• 29.04.2008, 10:43:04
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"Konsument"-Ratgeber "Gesund einkaufen": Durchblick im Kochtopf

Gesunde Ernährung beginnt mit dem richtigen Einkauf.

Cover "Konsument"-Ratgeber "Gesund einkaufen"

Wien (OTS) - Lebensmittel sollen gesund und nahrhaft sein,
schmecken, und der Preis muss natürlich auch passen. Doch bei dem
riesigen Angebot an Nahrungsmitteln den Durchblick zu behalten, ist
für Konsumenten gar nicht so einfach und wirft viele Fragen auf: Wie
ist es um die Qualität der Lebensmittel bestellt? Bedeutet teurer
auch qualitativ besser? Was bringt Functional Food tatsächlich? Und
was macht überhaupt eine gesunde Ernährung aus? Antworten auf diese
Fragen gibt der Verein für Konsumenteninformation (VKI) in seinem
neuen Ratgeber "Gesund einkaufen".

Viele glauben, ausgewogene Ernährung ist aufgrund gestiegener
Lebensmittelpreise und knapper Zeitressourcen heutzutage kaum
möglich. Dem widerspricht VKI-Geschäftsführer Franz Floss: "Gesund
Leben beginnt mit dem richtigen Einkaufen: Wer sich gesund ernähren
will, kauft besser ein bisschen weniger, dafür aber umso
hochwertigere Produkte ein. Das schont letztlich nicht nur das
Geldbörserl, sondern trägt auch zum gesundheitlichen Wohlbefinden
bei." Aber selbst wer Tiefkühlpizza & Co nicht abschwören möchte,
kann mit wenig Aufwand einiges dafür tun, die eigene Nährstoffbilanz
aufzuwerten. Auch darauf geht der "Konsument"-Ratgeber mit nützlichen
Tipps ein.

Einkauf nach Plan
Das folgende Szenario kennt jeder: Eigentlich wollte man nur rasch
Milch und Obst holen, aus dem Geschäft ist man dann aber doch wieder
mit einem prall gefüllten Einkaufskorb marschiert. Nicht selten
vergammeln teuer bezahlte Lebensmittel und wandern vom Einkaufskorb
in den Mistkübel. Alleine in Wien werden laut einer Studie des
Instituts für Abfallwirtschaft an der Universität für Bodenkultur pro
Jahr und Kopf 43 Kilogramm originalverpackte und häufig sogar noch
genießbare Lebensmittel weggeworfen. In Summe sind das bis zu 387
Euro pro Jahr. Einkauf nach Plan zahlt sich also aus. "Der gute alte
Einkaufszettel hilft dabei, dass nur das im Wagen landet, was
wirklich benötigt wird. Und auch ein halbwegs voller Magen schützt
vor Spontankäufen", weiß VKI-Ernährungswissenschafterin Nina
Siegenthaler.

Nah und frisch bringt’s
Nur das Beste und Frischeste soll auf den Tisch? Der Schlüssel
dazu liegt in saisonalen, regionalen Produkten. Denn diese können
reif geerntet werden, haben - auch im Sinne der Umwelt - kürzere
Transportwege und sind zudem preisgünstig. Doch auch hier gilt:
Kontrolle geht vor blindem Vertrauen. Obst und Gemüse sollten beim
Kauf auf jeden Fall prall, knackig und fleckenlos sein. Offen
angebotene Ware sollte Stück für Stück geprüft werden, bevor man sie
in den Einkaufswagen legt. Verfärbungen, welke Blätter oder
Druckstellen sind Zeichen von Überlagerung. Verpacktes Obst und
Gemüse sollte besonders streng kontrolliert werden. Ein feuchter
Karton ist beispielsweise ein Hinweis auf verdorbene Ware.
Gibt es keine einwandfreien Produkte, ist Tiefgekühltes auf jeden
Fall die bessere Wahl: Es wird erntefrisch verarbeitet, der
Vitamingehalt ist höher und sein Geschmack besser als von
überlagerter Ware.

