FPÖ kritisiert neue EU-Öko-Verordnung
Hofer: "Schaffung von Nahrungsmittelmonopolen durch Ausschaltung der Konkurrenz mit demokratischen Werten nicht kompatibel"
Wien (OTS) - FPÖ-Umweltsprecher NAbg. Norbert Hofer kritisiert die neue EU-Öko-Verordnung, die in dieser Woche von den EU-Agrarministern beschlossen werden soll. "Mit der dann verfügten Nicht-Kennzeichnung gentechnisch verunreinigter Bio-Produkte käme ab 2009 eine Gefährdung der gesamten Bio-Landwirtschaft auf uns zu."
Hofer verweist auf die geplante Erhöhung des künftig erlaubten und nicht kennzeichnungspflichtigen Gentechnik-Verschmutzungsgrades biologischer Lebensmittel. "Der Grenzwert von 0,9 Prozent ist ein Kniefall Brüssels vor den Gen-Konzernen, die mit Unterstützung der US-Regierung auf den europäischen Markt drängen. Die durch nichts zu rechtfertigende Erhöhung des Grenzwertes ist außerdem ein dreister Anschlag auf die biologische Landwirtschaft und die Wahlfreiheit der Konsumenten."
"Bio" sei, mehr als eine Marke, Ausdruck eines bodenverhafteten, naturverwurzelten Lebensstils, so Hofer. Eines Lebensgefühls, das mit Heimatverbundenheit und Versorgungssicherheit und kein bisschen mit alternativer Szene und Fortschrittsverweigerung zu tun habe.
"Die Gen-Fanatiker in der EU haben erstens erkannt, dass die Grüne Gentechnik in Europa nicht wettbewerbsfähig ist. Zweitens musste man einsehen, dass es aufgrund unvermeidlicher Kontaminationen eine Koexistenz von biologischer und genmanipulativer Landwirtschaft nicht geben kann", erläutert Hofer. "So erhöht man einfach den Grenzwert, um ihn dann, wenn auch er nicht mehr zu halten ist, weiter und immer weiter zu erhöhen. Am Ende ist der Ökolandbau kaputt, weil kein Verbraucher Waren braucht, auf denen "Bio" steht, in denen aber Gentechnik drinnen ist. Und die Gen-Industrie übernimmt die angestrebte Marktbeherrschung."
Das unausgesprochene Eingeständnis der EU-Verantwortlichen, welches die vielbeschworene agrarische Koexistenz zu Grabe trage, stelle gleichzeitig eine gezielte Verunmöglichung der Entscheidungsfreiheit der Konsumenten dar, ärgert sich der FPÖ-Umweltsprecher. Die Verwässerung der biologischen Reinheit führe zu Verunsicherung, zur schleichenden Gewöhnung und irgendwann zur Kapitulation kritischer Verbraucher vor einem allmächtig gewordenen Nahrungsmittel-Monopol.
"In der vorliegenden Form ist die EU-Öko-Verordnung eine entlarvende Selbstdemaskierung der Brüsseler Eurokratie, die der Industrie stets zu Willen ist, Interessen und Rechte der Bevölkerung aber ignoriert", meint Norbert Hofer und schließt: "Den Menschen die Freiheit zu nehmen, jederzeit über Art und Herkunft ihrer Lebensmittel entscheiden zu können, ist ein diktatorischer Eingriff in die Bürgerrechte. Mit Lobbyismus im Dienste der ausschließlich macht- und profitorientierten Gen-Konzerne werden demokratisch nicht legitimierte EU-Gremien das verlorene Vertrauen der Europäer nicht zurückgewinnen."
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