• 27.08.2009, 10:48:54
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Filzstift-Sets im "Konsument"-Test: Gift im Stift

Chromat in drei von 13 Sets gefunden. Schadstoffbelastung wäre vermeidbar.

"Konsument"-Cover September 2009: Titelstory: Gift im Stift

Wien (OTS) - Filzstifte sind fixer Bestandteil des
Schul-Startpakets und auch kleinere Kinder verwenden sie gerne zum
Kritzeln und Malen. So manch einer kaut dabei auch an den Stiften und
Kappen. "Konsument" hat 13 Faserschreiber-Sets auf problematische
Substanzen in Stiften, Stifthülsen, Tinten, aber auch in der
Verpackung untersucht und wurde fündig.

"Bei vier von 13 Sets haben wir in der Stifthülle Blei, bei drei
davon zusätzlich Chromat gefunden. Chromat bzw. Bleichromat sind als
,krebserzeugend‘ und ,erbgutschädigend‘ sowie als
,fortpflanzungsgefährdend‘ klassifiziert", weiß
"Konsument"-Projektleiter Konrad Brunnhofer.

"Schadstoffe haben in Schreib- und Malutensilien für Schul- und
Kindergartenkinder nicht das Geringste verloren. Derartig belastete
Produkte, wie wir sie in unserem Test ausfindig gemacht haben, sind
im Handel grundsätzlich fehl am Platz", kritisiert Franz Floss,
Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). "Bei
der Produktion ist der Einsatz von giftigen Blei- und
Chromatverbindungen vermeidbar und stellt daher eine unnötige
gesundheitliche Gefährdung dar. Die gefundene Schadstoffbelastung
ist umso ärgerlicher, da die Farbe der Stifthüllen absolut nichts
damit zu tun hat, ob der Stift nun gut schreibt oder nicht. Dass es
auch anders geht, haben schließlich neun Hersteller im Test bewiesen,
deren Produkte weder Blei noch Chromat enthalten."

Einsame Spitze

"Konsument" hat Sets zu je acht bis zwölf Stiften in Fachmärkten,
in Supermärkten und im Drogeriemarkt erstanden und unter anderem auf
Schreibqualität, Ergiebigkeit der Tinten, Robustheit und Schadstoffe
untersucht. Sowohl bei der technischen als auch bei der chemischen
Prüfung fielen die Ergebnisse teils wenig überzeugend aus. Letztlich
konnte nur ein einziges "sehr gut" vergeben werden: Das getestete Set
von Stabilo (Pen 68) erwies sich als einsame Spitze. Vor allem die
Schreibqualität und die Schreiblänge konnten die Tester überzeugen,
zudem wies es keine Schadstoffe auf. Der Rest schneidet
"durchschnittlich" bis "nicht zufriedenstellend" ab.

Bei der Untersuchung der Filzstift-Sets auf Blei, Chrom und
Cadmium gibt es bei den Filzstift-Tinten ausnahmslos Entwarnung.
Anders die Ergebnisse der Untersuchung auf Schwermetalle im Stift: In
den Ummantelungen der getesteten Sets von Faber-Castell (45F),
Pelikan (Colorella Star) und Jolly (Superstars Duo) wurden Chromat
(Chrom VI) und Blei nachgewiesen, die Sets daher mit "nicht
zufriedenstellend" bewertet. Darüber hinaus fand sich bei den
Fasermalern von Herlitz Blei. Cadmium konnte hingegen nirgends
ausfindig gemacht werden.

Unnötige Schadstoffe

Blei- und Chromatverbindungen sind giftige Substanzen und werden
vor allem für Gelb-, Orange- und Rottöne eingesetzt. Technologisch
ist das nicht notwendig, können solche Farbtöne doch auch ohne diese
Stoffe erzeugt werden. In der Verpackung der Pagro
Zweispitz-Fasermaler wurde darüber hinaus umweltbelastendes PVC
nachgewiesen, was zur Abwertung des Produktes führte. "Das ließe sich
ohne Weiteres vermeiden, denn Kunststoffverpackungen können auch ohne
PVC erzeugt werden, wie es sämtliche andere Verpackungen im Test
vormachen", kritisiert "Konsument"-Projektleiter Konrad Brunnhofer.
In den Kunststoffteilen der Stifte wurde kein PVC nachgewiesen.

