- 05.03.2009, 09:07:24
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Diakonie möchte Frauen bei der Pflege von Angehörigen entlasten
Schrauf und Chalupka fordern mehr Männer in Pflegeberufen

Wien (OTS) - Anlässlich des internationalen Frauentages am 8. März
weist Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, darauf hin,
dass die häusliche Pflege von Angehörigen noch immer zu 80 Prozent
von Frauen geleistet werden muss, und zwar weitgehend unentgeltlich.
"Um die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Angehörigen-Pflege zu
ermöglichen, braucht es flächendeckend professionelle Pflegeangebote.
Außerdem fehlt es an differenzierten Dienstleistungen, wie Tages-
Nacht- oder Wochenendbetreuung."
Der Pflegesektor sei ein künftiger Jobmotor, sagt Mag.a Christa
Schrauf, Rektorin des Diakoniewerkes Gallneukirchen: "Im Pflegesektor
wartet viel Arbeit auf uns - sowohl für Frauen, als auch für Männer."
Es wäre in Österreich endlich an der Zeit, Frauen wie Männern
gleichermaßen die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu ermöglichen.
Dazu braucht es viele unterschiedliche und leistbare
Pflege-Dienstleistungen, damit pflegende Angehörige möglichst nach
ihren individuellen Bedürfnissen unterstützt werden können.
"Prinzipiell ist es zu begrüßen, wenn pflegebedürftige Menschen
von ihren Familien betreut werden können. Das darf aber nicht
ausschließlich zu Lasten von Frauen und ihren Zukunftschancen gehen.
Vielmehr sollte die häusliche Pflege zwischen Frauen und Männern
gerechter verteilt werden." argumentiert der Diakonie-Direktor.
Christa Schrauf: "Wir dürfen nicht vergessen, dass pflegende
Angehörige eines Tages auch selbst in der Lage sein müssen, ihre
eigene Pflege zu finanzieren. Das geht nur mit entsprechenden
Versicherungszeiten und Pensionsbeiträgen."
Große Nachfrage nach Pflegedienstleistungen
Investitionen in den Pflegebereich bedeuten auch, dringend
benötigte Jobs zu schaffen. Laut Diakonie könne schon jetzt die
Nachfrage nach Pflegedienstleistungen kaum gedeckt werden. Auf der
einen Seite könnten sich Betroffene selten professionelle Pflege
leisten, auf der anderen Seite hätten Pflegeberufe hierzulande ein
schlechtes Image. Ganz anders sei das in skandinavischen Ländern, wo
es attraktive Ausbildungen gibt. Pflegeberufe hätten etwa in Dänemark
einen hohen Stellenwert und würden mit Aufstiegschancen und
Selbstverantwortung verknüpft.
Anreize für Frauen wie Männer gleichermaßen im Pflegesektor zu
arbeiten, könnten bei Ausbildung, Gehalt und Karrierechancen gesetzt
werden. Und dass diese Branche Zukunft hat, zeigt die demografische
Entwicklung.
Mehr Frauen in Führungspositionen und mehr Männer in der konkreten
Betreuungsarbeit wünscht sich Christa Schrauf: "Im Diakoniewerk
Gallneukirchen arbeiten in den Einrichtungen der Alten- und
Behindertenhilfe über zwei Drittel Frauen, in manchen Bereichen sind
fast nur Frauen tätig. Es braucht in den Sozialberufen auf allen
Ebenen sowohl Frauen als auch Männer, die sich mit ihren
unterschiedlichen Zugängen und Talenten einbringen, weil die
Menschen, die betreut werden, Männer und Frauen sind, und weil das
Leben männlich und weiblich ist."
Viele Männer finden über den Zivildienst oder auch den
Diakonischen Einsatz den Einstieg in die soziale Arbeit. Männer, die
im Diakoniewerk in der Pflege und Betreuung tätig sind, empfinden die
Arbeit als sehr sinnstiftend, so Schrauf: "Viele schätzen die
Vielfalt und auch den Umstand, dass man bei der Arbeit mit Menschen
zumeist eine unmittelbare Reaktion auf das bekommt, was man tut."
Die Diakonie ist das Sozialwerk der evangelischen Kirchen in
Österreich. Ihre Mitgliedsorganisationen beschäftigen rund 6.000
MitarbeiterInnen. Das Diakoniewerk Gallneukirchen ist der größte
Träger diakonischer Arbeit in Österreich.
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Rückfragehinweis:
DI Petra Jens / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Diakonie Österreich Tel.: 409 80 01-15 Mobil: 0664 / 827 34 91 E-Mail: [email protected] Internet: www.diakonie.at
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