- 13.08.2009, 11:56:36
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Wien Energie Fernwärme investiert in Fernkälteausbau - BILD

Wien (OTS) - Auch in Wien steigt der Bedarf nach
Gebäudeklimatisierung weiter an. Wien Energie Fernwärme investiert in
den nächsten fünf Jahren 51 Mio. Euro in den Ausbau von
umweltfreundlichen Fernkälteanlagen und -netzen.
Im August geht die Fernkältezentrale in der Spittelau, nach elf
Monaten Bauzeit, ans Netz. Rund zehn Mio. EUR wurden investiert,
insgesamt waren zehn, vorrangig österreichische, Unternehmen und rund
50 MitarbeiterInnen an dem Projekt beteiligt. Die Zentrale versorgt
das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien (AKH Wien) sowie das
Immobilienprojekt Skyline am Döblinger Gürtel, das Institutsgebäude
der Hochschule für Bodenkultur (BOKU) und in Kürze auch das
Ö3-Gebäude in der Muthgasse mit Fernkälte. Mit einer Kapazität von 17
Megawatt, was umgerechnet einer Kühlleistung von rund 115.000
handelsüblichen Kühlschränken entspricht, ist sie derzeit der größte
Produzent von Fernkälte in Wien und bereits zu 80 Prozent
ausgelastet. Eine Erweiterung ist geplant.
Mag.a Renate Brauner, Vizebürgermeisterin und Stadträtin für
Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke erklärte im Rahmen
einer Pressekonferenz am Donnerstag: "Mit dem weiteren Ausbau von
Fernkälte investiert Wien in den Infrastrukturausbau und leistet
damit einen weiteren Beitrag zur Ankurbelung des Konjuktursmotors in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Außerdem trägt Wien Energie
Fernwärme damit auch aktiv zum Klimaschutz und zur drastischen
Senkungen des CO2-Ausstoßes bei."
Die umweltfreundliche Alternative
Das Besondere an der Fernkälteproduktion in der Spittelau: als
Antriebsenergie für die Kältemaschinen werden bereits vorhandenen
Energieressourcen genutzt, wodurch gleichzeitig auch der Ausstoß
schädlicher Treibhausgase und Luftschadstoffe reduziert wird. Sowohl
der für die Kälteproduktion benötigte Strom als auch die Wärme
stammen direkt aus der benachbarten thermischen
Abfallbehandlungsanlage Spittelau und werden bei der thermischen
Behandlung des Mülls gewonnen.
"Fernkälte braucht, wenn sie aus der Abfallbehandlung kommt, nur
ein Zehntel der Primärenergie herkömmlicher Kälteerzeuger und sichert
dadurch ebenso hohe CO2-Einsparungen", erläutert Dipl.-Ing. Gerhard
Fida, technischer Geschäftsführer von Wien Energie Fernwärme.
Und so funktioniert Fernkälte: Fernwärme wird als Primärenergie
der so genannten Kältezentrale zugeführt. Die Kältezentrale besteht
aus Absorptions- und/oder Kompressionskältemaschinen. In diesen
Zentralen wird jene Kälte erzeugt, die zur Kühlung der Gebäude nötig
ist. Dieses auf rund sieben Grad abgekühlte Klimakaltwasser wird in
gedämmten Rohrleitungen zu den Abnehmern transportiert und in deren
Klimasystem eingespeist. Das von dort - nach erfolgter Kühlung - mit
einer Temperatur von ca. zwölf bis sechzehn Grad zurücklaufende
Wasser wird wiederum auf sieben Grad abgekühlt. Dieser Vorgang
erfolgt in einem geschlossenen Kreislauf.
