• 28.04.2010, 13:38:11
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Jank für weitere fünf Jahre an Spitze der WK Wien bestätigt

Jank als Vertreterin der 118.000 Unternehmer wiedergewählt - Arbeitsprogramm: Entlasten, Vereinfachen, Ankurbeln, Service - Fordert von Stadt Wirtschaftspolitik als Querschnittsmaterie

WKÖ-Präsident Christoph Leitl gratuliert WK Wien-Präsidentin Brigitte Jank zur Wiederwahl

Wien (OTS) - 28.4.2010 - Einstimmig hat heute das
Wirtschaftsparlament der Wirtschaftskammer Wien in seiner
konstituierenden Sitzung Brigitte Jank als Präsidentin der Wiener
Wirtschaftskammer und damit als höchste Vertreterin der mehr als
118.000 Wiener Wirtschaftstreibenden für weitere fünf Jahre
bestätigt. "Die Unternehmer haben bei den Wirtschaftskammer-Wahlen
ein klares Zeichen für Kontinuität gesetzt und sich für ein Programm
der Entlastung, Vereinfachung und Ankurbelung ausgesprochen", sagt
Jank. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehe daher nun, das
Wirtschaftsprogramm E.V.A. in Umsetzung zu bringen,
Wirtschaftspolitik als Querschnittsmaterie in der Stadt Wien zu
verankern und die Services der Kammer zielgruppenorientiert
weiterzuentwickeln.

Wirtschaftslage in Wien bleibt herausfordernd

Wie eine aktuelle Befragung der Wiener Unternehmer zeigt, bleibt die
wirtschaftliche Lage der Wiener Betriebe trotz Anzeichen einer
Besserung angespannt. Vor allem im Bereich der Investitionen zeigen
sich die Betriebe äußerst zurückhaltend, von einem selbsttragenden
Aufschwung sei man noch weit entfernt, so Jank. Nur knapp die Hälfte
der Befragten wollen laut der Umfrage im selben Ausmaß bzw. mehr
investieren als im letzten Jahr - die Zahl der Betriebe, die weniger
oder gar nicht investieren, steigt. Vorrangig ist es daher, die
Unternehmen zu entlasten und die Finanzierung wichtiger Projekte zu
sichern. Während die Konjunkturpakete der Stadt kaum strukturelle
Wirkung gehabt hätten, müssten nun die aktuellen Diskussionen über
Verwaltungsrefomen und steuerlichen Maßnahmen zur Budgetsanierung auf
Bundesebene dazu genutzt werden, nachhaltige Veränderungen mit
wirtschaftspolitischer Tragweite einzubegleiten. Konkret nannte Jank
dabei beispielhaft die Vereinfachung des Steuersystems, die
Entlastung des Faktors Arbeit, eine Arbeitszeitflexibilisierung, eine
Wachstumspolitik für EPU und eine Unterstützung bei der Finanzierung
von Kleinstkrediten.

Neue Wirtschaftspolitik für Wien

Ausgehend von der derzeitigen Wirtschaftslage fordert Jank von der
Stadt Wien eine neue Wirtschaftspolitik für die kommenden Jahre.
"Seit Jahren fehlen in der Kommunalpolitik Ideen und Konzepte", so
Jank. Man müsse weg von einer stratgielosen Anlasspolitik und hin zu
einer durchdachten Wirtschaftspolitik als Querschnittsmaterie über
alle Politikbereiche. "Es ist nicht einzusehen, warum Maßnahmen im
Bereich Wohnbau, Arbeitsmarkt oder Gesundheit nicht auch auf ihre
wirtschaftspolitischen Auswirkungen geprüft und allenfalls angepasst
werden", sagt Jank. Wien brauche ein klares Profil und
wirtschaftspolitische Leitlinien, an denen sich die Stadt in ihrer
Arbeit orientiert.

Wirtschaftspolitische Leitlinien 2015

Für die kommenden fünf Jahre hat Jank zehn konkrete Schwerpunkte
definiert, denen sie sich in ihrer Arbeit besonders widmen wird.

1. Wiens Wirtschaft muss breit aufgestellt sein. Nur
Dienstleistungszentrum zu sein, ist zu wenig. Wien braucht das
Wissen, die Erfahrung und die Innovationen des produzierenden
Gewerbes und der Industrie. Daher sind alle Anstrengungen zu
unternehmen, diese Bereiche nicht nur zu halten, sondern aus- und
aufzubauen. Heute entfallen mehr als 80 Prozent der Wiener
Wertschöpfung auf den Dienstleistungsbereich. Wien braucht als
wachsende Stadt wieder mehr Produktion und daher eine Zuwanderung von
Produktionsbetrieben.

2. Wien muss sich als überregionale und internationale
Güterverkehrsdrehscheibe etablieren. Keine Metropole in Mitteleuropa
verfügt über bessere Voraussetzungen als Wien, die Verkehrswege
Straße, Schiene, Luft und Wasser besser und effizienter miteinander
zu verbinden. Daher bedarf es des gezielten Ausbaus der Wiener
Logistikzentren und einer Perspektive, die bis nach Fernost reicht.

3. Wien muss seine Chancen als Stadt der Creative Industries nutzen.
Die Entwicklung der letzten Jahre hat das vielversprechende Potenzial
der Kreativen und ihren positiven Einfluss auf Innovation und neue
Produkte bewiesen. Dieses Potenzial muss zur Gänze und damit zum Wohl
der gesamten Wiener Wirtschaft genutzt werden, indem die Creative
Industries in jeder Hinsicht Unterstützung, beste Rahmenbedingungen
und attraktive Plattformen für ihre Arbeit vorfinden.

