- 18.10.2011, 12:25:23
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Humanitäre Hilfe Österreich - quo vadis?
AG Globale Verantwortung fordert Verdoppelung des Auslandskatastrophenfonds

Wien (OTS) - Im Vorfeld des 1. Österreichischen Humanitären
Kongresses, der am 21. Oktober in den Festsälen der Uni Wien
abgehalten wird, diskutierten heute Lutz Hahn von World Vision
Schweiz, Andreas Papp von Ärzte ohne Grenzen Österreich und Petra
Navara-Unterluggauer, Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung
mit Medien über den Status quo der Humanitären Hilfe in Österreich.
"Wenngleich es erfreulich ist, dass Österreich die Hilfsgelder für
die Menschen am Horn von Afrika erhöht, lässt die Performance des
Österreichischen Staates im Bereich Humanitäre Hilfe gerade im
internationalen Vergleich nach wie vor zu wünschen übrig", stellt
Petra Navara fest. Vor allem im qualitativen Bereich gäbe es Mängel,
wie Evaluierungen auf nationaler aber auch internationaler Ebene
belegten, so Navara.
"Von zehn Empfehlungen, die aufgrund einer Evaluierung der
Humanitären Hilfe der österreichischen EZA im Zeitraum von 2004 bis
2008 gegeben wurden, beginnt Österreich gerade einmal eine
umzusetzen. Und das auch erst nach 18 Monaten", so Navara weiter.
Auch im internationalen Ranking liegt Österreich auf einem der
letzten Plätze und das auch hinsichtlich qualitativer Kriterien wie
der Humanitarian Response Index 2010 der unabhängigen Organisation
DARA nachweist.
Auch die Schweiz ist keine "Weltmeisterin in Sachen
Entwicklungshilfe, dennoch hat sie sich am Horn von Afrika mit rund
15 Millionen Euro an Soforthilfe engagiert, weitere knapp 22
Millionen Euro kamen von privater Seite über humanitäre
Organisationen", berichtet Lutz Hahn von World Vision Schweiz.
Petra Navara fordert in diesem Zusammenhang die Regierung auf, die
Dotierung des Auslandskatastrophenfond auf 10 Millionen Euro zu
verdoppeln und die Nachhaltigkeit der Nothilfe abzusichern: "Wenn die
geplanten Kürzungen für 2012 in der bilateralen
Entwicklungszusammenarbeit zurückgenommen werden, können 7,4
Millionen in langfristig ausgerichtete Projekte der ländlichen
Entwicklung investiert werden."
"Das private Spendenaufkommen ist auch in Österreich sehr hoch. Man
sieht, dass den Menschen in unserem Lande internationale Humanitäre
Hilfe durchaus ein Anliegen ist", so Andreas Papp von Ärzte ohne
Grenzen und Initiator des Kongresses. Mit dem Kongress möchte er der
interessierten Öffentlichkeit ein Forum für eine konstruktive
inhaltliche Auseinandersetzung geben und mehr Bewusstsein für das
Thema schaffen.
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Rückfragehinweis:
AG Globale Verantwortung Maga. Britta Schwarz Öffentlichkeitsarbeit Tel.: +43 1 522 44 22 - 15 mailto:[email protected] www.globaleverantwortung.at
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