- 04.10.2010, 12:03:16
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"Energie neu denken - Zukunftsbilder"
Neue Ansätze für die Energieeffizienz: Von der Energieforschung über neue industrielle Strategien beim Energiesparen bis hin zu Green ICT.

Wien (OTS) - Im Rahmen der internationalen Tagung "Energie Neu
Denken", in deren Mittelpunkt Zukunftsbilder effizienter
Energiesysteme und Strategien für die österreichische
Energieforschung stehen, haben Bundesministerin Doris Bures und der
Klima- und Energiefonds mit hochkarätigen VertreterInnen aus
Wirtschaft und Forschung zur gemeinsamen Pressekonferenz eingeladen.
Mit weniger Energieverbrauch mehr bewegen
"Die ergiebigste Energiequelle, die nur darauf wartet, angezapft
zu werden, ist Energieeffizienz", sagt Infrastrukturministerin Doris
Bures. Ressourcenknappheit, Klimawandel und steigender Energiebedarf
sind die großen Herausforderungen, die Lösung liegt in
Energieeffizienz und Innovation. So ist es nach Experteneinschätzung
möglich, bis 2020 ein Viertel des Energieverbrauchs durch
effizientere Technologien einzusparen. Das größte Sparpotential wird
beim größten Verbraucher, Haushalte und Gebäude, verortet, gefolgt
von Verkehr und Produktion.
Deswegen legt das BMVIT einen Forschungsschwerpunkt auf diesen
Bereich. Nächstes Jahr starten - so wie jetzt schon für die
E-Mobilität - großangelegte Technologiedemonstrationen
("Leuchtturmprojekte"). Damit werden die Schlüsseltechnologien zu
energieeffizienten Systemen vernetzt und die Voraussetzungen
geschaffen, dass in Zukunft ganze Stadteile im Hinblick auf Gebäude,
Wohnen, Arbeiten und Verkehr energiesparend organisiert werden
können.
"In der intelligenten Vernetzung von energieeffizienten
Technologien liegt ein zusätzliches, enormes Potential, um den
Energieeinsatz zu optimieren", sagt die Ministerin mit dem Hinweis
auf Informations- und Kommunikationstechnologien, Stichwort Green
ICT.
Die Studie SMART 2020 kommt zum Ergebnis, dass mit IKT-basierten,
intelligenten Gebäudesystemen, Logistiksystemen, Motorsystemen und
intelligenten Stromnetzen im Jahr 2020 weltweit 7,8 Gigatonnen CO2
weniger verursacht werden können. Das entspricht einer Einsparung von
15 Prozent.
Das Infrastrukturministerium (BMVIT) hat die Mittel für die
Energieforschung massiv aufgestockt. Österreichweit wurden dafür im
Vorjahr 87 Millionen Euro an öffentlichem Geld aufgewendet, davon 55
Millionen Euro vom BMVIT (inklusive Klima- und Energiefonds).
Klimafreundliche Technologie als direktes Ergebnis von gezielter
Forschung und Entwicklung ist in vielen Bereichen schon Realität. So
ist Österreich bei den Passiv-Energiehäusern absoluter Spitzenreiter
in Europa. Auch in den zukunftsträchtigen Forschungsfeldern von der
E-Mobilität bis zu den intelligenten Stromnetzen (Smart Grids) sind
Österreichs Unternehmen und Forschungseinrichtungen unter den besten
in Europa.
Neue Online - Förderlandkarte des Klima- und Energiefonds
Die Erforschung effizienter Energietechnologien und die Schaffung
einer leistbaren, nachhaltigen und sicheren Energieversorgung - das
sind die Ziele des Förderprogramms "Neue Energien 2020" des Klima-
und Energiefonds. Bisher wurden in den vergangenen vier Jahren mehr
als 400 Projekte gefördert.
"Im Interesse einer noch größeren Projekttransparenz hat der
Klima- und Energiefonds nun eine eigene Projekt-Landkarte entwickelt,
die online verfügbar ist. Wir bieten damit einen aktuellen Einblick
in unsere geförderten Projekte und zeigen, welche Innovationskraft
mit Hilfe unserer Fördergelder geschaffen wird", erläutert Theresia
Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds, die
Live-Präsentation der Förderlandkarte im Rahmen der Pressekonferenz
in Wien.
"Ziel ist es, für alle TeilnehmerInnen und Interessierte die
Projekte auch online zugänglich zu machen und dadurch Interesse für
weitere richtungsweisende Projekteinreichungen zu generieren. Der
Klima- und Energiefonds fördert seit 2007 Projekte im Bereich Neue
Energien, deren durchschnittliche Projektdauer drei Jahre beträgt.
