• 16.06.2009, 13:34:03
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Familienministerkonferenz des Europarates beschäftigt sich mit der Geburtenrate: Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit - Bild

Staatssekretärin Marek: Gesellschaftliche Rahmenbedingungen haben starken Einfluss auf Kinderzahl

Die Delegationsleiter/innen der Staaten des Europarates bei der 29. Familienministerkonferenz im Austria Center Vienna. Vorne in der Mitte die Stellvertretende Generalsekretärin des Europarates, Maud de Boer-Buquicchio, rechts neben ihr Bundespräsident Heinz Fischer, dann Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner und Staatssekretärin Christine Marek

Wien (BMWFJ/OTS) - Der Diskrepanz zwischen der statistisch
erhobenen Wunsch-Kinderzahl und der Wirklichkeit widmet sich die 29.
Familienministerkonferenz des Europarates in Wien. Es geht dabei um
die Tatsache, dass sich die Europäerinnen und Europäer mehr Kinder
wünschen, als sie tatsächlich bekommen, und zwar in allen Ländern und
unabhängig von der Größe der Wunschzahl. Bei einer gemeinsamen
Pressekonferenz widmete sich die Stellvertretende Generalsekretärin
des Europarates, Maud de Boer-Buquicchio, der Rolle ihrer
Organisation: Der Europarat fördert humanitäre Rechte, und dazu
gehöre auch die Freiheit der Entscheidung über die Zahl der Kinder.
Es gebe aber Anlass zur Sorge, dass der Rückgang der Geburtenzahlen
auf Ursachen in fehlender Gleichbehandlung der Geschlechter, einem
kinderfeindlichen Klima und nicht zuletzt auf ökonomischen Problemen
beruhe. Die Konferenz habe es sich daher zur Aufgabe gemacht, all
diese Problemfelder zu analysieren und auch zu untersuchen, worin
sich die Länder mit höheren Geburtenraten von jenen mit niedrigeren
unterscheiden.

Christine Marek: Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die
zentrale Herausforderung

Für Christine Marek, Staatssekretärin im Bundesministerium für
Wirtschaft, Familie und Jugend, zählt die Vereinbarkeit von Familie
und Beruf zu den wichtigsten Herausforderungen der österreichischen
und sicherlich auch der europäischen Familien- und
Wirtschaftspolitik. "Die Politik soll aber auch dazu beitragen, das
für diese Vereinbarkeit nötige Verantwortungsbewusstsein in der
Wirtschaft zu stärken. Eine familienbewusste Personalpolitik muss
auch im Interesse der Unternehmen sein, denn die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource in den Betrieben", so
Marek. Angesichts der demographischen Entwicklung werde es zur
wichtigen Aufgabe für die Wirtschaft, den Frauen entsprechende
Arbeitsbedingungen zu bieten, die die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf ermöglichen. Dazu gehören nicht zuletzt auch die Entwicklung
von Karriereplänen für Frauen, die Besetzung von Fachbereichen und
Positionen, in denen Frauen bisher kaum vertreten waren und die
persönliche und fachliche Qualifizierung von Frauen für
Führungsaufgaben. Grundsätzlich müsse Familienfreundlichkeit in den
Betrieben aber zur Selbstverständlichkeit werden, zum Beispiel durch
familienfreundliche Unternehmensführung oder durch Flexibilität in
der Arbeitsorganisation.

Daneben, so Marek weiter, müsse der Staat die rechtlichen und
finanziellen Rahmenbedingungen bereitstellen. Da sei Österreich mit
Familienleistungen von mehr als 6 Milliarden Euro aus dem
Familienlastenausgleichsfonds - wie etwa der Familienbeihilfe, dem
Mehrkindzuschlag und dem Kinderbetreuungsgeld in mehreren
Bezugsvarianten - sowie dem Maßnahmen-Mix des Familien-Steuerpakets
in Höhe von 510 Millionen Euro sehr gut unterwegs.

"Junge Menschen in Österreich und in Europa brauchen unsere
tatkräftige Unterstützung bei der Realisierung ihres Kinderwunsches.
Denn die Zukunft der Familien ist auch die Zukunft der Unternehmen,
beide sind nämlich existentiell aufeinander angewiesen. Familie und
Beruf darf in Zukunft kein Widerspruch und der erfüllte Kinderwunsch
kein Karrierehindernis mehr sein. Wir müssen daher einerseits das
Arbeitskräftepotenzial der Frauen mobilisieren, und andererseits die
Väter ermutigen, ihre Rolle in der Kindererziehung intensiver
wahrzunehmen", betonte die Staatssekretärin abschließend.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
Staatssekretariat: DI (FH) Lukas Pohl, Tel.: (01) 711 00-5838
Referat Presse: Dr. Harald Hoyer, Tel.: (01) 711 00-5130
mailto: [email protected]
Internet: http://www.bmwfj.gv.at

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