- 08.05.2011, 11:50:25
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Aktionstag Diabetes Oberösterreich 2011 - Publikumstag in Linz war ein voller Erfolg! - BILD

Linz (OTS) - Chronische Krankheiten wie Diabetes sind auf dem
Vormarsch. Mehr als 500.000 Menschen in Österreich leiden an der
Zuckerkrankheit. Auch in Oberösterreich gibt es bereits rund 70.000
Betroffene. Die Betreuung chronisch Kranker wird daher in Zukunft
eine große Herausforderung in der Gesundheitsversorgung darstellen.
Das Land Oberösterreich hat zur Versorgung dieser Patienten bereits
einen guten Weg eingeschlagen. Das belegen vor allem die gut
funktionierenden Disease Management-Programme, wie die
oberösterreichische strukturierte Diabetikerbetreuung. Auf Initiative
des Landes Oberösterreich fand am 7. Mai im Linzer Oberbank Donau
Forum der Aktionstag Diabetes Oberösterreich statt, bei dem sich
Interessierte sowie Betroffene und deren Angehörige über die
chronische Erkrankung informieren konnten.
Rund 1000 Besucher folgten der Einladung zum Aktionstag Diabetes
ins Linzer Oberbank Donau Forum. Ziel der Veranstaltung war es, allen
OberösterreicherInnen zu ermöglichen, sich über Vorsorge,
Früherkennung, Therapie und therapiebegleitende Maßnahmen zu
informieren. Auf einer eigenen Mess-Straße hatten die Besucher die
Chance, bei einzelnen Stationen eine Vielzahl von
gesundheitsrelevanten Parametern messen zu lassen. Zahlreiche
ExpertInnen - ÄrztInnen, ApothekerInnen, DiätologInnen etc. - standen
vor Ort für die individuelle Beratung zur Verfügung.
Renommierte Vertreter aller gesundheitsrelevanten Berufe
referierten zu den Schwerpunkten Ernährung, Prävention und
Früherkennung von Diabetes, Disease Management-Programmen (DMPs),
Gesundheitsversicherung, medikamentöse Therapie sowie
Gesundheitsrisiko bei Diabetes.
Oberösterreichs Wege in der Diabetesversorgung: "Gut in der
Gegenwart. Besser in der Zukunft."
Nach der Begrüßung des Publikums durch Landeshauptmann Dr. Josef
Pühringer folgte am Nachmittag mit einer prominent besetzten
Podiumsdiskussion das Programmhighlight des Aktionstages. In seinem
Einführungsstatement betonte LH Dr. Josef Pühringer, dass sich das
Land Oberösterreich stets um die bestmögliche Betreuung von
DiabetikerInnen bemüht hat. "Langfristiges Ziel muss es sein,
Diabetes-Neuerkrankungen zu verringern. Derzeit gibt es rund 70.000
Diabetiker in Oberösterreich. Wir müssen uns aber auf einen
deutlichen Anstieg einstellen. Zum einen, weil es in Zukunft immer
mehr ältere Menschen geben wird, zum anderen weil die Anzahl junger
Übergewichtiger steigt. Daher setzen wir auf Prävention", so Dr.
Pühringer. Und weiter: "Ich halte aufklärende Maßnahmen für besonders
wichtig und hoffe, dass die Besucher vom Aktionstag Diabetes
Oberösterreich 2011 möglichst viel an Information mitnehmen konnten."
Dr. Erwin Rebhandl, Präsident der Initiative AllgemeinMedizin
PLUS, wies darauf hin, dass Diabetes mellitus eine der häufigsten
chronischen Krankheiten ist und bereits bei der Diagnose von Diabetes
Typ II viele PatientInnen an den typischen Folgeerkrankungen wie
Nierenschäden oder Schäden an der Augennetzhaut leiden. Da diese
Stoffwechselerkrankung schleichend beginne und im Anfangsstadium nur
wenige Symptome verursache, werde sie oft jahrelang nicht erkannt.
"Nur durch ein breites Informationsangebot für die Bevölkerung und
eine enge Kooperation zwischen allen Gesundheitsberufen wird es
gelingen, die Zahl der Neuerkrankungen einzudämmen und bereits
Erkrankte bestmöglich zu betreuen", erläuterte Dr. Rebhandl.
Univ.-Doz. Dr. Raimund Weitgasser, Präsident der Österreichischen
Diabetes Gesellschaft (ÖDG), beleuchtete das Thema aus
internistischer Sicht und stellte klar, dass bei Diabetes eine
frühzeitige Diagnostik und eine rechtzeitige Behandlung wesentlich
seien. Zudem ist es Univ.-Doz. Dr. Weitgasser ein besonderes
Anliegen, das Disease-Management-Programm für Diabetes, "Therapie
aktiv", weiterzuentwickeln, welches vor über drei Jahren unter
Mithilfe vieler Gruppierungen von der Sozialversicherung gemeinsam
mit der Österreichischen Diabetes Gesellschaft und dem
Gesundheitsministerium konzipiert worden ist. Darüber hinaus sei laut
Weitgasser die Etablierung eines österreichweiten Diabetesregisters
weiter voranzutreiben.