Zukunftspläne
Die Pläne für die Zukunft sind bereits sehr konkret: Ab 2010 wird
auch das Sozialmedinische Zentrum in Wien-Donaustadt (SMZ Ost) mit
Fernkälte beliefert werden, die Verhandlungen mit den ÖBB
hinsichtlich einer Versorgung des geplanten Hauptbahnhofs laufen auf
Hochtouren. Als zukünftige Fernkältekunden außerdem im Visier sind
die Gebiete rund um TownTown im dritten Wiener Gemeindebezirk, die
neuen Büroobjekte auf der sogenannten Donauplatte über der
Donauuferautobahn, die Bürohäuser am Wienerberg, weitere
Krankenhäuser und das Gebiet entlang des Handelskais. In den nächsten
fünf Jahren sind Investionen in der Höhe von 51 Mio. EUR geplant. Bis
2020 will Wien Energie Fernwärme 200 Megawatt Fernkälte installieren.
"Fernkälte steht heute dort, wo Fernwärme Anfang der 70er-Jahre
war. Angesichts der ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile hat
Fernkälte eine exzellente Zukunft vor sich und wird in den nächsten
zwei Jahrzehnten stark ausgebaut werden", prognostiziert Mag. Robert
Grüneis, Geschäftsführer von Wien Energie.
Das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien (AKH Wien) als größter
Kunde
Der Betrieb des AKH Wien wäre ohne Klimatisierung nicht möglich.
Für die Frequenz von 1.260.579 ambulanten PatientInnen, 102.030
PatientInnen im Stationären Bereich sowie 48.141 Operationen jährlich
und 8.909 MitarbeiterInnen stehen im AKH Wien eine zentrale
Klimatisierung und zahlreiche medizintechnische Anlagen, die aber
auch Wärme erzeugen, zur Verfügung.
"Durch die stetige Weiterentwicklung des AKH, aber auch zur
Vorhaltung von Reserven für zukünftige Entwicklungen in der
medizinischen Versorgung bestand die Notwendigkeit, die verfügbare
Kälteleistung, die bisher mit eigenen Kältemaschinen sichergestellt
wurde, zu erhöhen. Die umweltfreundlichste und ökonomisch beste
Lösung ist dabei Fernkälte von Wien Energie Fernwärme", erklärt Ing.
Peter Csukovits, technischer Direktor des AKH Wien.
Steigender Kälteenergiebedarf
Während in den USA und Japan etwa 80 Prozent aller Büroflächen
klimatisiert werden, sind es in Europa weniger als 50 Prozent. Das
wird sich in den nächsten Jahren ändern, denn der Bedarf an
Kühlenergie steigt auch in Europa stark an. Nach
Experteneinschätzungen wird in zwanzig Jahren der Kühlenergiebedarf
in Europa in etwa genauso hoch sein wie der Heizenergiebedarf. Alle
Untersuchungen weisen darauf hin, dass bei dieser Entwicklung auch
Österreich, und hier im Speziellen Wien keine Ausnahme bilden wird.
In Zeiten limitierter fossiler Energiereserven, steigender
Energiepreise sowie zunehmender Umweltbelastungen sind daher
alternative Lösungen wichtiger denn je. Nur so können
Wettbewerbsfähigkeit und ein lebenswertes Umfeld sichergestellt
werden. Genau hier setzt Wien Energie Fernwärme an: mit
zukunftsorientierten Technologien und nachhaltigen Modellen, wie dem
der Fernkälte.
Wien Energie Fernwärme gehört mit einem Leitungsnetz von über
1.000 Kilometern zu den größten Fernwärmeunternehmen Europas. Als
Tochtergesellschaft von Wien Energie beschäftigt Wien Energie
Fernwärme 1.207 MitarbeiterInnen und erzielte im Geschäftsjahr
2007/2008 einen Umsatz von 416,8 Millionen Euro. Wien Energie
Fernwärme beliefert über 280.000 Wohnungskunden und mehr als 5.600
Großkunden in Wien mit Wärme für Heizung und Warmwasser.
Text zum Download unter www.vipress.at
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Rückfragehinweis:
Wien Energie Fernwärme Mag. Ruth Strobl Unternehmenskommunikation Tel.: +43 1 313 26-2034 Fax: +43 1 313 26-2440 E-Mail: [email protected] Wien Energie Mag. Christian Ammer Pressesprecher Tel.: +43 1 531 23-73904 Fax: +43 1 531 23-73908 E-Mail: [email protected]
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