Das bedeutet, dass mit jedem Monat immer mehr Projekte fertiggestellt
werden und die Inhalte der Förderlandkarte - für alle sozusagen in
Echtzeit - stetig wachsen", so Vogel weiter.
Bisher wurden vom Klima- und Energiefonds drei Ausschreibungen
erfolgreich umgesetzt. Derzeit läuft die Evaluierung der Anträge der
vierten Ausschreibungswelle. Die Förderstrategie setzt dabei auf
Kontinuität und Langfristigkeit.
"Wir wollen das Programm Neue Energien 2020 auch 2011 fortsetzen.
Unsere Zielsetzung ist es, Technologien zu finden, die schnell und
praktikabel helfen, neue Energieformen zu nutzen bei gleichzeitiger
Senkung des Verbrauches. Der Klimafonds hat zwischen 2007-2009 rund
100 Millionen Euro für die Unterstützung von
Energieforschungsprojekten ausgegeben. Damit wurde ein Projektvolumen
von 200 Millionen Euro mobilisiert. Neue Energien 2020 ist damit ein
zentrales Werkzeug unserer Förderpolitik. 2010 standen 35 Millionen
Euro zur Verfügung", so die Geschäftsführerin des Klima- und
Energiefonds.
Vom Provider zur Service-Agentur
Der Einsatz von IT-Technologie in der Energiewirtschaft ist
naturgemäß ein Thema, das ein Technologieunternehmen interessiert.
Leo Steiner, Generaldirektor IBM Österreich, weist vor allem darauf
hin, dass Innovation heute nur mehr in einem kollaborativen Ansatz
möglich ist. "Die Optimierung einzelner Systeme greift zu kurz. Heute
geht es darum am Markt mit Service-Angeboten präsent zu sein, um sich
zu differenzieren", formuliert er den IBM Ansatzpunkt.
Mit internationalen Beispielen, etwa einer Steckdose, die anzeigt, ob
der Strom gerade günstig ist bzw. den Einsatz von Elektroautos im
Verbund mit erneuerbarer Energie, belegt er diesen Ansatz.
Green ICT - Intelligente Strategien und Innovationen
OECD-Länder stehen laut Christian Reimsbach-Kounatze, OECD, vor
der globalen Herausforderung, die stets steigende Energienachfrage
sicherzustellen. Intelligentere Strategien und Innovationen sind für
ihn zwingend erforderlich, um diese Herausforderung zu bestehen und
ein "grünes Wachstum" sowie eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung
einzuleiten. Die "OECD Declaration on Green Growth" nennt explizit
Informations- und Kommunikationstechnologien (IKTs) und ihre
effektiven Anwendungen als Schlüsselelemente, um eine stärkere,
sauberere, gerechtere Wirtschaft aufzubauen.
Im Sinne der Unterstützung der Länder bei der Implementierung
ihrer Initiativen, sieht Reimsbach-Kounatze die Tagung "Energie Neu
Denken" als einen wichtigen Schritt zur Förderung der Zusammenarbeit,
die als Ziel die Entwicklung intelligentere Strategien für eine
stärkere, sauberere und gerechtere Wirtschaft haben muss.
Energie Neu Denken
"Wir sind zu einer "Push-Button-Gesellschaft" geworden, denn die
Mehrzahl der Menschen nimmt die Verfügbarkeit und den Verbrauch von
Energie als etwas Alltägliches wahr und verhält sich dementsprechend
verschwenderisch", hält Hartmut Esslinger, Institut für Industrial
Design der Universität für angewandte Kunst Wien, fest.
Er sieht die Aufgabe eines "neuen Denkens" im Bereich Energie aber
nicht nur in der Gesellschaft begründet. Esslinger appelliert
besonders an die Kreativen, mit konzeptionell innovativen, sozial und
ökologisch relevanten sowie ästhetisch kompetenten Designs, Energie
neu zu denken und neue Ideen als gleichberechtigten Faktor in der
Leitung von Unternehmen zu etablieren. Das Schlagwort der
Veranstaltung "Energie Neu Denken" symbolisiert diesen Anstoß.
Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=201010&e=20101004_k&a=event
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Susanna Enk Pressesprecherin Bundesministerin Doris Bures Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) Telefon: + 43 (0)1 711 62 65 8121 E-Mail: [email protected] Katja Hoyer Öffentlichkeitsarbeit Klima- und Energiefonds Gumpendorfer Straße 5/22 1060 Wien Tel.: +43(0)1 58 50 390 - 23 Fax: +43(0)1 58 50 390 - 11 E-Mail: [email protected] Web: www.klimafonds.gv.at
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