Erfolgsstory "Therapie aktiv"
Zum Diabetes-Disease Management ergriff auch Hofrat Prim. Dr.
Johann Ecker, Ärztlicher Direktor des Landeskrankenhauses Gmunden,
das Wort: "Oberösterreich nimmt eine Vorreiterrolle in der
Diabetikerbetreuung ein. In das seit April 2006 laufende Projekt
'strukturierte Diabetikerbetreuung' sind derzeit 370 Ärzte und rund
6.500 Patienten eingeschrieben. Die Überführung ins Programm
'Therapie Aktiv' ist für Juli 2011 geplant." In der Betreuung
chronisch Kranker, im speziellen von Diabetikern, nehmen
Allgemeinmediziner eine besondere Rolle ein. "Praktische Ärzte in
Oberösterreich werden seit Jahren im Rahmen der strukturierten
Diabetikerbetreuung geschult, vor allem bei der Betreuung von Typ
2-Diabetikern. Der Hausarzt übernimmt die koordinierende Funktion,
wobei für die Vernetzung der Versorgungsebenen eine abgestimmte
Aufgabenteilung vorgesehen ist. Strukturierte Betreuung bedeutet,
dass der Bindung an den Hausarzt als Arzt des Vertrauens und damit
der Qualität der Arzt-Patienten-Beziehung große Bedeutung zukommt und
der Patient einen aktiven Part im Behandlungsprozess übernehmen
soll", stellte Dr. Wolfgang Hockl, Präsident der Oberösterreichischen
Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (OBGAM), fest.
Teilnahme an bestimmten Vorsorgeprogrammen muss attraktiver werden
Von Seiten der Sozialversicherung bezog Dir. Mag. Peter McDonald,
Obmann-Stellvertreter der Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen
Wirtschaft (SVA), Stellung, wie die Herausforderung der Vermeidung
chronischer Erkrankung bewältigt werden sollte: "In der SVA soll
künftig der Grundsatz gelten: Wer auf seine Gesundheit achtet, wird
belohnt: In erster Linie mit mehr Gesundheit, Wohlbefinden und
Leistungsfähigkeit und auch mit dem finanziellen Anreiz eines
halbierten Selbstbehaltes, der bei Teilnahme an bestimmten
Vorsorgeprogrammen gewährt werden soll. Ich bin überzeugt, dass wir
so eine dreifache Win-Situation erreichen: Der Versicherte fühlt sich
wohler, der Arzt wird für die Gesunderhaltung entlohnt und die SVA
spart sich auf Dauer Kosten für die Behandlung von Krankheiten. Aber
auch mit dem Vertrauensarztmodell für chronisch Kranke soll dieser
Grundsatz nach positiven Verhandlungen mit der Ärztekammer umgesetzt
werden. Das Vertrauensarztmodell soll dann mit dem Disease
Management-Programm 'Therapie aktiv' starten. Sowohl in der
Lebensqualität der Versicherten als auch in der Kostenentwicklung
wird dieses Pioniervorhaben wegweisend werden."
Apotheker nehmen verstärkte Rolle in der Diabetikerversorgung ein
Mag. pharm. Thomas Veitschegger, Präsident der
Oberösterreichischen Apothekerkammer sprach sich für eine verstärkte
Einbindung von Apotheken in die Versorgung chronisch Kranker,
besonders aufgrund ihres niederschwelligen Zugangs, aus. "Rund um die
Uhr stehen in Apotheken ausgebildete Arzneimittelfachkräfte bereit,
um Patienten zu beraten. Eine Apotheke in Wohnortnähe ist jederzeit
erreichbar, auch am Wochenende und an Feiertagen. Sowohl bei der
Früherkennung, als auch bei der Motivation für die Teilnahme an einem
DMP können die Apotheker unterstützen", so Mag. Veitschegger. Dr.
Michael Hohl, Präsident des Dachverbandes der Oberösterreichischen
Diabetikervereinigungen, erläuterte die Rolle der Selbsthilfebewegung
bei chronisch Kranken: "Diabetiker benötigen ein strukturiertes
Management ihrer chronischen Erkrankung, das viel Motivation und
Disziplin erfordert. Selbsthilfegruppen können durch ihren
Netzwerkgedanken hierzu einen wesentlichen Beitrag leisten."
Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer zeigte sich nach dem
Aktionstag Diabetes zufrieden: "Ziel der Veranstaltung war es, für
ein besseres Verständnis für die Erkrankung zu schaffen sowie
Betroffenen und Interessierten Auskünfte und Tipps zum Umgang mit der
Erkrankung zu bieten. Dass dieses Vorhaben aufgegangen ist,
bestätigen die Besucherzahlen des Aktionstages Diabetes
Oberösterreich 2011 eindrucksvoll."
Weitere Bilder abrufbar unter:
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