4. Wien hat die Chance, zum wichtigsten Bank- und Finanzstandort
Mittel-Osteuropas zu werden. Die kluge Expansions- und
Partnerstrategie der Börse Wien, das Engagement der Wiener Banken und
Versicherungen tragen bereits Früchte. Jetzt geht es darum, sie in
jeder Weise so zu unterstützen, dass Wien zu einem international
anerkannten Finanzzentrum von Bedeutung wird - mit einer Strahlkraft,
die sich auf den gesamten CEE-Raum sowie Süd-Ost-Europa erstreckt.

5. Wiens Zukunft liegt in der weiteren Internationalisierung. Die
deutliche Zunahme der exportierenden Wiener Betriebe und die
Attraktivität Wiens als Sitz von 300 internationalen Headquarters
skizzieren den Weg. In den kommenden Jahren entscheidet es sich, ob
dieser Trend zu einer unumkehrbaren Entwicklung wird. Wiens Ziel muss
es sein, international noch viel stärker verflochten und verbunden zu
sein. Das bedeutet auch, dass Wien mit Hochdruck daran arbeiten muss,
international als attraktiver und Karriere fördernder Arbeitsort
anerkannt zu werden.

6. Wien muss sich mit den Besten messen. Zurzeit wird Wien vor allem
an den Metropolen Mittel-Osteuropas gemessen. Unser Ziel aber muss es
sein, in einem Atemzug mit München, Mailand, Paris, London genannt zu
werden - und zwar als Spitzenreiter.

7. Wien muss wissen, wohin es sich entwickelt. Es gilt, eine klare
Vision für Wien 2020 zu formulieren. Die Ziele, die Wirtschaft,
Gesellschaft und Stadtentwicklung vereinen, müssen aufeinander
abgestimmt werden und eine notwendige Aufbruchstimmung unterstützen.
Es muss alles daran gesetzt werden, bestehende Betriebe in Wien zu
halten und Neuansiedelungen unter Einsatz von effektiven
Akquisitionsstrategien durchzuführen. Wir brauchen ausländische
Investitionen in Wien!

8. Wien muss über den Tellerrand des Föderalismus blicken. Die
weitere Entwicklung Wiens kann nur in Kooperation und im engen
Zusammenwirken mit den umliegenden Regionen Niederösterreich,
Bratislava, Westslowakei, Nordburgenland, Westungarn und Südmähren
vorangetrieben werden. Die Vielzahl an Initiativen, die bisher
bestehen, müssen durch eine grenzüberschreitende Politik der
Zusammenarbeit aus einem Guss ersetzt werden.

9. Wien muss die Besten anziehen. Wir stehen in einem globalen
Wettbewerb um die besten Köpfe. Wien muss daran arbeiten,
internationalen Spitzenkräften ein so attraktives, vielversprechendes
und lohnendes Umfeld zu bieten, damit Wien ein Muss in allen
internationalen Lebensläufen wird.

10. Wien muss weiterhin zu den wichtigsten Konferenzstädten der Welt
zählen. Diese Stellung muss ausgebaut werden, etwa durch eine
Ergänzung um themenspezifische Spezialmessen, die es so nur in Wien
gibt und nirgendwo sonst. Hierzu sind Rahmenbedingungen zu schaffen,
um schnell, flexibel und individuell auf die Informationsbedürfnisse
der Kongressbesucher einzugehen.

Fortsetzen der Serviceoffensive: Fokus auf Zielgruppen

Parallel zu ihren wirtschaftspolitischen Anliegen wird Brigitte Jank
die vor einigen Jahren begonnene Serviceoffensive der
Wirtschaftskammer weiterentwickeln und in eine neue Phase bringen.
Die Schwerpunkte legt sie dabei besonders auf die stärkere
Fokussierung auf die unterschiedlichen Zielgruppen innerhalb der
vielseitigen Wiener Unternehmerschaft und auf die Optimierung der
Ansprache der Mitglieder. "Ich wünsche mir, dass jedes Mitglied
mindestens zweimal im Jahr die Serviceleistungen der
Wirtschaftskammer Wien aktiv in Anspruch nimmt. Denn aus den
Befragungen der vergangenen Jahre wissen wir, dass Mitglieder, die
unser Angebot nützen, auch zufriedene Mitglieder sind", sagt Jank.
Neue Wege will die Kammer auch im Bereich Web 2.0 gehen und über
diese Systeme eine neue, zusätzliche Art der Kommunikation mit den
Mitgliedern aufbauen. Nach dem erfolgreich etablierten FORUM
Ein-Personen-Unternehmen für Wiens Kleinstbetriebe wird die Kammer
auch an einem eignen KMU-Paket arbeiten und eine neue Offensive für
Wiens Großbetriebe starten. Die bereits im Februar eingeleitete
Betreuungsinitiative für in Wien ansässige Headquarters
internationaler Konzerne soll nun voll in Umsetzung gebracht werden.

"Die kommenden Jahre werden für die Wiener Wirtschaftstreibenden ganz
entscheidend sein", so Jank. "Jetzt heißt es alles zu tun, um die
Konjunktur wieder in Fahrt zu bringen und die teilweise schweren
Folgen der Krise so gut es geht zu überwinden."

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

Wirtschaftskammer Wien 
   Dr. Gary Pippan
   Presse & Medienmanagement
   Tel.: 01 51450-1314
   mailto:[email protected]
   http://www.wko.at/wien

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