
Orang-Utans sind in Borneo vom Aussterben bedroht. In den letzten
Jahrzehnten ist ihr Bestand von 250.000 auf weniger als 50.000 Tiere
geschrumpft. Der Mensch zerstört ihren Lebensraum, den
Tiefland-Regenwald, um Platz für Palmöl-Plantagen zu schaffen. Doch
damit nicht genug: Manche Palmöl-Firmen bieten Kopfgeld für jeden,
der einen Orang-Utan auf ihrer Plantage tötet. Babys werden als
Haustiere verkauft. Für diese Palmöl-Unternehmen sind Orang-Utans
bloß Schädlinge, von denen sie ihre Plantagen "säubern" wollen.
Die Massaker an den Orang-Utans wurde im September erstmals ein
innenpolitisches Medienthema in Indonesien, als Bilder von Gräbern
und Knochen auftauchten. Anfang 2012 wurde zum ersten mal ein
Top-Manager einer Palmöl-Firma verhaftet und angeklagt: Die Firma
Khaleda soll 85 EURO pro getötetem Orang-Utan geboten haben. Das
Töten von Orang-Utans ist in Indonesien zwar streng verboten, das
Gesetz wurde aber bis vor kurzem nicht angewendet.
VIER PFOTEN setzt sich in Kooperation mit der Regierung
Indonesiens für das Überleben der Orang-Utans in Kalimantan / Borneo
ein. Die Tierschutzorganisation betreibt seit 2007 ein
Menschenaffen-Rehabilitationsprogramm in Samboja Lestari, in
Zusammenarbeit mit der Organisation BOS (Borneo Orang Utan Survival
Foundation). Hier lernen verwaiste Orang Utan-Kinder, was sie zum
Überleben im Regenwald brauchen.
"Wir hoffen, dass wir mit unserem Einsatz die Öffentlichkeit
aufrütteln und so wesentlich mehr Orang Utans retten können, als die
beiden, die wir in Sicherheit bringen konnten. Die grausamen Massaker
an unseren nahen Verwandten müssen gestoppt und die letzten
Tieflandregenwälder als Lebensraum für die Orang-Utan wirkungsvoll
geschützt werden. Diejenigen, die gegen das Gesetz verstoßen, müssen
für ihre Verbrechen bezahlen, nicht die Hilfsorganisationen - und
schon gar nicht Orang-Utans", unterstreicht Signe Preuschoft.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Dr. Signe Preuschoft, VIER PFOTEN in Borneo, Tel.: 0062 811 5421231
Matthias Schickhofer, VIER PFOTEN Projekt-Support in Wien
Tel.: 0043 699 11297184
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VPF








