OTS0037 5 II 0597 GLL0001 CI Mo, 07.Sep 2020
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Pfand drauf! GLOBAL 2000 begrüßt Pläne für Mehrwegquoten, Einwegpfandsystem und Herstellerabgaben

Nur mit entschlossenem Handeln können wir die Plastikflut stoppen und die Vermüllung der Natur verhindern

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßt den heute präsentierten 3-Punkte Plan gegen die Plastikflut als ersten Schritt in die richtige Richtung.

„Seit Jahrzehnten steigt die Plastikproduktion stetig an und es wurde tatenlos zugesehen. Maßnahmen dagegen sind also längst überfällig. Es müssen jetzt die Weichen für eine klima- und ressourcenschonende Zukunft gestellt werden.“ betont Lena Steger, Ressourcensprecherin von GLOBAL 2000.

In Österreich fallen jährlich 900.000 Tonnen Plastikabfall an. Laut Schätzungen des Umweltbundesamtes werden es nächstes Jahr bereits eine Million Tonnen sein. Ein Drittel davon sind Einweg-Plastikverpackungen. Diese werden klimaschädlich produziert und landen anschließend all zu oft in der Natur und werden damit auch zur Gefahr für unser Ökosystem, für Mensch und Tier.

Indes ist der Anteil an Mehrweggebinden in den letzten Jahrzehnten leider massiv gesunken, obwohl gerade bei Getränkeverpackungen Mehrweg ein gut erprobtes und funktionierendes System ist, um Müll zu vermeiden. Deshalb fordert GLOBAL 2000 neben dem Einwegpfand eine verpflichtende stufenweise Erhöhung der Mehrweg-Quote auf 50 % bis 2025, auf 70 % bis 2030 und auf 90 % bis 2035. Mit dem zusätzlichen Einwegpfand wird der Verbraucher an die Rückgabe der leeren Getränkegebinde gewöhnt und es wird dafür gesorgt, dass Getränkemüll nicht in der Natur landet, sondern qualitativ hochwertig recycelt werden kann. Breite Unterstützung gibt es auch von Seiten der österreichischen Bevölkerung. Eine von GLOBAL 2000 mitbeauftragte Umfrage ergab, dass unter 1000 Befragten 86 Prozent möchten, dass mehr als bisher gegen die Plastikverschmutzung unternommen wird und 83% befürworten ein Pfandsystem.

„Der Plastikmüll wächst uns über den Kopf. Dennoch werden in Österreich lediglich 25% der Kunststoffabfälle recycelt. Daher ist es höchste Zeit, wirkungsvolle Maßnahmen wie Mehrwegquoten und ein Pfandsystem gegen die Plastikflut zu setzen“, sagt Steger. „Wir sind erfreut, dass Ministerin Gewessler erkennt, dass Einwegpfand ein hochwertiges Recycling unterstützt und in Kombination mit Mehrwegquoten zu einer tatsächlichen Reduktion von Plastikmüll führt."

Kein Steuergeld für Plastikmüll
Ab 1. Jänner 2021 wird eine Abgabe von 80 Cent pro Kilogramm nicht recycelter Kunststoffverpackung für alle EU-Mitgliedsstaaten geltend. Bundesminister Gernot Blümel ließ im Sommer mit seinem Vorschlag aufhören, dies aus dem Staatsbudget – also mit dem Geld der Steuerzahler – bezahlen zu wollen. Steger dazu: „Es wäre ein fatales Zeichen, wenn die SteuerzahlerInnen für nicht recyclingfähiges Plastik bezahlen sollen. Nur die Produzenten haben es in der Hand, recyclingfähiges Plastik zu produzieren. Würde die Plastiksteuer mit unserem Steuergeld beglichen, hätte dies keinerlei Lenkungsfunktion hin zu Ressourcenschonung. Mit dem Geld kann man sinnvolleres machen - zum Beispiel in langfristige, ressourcenschonende Mehrweglösungen investieren. Die nun geplante Herstellerabgabe ist eine wirkungsvolle Maßnahme, damit die Plastikproduktion tatsächlich reduziert und die Recyclingfähigkeit verbessert wird.

GLOBAL 2000 übt scharfe Kritik an Widerstand der WKÖ
Leider versucht die Wirtschaftskammer Österreich mit Ablenkungsmanövern ernsthafte Lösungen zu verhindern. Auf Anfrage von GLOBAL 2000 stellte sich auch heraus, dass der Wirtschaftskammer angeblich keine genauen Zahlen vorliegen, wie es um die verkaufte Stückzahl an Mehrwegflaschen steht – es wird lediglich das abgefüllte Volumen berichtet. Es ist nicht ersichtlich, wie viele Mehrwegflaschen im Handel oder in der Gastronomie verkauft werden." Die Vermutung liegt nahe, dass hier Zahlen absichtlich zurückgehalten werden.

Die Umsetzung von Mehrwegquoten und Einwegpfand ist ein unausweichlicher Schritt gegen die Plastikflut. Und dafür braucht es detaillierte Einweg- und Mehrweg-Daten, um die Wirksamkeit von gesetzten Maßnahmen beurteilen zu können. Hier kleinlich und kurzsichtig zu agieren, wird auf lange Sicht uns allen schaden.

Rückfragen & Kontakt:

Lena Steger, GLOBAL 2000 Ressourcen- und Plastiksprecherin
lena.steger@global2000.at 0699 14 2000 22

Michael Lachsteiner, GLOBAL 2000 Pressesprecher
michael.lachsteiner@global2000.at 0699 14 2000 20

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