OTS0123 5 KI 0803 UMK0001 XI Mo, 07.Dez 2020
Personalia / Universität / Kino / Kultur / Fernsehen

Neue Berufungen an der Filmakademie Wien

Wien (OTS) - Mit 01. Dezember 2020 nahmen Jessica Hausner und Gabriella Reisinger ihre Arbeit an der renommierten Ausbildungsstätte auf.

Jessica Hausner wurde als Professorin für Regie an die Filmakademie Wien (Institut für Film und Fernsehen der mdw) berufen, Gabriella Reisinger als Professorin für Bildtechnik und Kamera.

„Mit Jessica Hausner und Gabriella Reisinger konnten wir zwei neue Professuren an der Filmakademie hervorragend besetzen und es ist uns damit gelungen, die Weiterführung der künstlerischen Exzellenz an der Filmakademie zu garantieren. Jessica Hausner und Gabriella Reisinger haben sich mit großen Erfolgen und herausragender Leistung bewährt – sowohl im österreichischen und internationalen Film, als auch in der Weiterentwicklung der Bildsprache. Nicht zuletzt war es höchste Zeit, auch in diesen Bereichen die Frauenquote zu erhöhen“, so Rektorin Ulrike Sych.
Danny Krausz, Institutsleiter der Filmakademie Wien, begrüßt die neuen Professorinnen mit „grenzenloser Freude“: „Die Verbindung von traditionellem Filmhandwerk mit innovativen neuen Erzählformen ist unsere tägliche Herausforderung in der Lehre. Jessica Hausner ist eine bemerkenswerte Filmemacherin, deren internationale Aufmerksamkeit und Reputation mehr als beachtlich ist. Die erzählerische Konsequenz zeichnet ihr Filmschaffen besonders aus und überträgt sich stets die Neugierde an ihren Arbeiten auf das Publikum. Gabriella Reisinger krönt ihre dauerhaften und innovativen Leistungen an der Filmakademie mit dieser Kameraprofessur. Sie sorgt damit für eine kontinuierliche Dynamik an der Filmakademie und das ist sehr gut so.“

Sowohl Jessica Hausner als auch Gabriella Reisinger freuen sich auf Ihre neuen Tätigkeiten. „Ich freue mich sehr darauf, als Regieprofessorin an der mdw zu wirken. Die Erfahrungen, die ich als Film-Autorin gesammelt habe, möchte ich gerne mit den Studierenden teilen und ihnen bei ihrer eigenen Entwicklung behilflich sein. Die Perspektive der jungen Generation von FilmemacherInnen interessiert mich persönlich sehr und ich hoffe auf einen inspirierenden Austausch“, beschreibt Jessica Hausner.

Gabriella Reisinger, die schon seit einigen Jahren an der mdw lehrt: „Ich freue mich sehr, meine Lehrtätigkeit an der mdw als Kamera-Professorin vertiefen zu können. Mein Augenmerk lege ich auf die Sensibilisierung der visuellen Wahrnehmung sowie den spielerischen Umgang mit Licht und Kadrage, um die künstlerische Entwicklung der Studierenden zu fördern. Im Fokus stehen Bilder mit Erzählkraft und Magie – auch in der Vermittlung zukunftsweisender Kameratechnik in Verbindung mit visuellen Effekten.“

Über Jessica Hausner
Jessica Hausner, 1972 in Wien geboren, realisierte während ihres Regiestudiums an der Wiener Filmakademie ihre ersten beiden preisgekrönten Kurzfilme, FLORA (1996, Int. Filmfestspielen Locarno /„Leopard von morgen“) und INTER-VIEW (1999, Auszeichnung Cinéfondation in Cannes).

Ihr Langfilmdebüt LOVELY RITA (2001) wurde in der renommierten Reihe „Un Certain Regard“ beim Int. Filmfestival in Cannes gezeigt, wo auch HOTEL (2004) seine Weltpremiere feierte. LOURDES (2009) wurde im Wettbewerb der Int. Filmfestspiele von Venedig uraufgeführt und mit dem FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik ausgezeichnet. Der Film erhielt in Folge zahlreiche Preise, u.a. gewann Sylvie Testud den Europäischen Filmpreis in der Kategorie Beste Europäische Schauspielerin. Auch AMOUR FOU (2014) feierte erneut seine Weltpremiere beim Int. Filmfestival in Cannes („Un Certain Regard“).

Den bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere erreichte Jessica Hausner mit ihrem englischsprachigen Debut LITTLE JOE (2019), der im „Internationalen Wettbewerb“ beim Int. Filmfestival in Cannes Weltpremiere feierte und für den Emily Beecham dort mit dem „Prix d'interprétation féminine“ als beste Darstellerin ausgezeichnet wurde. Der Film wurde außerdem auf zahlreiche Festivals eingeladen und in 30 Ländern weltweit in den Kinos gezeigt. In den USA wurde der Film von dem berühmten Arthouse Verleiher Magnolia verliehen. Dort fand außerdem eine Retrospektive Hausners bisheriger Werke im Lincoln Center for the Performing Arts, dem bedeutendsten Kulturzentrum von New York, statt.

Über Gabriella Reisinger

Gabriella Reisinger ist in den 1960er Jahren im Lichtspielhaus Zell am See aufgewachsen. In Wien studierte sie Bildtechnik/Kamera bei Elio Carniel und Produktion bei Peter Mayer an der mdw und schloss dieses Doppelstudium 1991 mit Diplom ab. Parallel zum Studium und späterer Lehrtätigkeit arbeitet Gabriella Reisinger seit 1983 als Produktionsleiterin, Kamera-Assistentin und Kamerafrau für Kino-, Fernseh- und Image-Filme, etwa TAXIDERMIA und SWABICE. Im Zuge ihrer Tätigkeit beim Kamera-Hersteller ARRI Austria arbeitete sie mit analogen Großbildformaten bei internationalen SHOWSCAN- und IMAX-Filmproduktionen.

Ab 1995 übernimmt sie die Lehrtätigkeit als Universitäts-Assistentin bei Walter Kindler und ab 2008 bei Wolfgang Thaler an der mdw. Seit 2014 beschäftigt sie sich als assoziierte Professorin mit dem Schwerpunkt „Die Visual Effects Kameraarbeit“ mit der fächerübergreifenden Zusammenarbeit der beiden Fachbereiche Bildtechnik/Kamera und Digital Art-Compositing. Als Mitglied des Vorstands im AAC und Mitglied des IMAGO Education Committee befasst sich Gabriella Reisinger mit richtungsweisenden Inhalten und Methoden in der Ausbildung von Kameraleuten. Ihr Programm „Educating the Eye“ (gemeinsam mit Kurt Brazda) beinhaltet Vorträge und den Austausch mit Kameraleuten und Kamera-Lehrenden von Filmschulen weltweit. Im Rahmen von internationalen Konferenzen „Teaching Cinematography“ arbeitet sie mit ExpertInnen aus Forschung und Wirtschaft zusammen. Gabriella Reisinger lebt und arbeitet in Wien.

Rückfragen & Kontakt:

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T: +43 1 71155/2910
E-Mail: jaeger-ka@mdw.ac.at

Doris Piller
mdw Presse/Büro der Rektorin
Tel.: +43 1 71155/7430
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