- 28.11.2008, 14:45:50
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Diakonie zum Streit um Adventkranz Linz09
Chalupka: Es gab eine Zeit, in der Adventkränze 23 Kerzen hatten - BILD

Wien (OTS) - Diakonie Direktor Pfarrer Michael Chalupka meldet
sich zum Streit um den fünfstrahligen Adventkranz von Linz09 zu Wort:
"Wie viele Kerzen ein Adventkranz haben muss, ist nicht
ausschlaggebend, aber die Letzte wird am 4. Advent entzündet. Heute
ist wenigen Menschen bekannt, dass der Adventkranz, wie wir ihn heute
kennen, auf den Begründer der Diakonie und Evangelischen Pfarrer
Johann Hinrich Wichern im "Rauhen Haus" in Hamburg 1839 zurückgeht.
Um die Zeit im Advent den Straßenkindern Hamburgs nahe zubringen,
hängte er ein altes Wagenrad in der Mitte des Raumes auf, auf dem 23
Kerzen montiert waren. Für jeden Tag des Advents wurde eine kleine
Kerze entzündet und für die Sonntage jeweils eine große.
Es wäre schön, wenn die Österreicherinnen und Österreich beim
Entzünden der Adventkerzen an die vielen Jugendlichen und Kinder
denken würden, die heute unter ähnlichen Bedingungen wie die
Straßenkinder Hamburgs des 19 Jahrhunderts leben müssen. Der Gag des
Intendanten von Linz09 Martin Heller muss Christinnen und Christen
nicht beunruhigen. Ein Gag bleibt ein Gag", so Chalupka abschließend.
Die Geschichte des Adventkranzes
Im Oktober 1833 hatte der evangelische Theologe Johann Wichern
(1808 -1881) gemeinsam mit seiner verwitweten Mutter und einer seiner
Schwestern vor den Toren der Hansestadt Hamburg ein kleines
Bauernhaus für verwahrloste und verwaiste Kinder aus den
Elendsvierteln der Stadt eingerichtet. Wichern verfolgte eine damals
völlig neue pädagogische Idee: Seine "Zöglinge" sollten nicht in
einer der damals üblichen Erziehungskasernen aufwachsen, sondern in
Familien von zehn bis zwölf Kindern (anfangs nur Buben) mit einem
Betreuer, der ihnen wie ein großer Bruder sein sollte. Jede Familie
sollte ihr eigenes Haus bewohnen. So entstanden in den Folgejahren
immer mehr Häuser auf dem Gelände um das "Rauhe Haus".
Um den Kindern die Zeit bis Weihnachten zu verkürzen, wurde ein altes
Wagenrad mit vier großen weißen und 19 roten Kerzen geschmückt und in
der Mitte der Stube aufgehängt. (Da es jedes Jahr unterschiedlich
viele Tage vom ersten Advent bis zum Heiligen Abend gibt, ist die
Anzahl der roten Kerzen unterschiedlich). 1881 wurde zum ersten Mal
der Versammlungsraum im "Rauhen Haus" im Advent mit Tannengrün
geschmückt. Erst 1860 wurde auch das Holzrad mit Reisig verkleidet.
Spendenkonto Diakonie für Kinder und Jugendliche in Not in Österreich
PSK 23.96.444.
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