• 23.08.2007, 13:46:32
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Notariatskammer: Vorschlag für "GmbH sofort" - BILD

Dr. Klaus Woschnak, Präsident der Österreichischen Notariatskammer

Wien (OTS) - "Unternehmensgründer wollen ihre Geschäftsideen
sofort umsetzen. Entscheiden sie sich für eine GmbH, soll diese
sofort nach Errichtung des Gesellschaftsvertrages legal tätig werden
können, ohne auf die Eintragung im Firmenbuch warten zu müssen",
erklärt Notariatskammerpräsident Woschnak. "Die Notare schließen sich
der Meinung von Wirtschaftskammerpräsident Leitl an, dass die GmbH
reformiert gehört. Der Vorschlag der Notare ist die "GmbH sofort".
Dieses Modell wurde bereits dem Justizministerium und dem
Wirtschaftsministerium vorgelegt", so Woschnak weiter.

Die Kernpunkte des Vorschlages für eine "GmbH sofort": Sofortige
legale Aufnahme der Geschäftstätigkeit nach Errichtung des
Gesellschaftsvertrags, sofortige Verständigung von Finanz,
Gewerbebehörde, Sozialversicherung und Wirtschaftskammer durch den
Notar, sofortige Eintragung der Gesellschaft durch den Notar im
Firmenbuch, nachprüfende Kontrolle durch das Firmenbuchgericht.

Woschnak weist darauf hin, dass der Vorschlag für eine 'GmbH
sofort' der 'GmbH light' der Wirtschaftskammer in einigen Punkten
überlegen sei. "Das Eintragungsverfahren bei Gericht und die
förmlichen Anmeldungen bei Finanz, Sozialversicherung, Gewerbebehörde
und Wirtschaftskammer werden vom sofortigen Tätigkeitsbeginn der
Gesellschaft entkoppelt ."Das verkürze das Gründungsverfahren,
Unternehmer könnten sofort den Geschäftsbetrieb aufnehmen, alle
zuständigen Stellen erhielten durch den Notar sofort Kenntnis von der
neuen Gesellschaft. "Dieses Modell kann gleichzeitig zur Bekämpfung
des Umsatzsteuer- und des Sozialversicherungsbetrugs beitragen",
meint Woschnak. "Das Modell der Notare dient der Aufrechterhaltung
der hohen Standards im österreichischen Gesellschaftsrecht und
fördert die Gerichtsentlastung. Korrekturen bei Stammkapital und
Publikationspflichten sind dadurch nicht ausgeschlossen."

Nach Ansicht der Notariatskammer könne mit dem vorgestellten
Modell eine konkurrenzfähige Alternative zur englischen Limited oder
zum deutschen Modell einer 'GmbH light' geschaffen werden. Die Reform
in Österreich müsse best practice in Europa werden. Das Modell
erfülle auch die Forderungen der Wirtschaft, die von
Wirtschaftskammerpräsidenten Leitl jüngst in Alpbach vorgestellt
worden seien.

"Die Notare unterstützen seit langem Existenzgründungen und treten
wie die Wirtschaftskammer für moderne und schlanke Rechtsformen für
den Mittelstand ein", erklärt Woschnak. "Die Rechtssicherheit und die
Qualität des österreichischen Unternehmensrechts dürfen dabei aber
nicht unter die Räder kommen."

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