OTS0072 5 CI 0598 WVH0001 II Di, 23.Feb 2021
Menschenrechte / Asyl / Soziales / NGOs / Politik

„Abschiebungen nach Afghanistan sind ein Verstoß gegen die Menschenrechte. Sie müssen sofort gestoppt werden.“

Wien (OTS) - ... sagt aus aktuellem Anlass Menschenrechtsaktivist Jean Ziegler. Denn heute, am 23.2.2021, schafft der österreichische Staat wieder unschuldige Menschen außer Landes, diesmal ins gefährlichste Land der Welt, nach Afghanistan. Davor wurden sie bei Nacht und Nebel aus ihren Betten geholt, in Schubhaft gesteckt und werden nun gegen ihren Willen in ein Flugzeug verladen.

Der Schweizer Jean Ziegler, Mitglied im Menschenrechtsbeirat der UNO, unterstützt die Forderung vieler österreichischer NGOs und Vereinigungen unter anderem Doro Blanckes Kampagne „#Stopdeportationstoafghanistan“– Er spricht sich gegen die brutalen Deportationen von Menschen nach Afghanistan aus.

Die Initiative „Stop Deportations to Afghanistan“ wird von vielen Persönlichkeiten und NGO´s getragen, unter anderem Susanne Scholl, Heini Staudinger oder Manuel Rubey. https://doroblancke.at/stop-deportations-to-afghanistan/

Viele Menschen und Vereinigungen haben sich mittlerweile dieser Kampagne gegen die Menschenrechts-widrigen Deportationen nach Afghanistan angeschlossen. Denn beinahe täglich senden die Nachrichtenagenturen Berichte von brutalen Anschlägen im ganzen Land, es ist offensichtlich, dass sich die Sicherheitslage zusehends verschlechtert. Erst vorgestern, am 21.02.2021 ist bei einem Attentat eine Mutter von zwei Kindern schwer verletzt worden.

„Mutter steh auf“ rufen die Kinder, Es sind Bilder, die erschüttern: Die beiden stehen blutverschmiert und weinend neben ihrer regungslos am Boden liegenden Mutter. Das Video, welches die Szene nach einem Anschlag in Kabul festhält, sorgt weltweit für Entsetzen. (https://www.ots.at/redirect/n-tv)

Trotz Corona-Pandemie, Winter und unzähligen Protesten fand auch kurz vor Weihnachten, am 16.12.2020, eine Abschiebung nach Afghanistan statt. Die Betroffenen werden buchstäblich mittellos in diesem brutalen Land sich selbst überlassen.

Das BMI (Bundesministerium für Inneres) hält sich bedeckt, wie so oft, wenn es weiß, dass die Vorgehensweise sich nicht mit der europäischen Menschenrechtskonvention, die in Österreich in Verfassungsrang steht, deckt. Denn die gängige Praxis wird von Expert*innen, die die Situation vor Ort kennen, entschieden abgelehnt. So hat beispielsweise die Studie von Frederike Stahlmann (2019) zum Verbleib und zu den Erfahrungen abgeschobener Afghanen ergeben, dass der Status als Abgeschobener aus Europa neben den allgemeinen Sicherheitsrisiken ursächlich für eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit von Gewalterfahrungen (rund 90% der Befragten) ist. Dadurch wird in der Konsequenz auch die Existenzgründung unmöglich gemacht. Dass sich an dieser Lage absehbar etwas zum Besseren wenden würde, ist nicht zu erwarten.

Doro Blancke dazu: „Viele bestens integrierte junge Menschen sollen aus Österreich in das Hochrisikogebiet Afghanistan abgeschoben werden. Zu Ihrem und unserem Schaden! Das muss in Zukunft unbedingt verhindert werden!“ Denn die Deportierten können in dem gefährlichsten Land der Welt auch laut der renommierten NGO „Afghanistan Independent Human Rights Commission“ (AIHRC) und laut einer vom Jänner 2021 des Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VIDC) veröffentlichten Studie weder Fuß fassen noch ein Leben in Würde führen. Meist werden sie Opfer von Raubüberfällen, Kidnapping oder ihre Familien werden mit dem Leben bedroht, falls sie diese „Verräter“ wieder bei sich aufnehmen.

„Die Ergebnisse der Interviews verdeutlichen, dass die Abschiebungen nach Afghanistan wegen zunehmender Gewalt, wirtschaftlicher Not, dem Verlust von sozialen Netzwerken und wegen Stigmatisierung ausgesetzt werden sollten.“ ist der Studie des VIDC zu entnehmen.

Eva Hottenroth von „Willkommen. Verein zum Finden einer neuen Heimat“ bricht eine Lanze für die jungen Afghanen: „Ich habe bisher ausschließlich wunderbare junge Burschen kennengelernt. Sie sind höflich, fleißig, respektieren die Bedürfnisse und Wünsche anderer und möchten nur eines: in einem friedlichen Land leben, so viel wie möglich arbeiten und das verdiente Geld unter anderem nach Hause schicken. Dieses Geld kann helfen, das zerrüttete Land wiederaufzubauen. Es ist ein Akt der Solidarität und der Hilfe für eines der ärmsten Länder der Welt.“

Rückfragen & Kontakt:

Willkommen. Verein zum Finden einer neuen Heimat
Mag. Dr. Eva Hottenroth
Tel.: +4369919453841
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