Auch bei Fisch und Fleisch lässt sich mit geübtem Blick Qualität
leicht erkennen: So gibt etwa frisches Fleisch auf Fingerdruck nach.
Nach dem Loslassen darf keine Delle zurückbleiben. Bei Fleisch wie
auch bei Geflügel ist zudem Blut oder getrockneter Fleischsaft in der
Tasse ein Zeichen für zu lange Lagerung.

Teils ungenügende Kennzeichnung
Zu unverpackten Lebensmitteln müssen im Geschäft nur wenige
Angaben gemacht werden. Bei verpackten Produkten finden sich dagegen
auf der Packung bzw. dem Etikett zahlreiche Informationen. Sie zu
entziffern kann jedoch mühsam sein, denn die Angaben sind meist in
winzig kleinen Lettern gedruckt. "Das ist zwar nicht verboten, aber
alles andere als konsumentenfreundlich", kritisiert Siegenthaler.

Pflichtangaben auf der Verpackung sind etwa die Sachbezeichnung,
die Nettofüllmenge, das Mindesthaltbarkeitsdatum oder Name und
Anschrift des Ansprechpartners. Das kann der Hersteller, der Händler
oder der Verpacker sein - einer dieser drei muss als Verantwortlicher
im lebensmittelrechtlichen Sinn für das Produkt mit Name und
Anschrift auf der Verpackung angeführt sein. Hat der
Produktionsverantwortliche seinen Sitz in Österreich, heißt das aber
noch lange nicht, dass in der Packung heimische - genauer gesagt aus
heimischen Rohstoffen erzeugte - Ware steckt. Woher die Rohware
stammt, ist aus diesen Angaben nämlich nicht herauszulesen. Ebenso
wenig, ob das Produkt überhaupt in Österreich produziert wurde. Nur
wenn das Produkt außerhalb der EU produziert wurde, ist auch das
Ursprungsland anzugeben.
Wenig Verlass ist diesbezüglich auch auf das
Genusstauglichkeitszeichen, das auf den Packungen von Lebensmitteln
tierischer Herkunft angegeben sein muss: Anhand der Kennzeichnung
lassen sich EU-weit nämlich nur das Land und der Betrieb ermitteln,
in dem das Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt wurde.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Zeichen und Gütesiegel
für Lebensmittel: Während etliche nur bei Einhaltung strenger
Auflagen vergeben werden, dienen andere wiederum ausschließlich
Marketingzwecken. Bei der Suche nach Lebensmitteln österreichischer
Herkunft bieten die beiden AMA-Gütesiegel für Bio- bzw. konventionell
hergestellte Produkte eine gute Orientierungshilfe. Aber selbst hier
gilt: Wenn die Rohstoffe nicht aus heimischer Quelle erhältlich sind,
darf bis zu einem Drittel aus anderen Ländern bezogen werden.
Verlässliche Informationen zur regionalen Herkunft bietet die
EU-Kennzeichnung "geschützte Ursprungsbezeichnung" (gU). Nicht zu
verwechseln mit den beiden EU-Kennzeichnungen "geschützte
geographische Angabe" (ggA) und "garantiert traditionelle
Spezialität" (gtS): Beiden Zeichen sagen nichts über die Herkunft der
Rohstoffe aus.

Wenn es einmal schnell gehen soll
Tiefgekühlt, gekühlt, in Dosen, Gläsern oder Beuteln: Das Angebot
an Halbfertig- und Fertigprodukten für die schnelle Küche ist enorm.
Doch nicht immer heißt fertig auch gleich schnell: Oft dauert es auch
hier gut zehn bis fünfzehn Minuten, bis die Gerichte fertig sind. In
derselben Zeit sind aber auch schon manche Nudeln fertig gekocht,
eine einfache Sauce oder Suppe in Eigenregie zubereitet.

