OTS0040 5 II 0368 AKN0001 Do, 30.Jul 2020
Arbeiterkammer / Niederösterreich / Pensionen / Frauen

AK NÖ-Wieser: Pensionsungleichheit für Frauen muss beseitigt werden

Armutsgefährdung droht weiter zu wachsen

St. Pölten (OTS) - 42 Prozent weniger Pension bekommen Frauen im Österreichschnitt im Vergleich zu Männern, in Niederösterreich sogar 43 Prozent. Das ist das Ergebnis der Berechnungen zum heurigen Equal Pension Day am heutigen 30. Juli. Während Männer im Ruhestand in Niederösterreich 2.051 Euro zum Leben haben, müssen Frauen mit 1.173 Euro auskommen. Grund dafür sind niedrigere Einkommen in sogenannten „typischen“ Frauenberufen, die hohe Teilzeitquote und Zeiten von Kindererziehung oder Pflegearbeit. „Es braucht daher rasch Maßnahmen, um diese Ungleichheit zu beseitigen“, so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser.

Die aktuellen Zahlen des AMS machen deutlich: Die Corona-Arbeitslosigkeit hat ein weibliches Gesicht. Während z. B. die Baubranche, in der überwiegend Männer beschäftigt sind, bald nach dem Lockdown wieder Fahrt aufgenommen hat, war die Entspannung andernorts verhalten. In Gastronomie und Tourismus, in Kosmetik- und Friseurberufen sind überwiegend Frauen beschäftigt. Gerade diese Branchen wurden von der Krise besonders getroffen. So waren z. B. in der Gastronomie im April 3 von 5 zusätzlichen Arbeitslosen Frauen. Ähnlich auch im produzierenden Bereich: Ein Viertel der dort Beschäftigten sind Frauen. Im Gegensatz dazu: Von jenen, die zwischen März und Juni in diesem Segment ihren Job verloren, waren fast die Hälfte weiblich.

Jetzt gegensteuern
Corona hat auch einmal mehr aufgezeigt: Ein Großteil der unbezahlten Arbeit – Kinderbetreuung, Hausarbeit und Pflege, Home-Schooling – wird nach wie vor von Frauen geleistet. All das drückt, neben Arbeitslosigkeit bzw. langen Phasen der Kurzarbeit, das Einkommen und damit die spätere Pensionshöhe. Und verschärft damit die Armutsgefährdung im Ruhestand erst recht.

„Fakt ist: Jeder Monat mehr in Vollzeitbeschäftigung verbessert die finanzielle Situation im Alter. Es gilt zu verhindern, dass Frauen die Verliererinnen der Krise sind. Es ist das Gebot der Stunde, dass jetzt Maßnahmen getroffen werden, um Frauen wieder in Beschäftigung zu bringen, die ihnen wirtschaftliche Absicherung ermöglicht“, sagt Birgit Schön, die neue Leiterin der AK Niederösterreich-Frauenpolitik.

Mögliche Lösungsansätze gäbe es zuhauf: die Ausweitung der coronabedingten Sonderbetreuungszeit bis Ende 2020, ein an die Bedürfnisse angepasstes und leistbares Angebot an Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr mit Rechtsanspruch und endlich die Umsetzung von „gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“.

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