Gute Schreibqualität

An der Schreibqualität gibt es kaum etwas auszusetzen. Nahezu alle
Produkte liefern einen tadellosen Strich - durchlaufend, randscharf,
ohne Schmierer und Patzer. Auch nach einer Pause von 30 Minuten, in
der die Stifte unverschlossen blieben, schrieben alle "sehr gut" oder
"gut" weiter. Bei der Ergiebigkeit hielten die Stifte von Stabilo
eindeutig am längsten, die mit 5,99 Euro (10 Stifte) zugleich am
teuersten sind. Ihre Farbwiedergabe war auch nach 300 geschriebenen
Metern und weit darüber hinaus noch tadellos. Preisgünstiger ist der
Zweitgereihte im Test, HemusMark FunTastic Superglides um 69 Cent (10
Stifte, "durchschnittlich"). Hier sind die Tinten der Filzstifte
allerdings deutlich weniger ergiebig.

Am schlechtesten schneiden bei der Schreibqualität die Best Point
Moderate Dick- und Dünnmaler ab, für die es auch insgesamt ein "nicht
zufriedenstellend" gibt. Wenig überzeugend sind zudem die Duo
Doppelspitzefasermaler von Primo und die Fasermaler von Herlitz. Hier
waren die Farben teilweise schon von Beginn an sehr schwach oder
überhaupt ausgefallen, was darauf deutet, dass die Stifte bereits
lange vor dem Einkauf im Regal gelegen haben. "Die Angabe eines
Ablaufdatums auf der Verpackung wäre hilfreich, bei Fasermalern sind
sie aber eher die Ausnahme als die Regel", beanstandet Brunnhofer.

Mängel bei Robustheit und Auswaschbarkeit

Mit ein Grund, dass der Großteil der Stifte bei der technischen
Prüfung nur "wenig zufriedenstellend" abschneidet, ist die mangelnde
Robustheit. Häufig erwies sich die Hülle als zu wenig bruchsicher und
es entstanden Haarrisse, die die Mine rasch eintrocknen lassen. Den
Test auf Bruchsicherheit haben nur die Stifte von Stabilo und
Faber-Castell mit "sehr gut" bestanden. Beim Test der Faserspitze auf
ihre Stoßfestigkeit blieb dagegen kein einziger Stift unverformt.

Auch bei der Auswaschbarkeit aus Textilien und bei der
Abwaschbarkeit von beschichteten Textilien lief nicht alles
reibungslos. Am schlechtesten auswaschbar waren die Tinten von
Stabilo, Faber-Castell und Senator, obwohl zum Teil eigens als
"auswaschbar" deklariert. Aus weißem Baumwollgewebe, bei 60 Grad mit
einem Vollwaschmittel gewaschen, ließen sich die Tinten insgesamt
wesentlich besser entfernen als aus Baumwoll-Polyamid-Mischgewebe,
das bei 30 Grad mit einem Colorwaschmittel gewaschen wurde.
Ausgerechnet die Tinten von BIC Kids Couleur, die laut Bezeichnung
"abwaschbar" sein sollen, hinterließen bei kunststoffbeschichteten
Tischtüchern hartnäckige Flecken. "Daher zur Sicherheit immer eine
Schreibunterlage verwenden", so Brunnhofer abschließend.

Alle Details zum Test sowie die Stellungnahmen jener Unternehmen,
die im Test mit "nicht zufriedenstellend" abgeschnitten haben, gibt
es im September-"Konsument" und auf www.konsument.at nachzulesen.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .

Rückfragehinweis:

Verein für Konsumenteninformation/
   Testmagazin "Konsument"
   Mag. Andrea Morawetz
   Öffentlichkeitsarbeit
   Tel.: 01/588 77 - 256 
   Email: [email protected]
   www.konsument.at

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