In puncto Nährstoffgehalt gibt es enorme Unterschiede zwischen
tiefgekühltem Gemüse oder Kräutern und Produkten, denen die Vitamine
im Produktionsprozess weitgehend abhanden gekommen sind. Siegenthaler
warnt: "Der Fett-, Zucker- und Salzgehalt von Fertigprodukten wird
mitunter stark unterschätzt." Dennoch kann der Nährwert von
Fertiggerichten schon mit relativ einfachen Mitteln aufgebessert
werden. Tiefkühl-Pizza kann man zusätzlich mit frischem Gemüse
belegen. Petersil-Erdäpfel, Reis oder Gemüse als Beilage zu
knusprigen Fischstäbchen serviert, kompensieren den Fettgehalt von
paniertem Fisch.
Darüber hinaus erleichtern Produkte wie tiefgekühlte Hülsenfrüchte
oder Tomaten aus der Dose nicht nur das Kochen, sondern liefern auch
in 15 bis 20 Minuten schon etwas aufwändigere Gerichte, die eine
tadellose Nährstoffbilanz vorweisen können.

Functional Food funktioniert nur bedingt
"Stärkt das Immunsystem", "hilft, die Verdauung natürlich zu
regulieren" oder "für alle, die geistig fit bleiben wollen" - geht es
nach den Packungsaufschriften, machen etliche Lebensmittel nicht nur
satt, sondern tragen darüber hinaus noch zu Gesundheit und
Wohlbefinden bei. Das Angebot an sogenannten funktionellen
Lebensmitteln wird stetig breiter. Mittlerweile gibt es nicht nur
angereicherte Milchprodukte oder Säfte, sondern auch Brot und
Schinken mit "Mehrwert". "Doch vor allem für die Geldbörse ist dieser
vermeintliche Mehrwert deutlich spürbar", sagt Siegenthaler. Bei
ausgewogener Ernährung braucht man im Normalfall weder angereicherte
Lebensmittel noch Nahrungsergänzungsmittel.

Bei vielen Zusätzen ist darüber hinaus der Nutzen noch nicht
wissenschaftlich abgesichert. Allerdings hat sich gezeigt, dass etwa
prebiotische Ballaststoffe Völlegefühl, Blähungen und Durchfall
verursachen können. Ab welcher Menge, ist individuell verschieden.

Frische und Qualität
Der Wocheneinkauf ist erledigt, am Küchentisch türmen sich die
mühsam nach Hause geschleppten Lebensmittel. Damit sie länger
appetitlich sind und die empfindlichen Nährstoffe erhalten bleiben,
sollte man auf Folgendes achten:

- Kühlkette einhalten. Empfindliche Lebensmittel in der Kühltasche
nach Hause transportieren. Unverzüglich in den Kühlschrank
einschlichten oder gleich verbrauchen.

- Strikt trennen. Rohkost streng getrennt von Speisen, die erhitzt
werden, zubereiten. Eier und rohes Geflügel im Kühlschrank getrennt
von anderen Lebensmitteln aufheben. Bei Zubereitung und Lagerung der
Lebensmittel gut auf Hygiene achten.

- Kontrollieren. Vorräte regelmäßig kontrollieren und das
Ablaufdatum im Auge behalten.

- Rasch einfrieren. Portionsweise abgepackte Lebensmittel frieren
schneller durch als große Stücke. Möglichst tiefe Temperaturen zum
Einfrieren halten Qualitätseinbußen hintan.

- Nährstoffschonend zubereiten. Bei Dämpfen und Dünsten bleiben
Vitamine und Mineralstoffe am besten erhalten.

- Ab in den Mistkübel. Offensichtlich verdorbene oder von
Schädlingen befallene Lebensmittel unverzüglich wegwerfen.

SERVICE: Der "Konsument"-Ratgeber "Gesund einkaufen" umfasst 148
Seiten und ist um 14,90 Euro im Buchhandel und beim VKI (zuzüglich
Versandkosten) erhältlich. Der Ratgeber kann auch online auf
www.konsument.at bestellt werden.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .

Rückfragehinweis:

Verein für Konsumenteninformation/
   Testmagazin "Konsument"
   Mag. Sabine Burghart
   Öffentlichkeitsarbeit
   Tel.: 01/588 77 - 256 
   Email: [email protected]
   www.konsument.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NKI

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