OTS0061 5 II 1123 MGT0001 CA Mi, 29.Jul 2020
Corona / Bundesregierung / Gesellschaft / Innenpolitik / Gesundheit

Corona: Was war, ist und noch kommen wird

Ein aktueller Blick auf den „Tanz“ mit dem Corona-Virus in der D-A-CH-Region

  • Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Österreicherinnen und Österreicher in ihrem Tanz mit dem Coronavirus eher auf der vorsichtigen Seite sind. Zwar ist mittlerweile in Supermarkt und Co. das Tragen einer Maske wieder verpflichtend. Doch auch während der Lockerungen wurde die Rücknahme der Maskenpflicht mit Vorsicht genossen und hat bei vielen Österreichern nicht zum völligen Verzicht auf den Mund-Nasen-Schutz geführt
    Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl
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  • Spannend ist, dass die Jugendlichen hier eine diametral andere Einschätzung abgeben. In der Gruppe der 14- bis 19-Jährige rechnen knapp 6 von 10 Befragten mit erneuten weitreichenden Schließungen, sollte es zu einer weiteren österreichweiten Welle kommen
    Lisa Patek, Marketingleiterin von Marketagent
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Baden (OTS/Marketagent) - Über vier Monate ist es mittlerweile her, dass viele Länder in Europa sowie auf der ganzen Welt Corona-bedingt in einen Ausnahmezustand versetzt wurden. Nach einer schrittweisen Rücknahme vieler Maßnahmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz haben wir mittlerweile in die vielbeschworene „neue Normalität“ gefunden. Doch kamen manche Lockerungen möglicherweise zu früh? Wie blickt die Bevölkerung auf die vergangenen Wochen und Monate zurück, wie bewertet sie die derzeitige Situation und welche Erwartungen hat sie an die Zukunft? Dazu standen insgesamt 3.065 Personen aus der D-A-CH-Region Rede und Antwort und gaben ihre Einschätzung in einer aktuellen Umfrage des digitalen Markt- und Meinungsforschungsinstitutes Marketagent ab. Das Fazit: Für die Bevölkerung steht Sicherheit an erster Stelle – auch wenn diese mit gewissen Einschränkungen einhergeht. Der Blick in die Zukunft erscheint trotz einer Prise Optimismus insgesamt eher verhalten.

„Hammer und Tanz“ – dieser einprägsamen Strategie haben sich aktuell viele Länder im Umgang mit dem Corona-Virus verschrieben. Nach dem „Hammer“ – dem Lockdown ab Mitte März – befindet sich auch Österreich aktuell in der Phase des „Tanzes“ mit dem Virus. Die weitgehende Rücknahme der Maskenpflicht, Grenzöffnungen und weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen gaben der Bevölkerung im Laufe der letzten Wochen nach und nach viele Freiheiten zurück. Gleichzeitig ist nun allerdings ein erneuter Anstieg der Corona-Zahlen zu verzeichnen, der vergangene Woche in einer teilweisen Rückkehr zur Maskenpflicht resultierte. Wie es den Österreicherinnen und Österreichern mit dem „Corona-Tanz“ geht, ob sie gerne noch etwas freier tanzen würden oder sich sogar ein bisschen den Hammer zurück wünschen, zeigen nun die aktuellen Umfrage-Ergebnisse von Marketagent.

Sicherheit geht vor

Was die Lockerung der gesetzten Maßnahmen betrifft, erweist sich die heimische Bevölkerung, gespalten. Mehr als jeder zweite Österreicher (56%) empfindet den Zeitpunkt als zu früh und hätte für ein längeres Beibehalten plädiert, 44% befürworten das Vorgehen. Hinsichtlich der Altersunterschiede fällt auf, dass vor allem die Generation ab 60 Jahren die Meinung vertritt, dass die Maßnahmen zu früh zurückgenommen wurden (61%). Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass unsere Nachbarn in Deutschland und der Schweiz der Rücknahme der Maßnahmen ähnlich ambivalent gegenüberstehen.

Besonders kritisch sieht man hierzulande die Grenzöffnung für Urlaubsreisen an – und das trotz der hohen wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus für Österreich. Dennoch sprechen sich mehr als zwei Drittel der Österreicher dagegen aus, nur jeder Dritte ist der Ansicht, dass diese Lockerung im Sinne des Sommertourismus eine gute Entscheidung war (33%). In Deutschland und der Schweiz bewertet man die Situation positiver. Immerhin mehr als 4 von 10 unserer Nachbarn befürworten die Grenzöffnungen.

Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Österreicherinnen und Österreicher in ihrem Tanz mit dem Coronavirus eher auf der vorsichtigen Seite sind. Zwar ist mittlerweile in Supermarkt und Co. das Tragen einer Maske wieder verpflichtend. Doch auch während der Lockerungen wurde die Rücknahme der Maskenpflicht mit Vorsicht genossen und hat bei vielen Österreichern nicht zum völligen Verzicht auf den Mund-Nasen-Schutz geführt, betont Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl. So haben beispielsweise nur knapp 3 von 10 Befragten (29%) Maske und Co. in dieser Zeit gar nicht mehr getragen. Die übrige Bevölkerung griff zumindest fallweise zum Mund-Nasen-Schutz, obwohl dieser nicht vorgeschrieben war. Mehr als jeder Zehnte trug ihn sogar fast immer (14%). Hier waren es vor allem die Frauen (17%; Männer: 10%) und die 60+Jährigen (22%), die besondere Vorsicht walten ließen. Der Ländervergleich zeigt, dass unsere deutschen Nachbarn tendenziell maskenaffin blieben und nur ein Viertel diese gar nicht mehr nutzte (25%), während man in der Schweiz deutlich nachlässiger im Tragen des Mund-Nasen-Schutzes ist (nie: 35%).

Trotz der Skepsis in Hinblick auf so manche Lockerung der Maßnahmen fällt die Bewertung der Regierungsarbeit im Kampf gegen das Coronavirus recht positiv aus: 55% der Österreicher sind mit der Arbeit der Regierung zufrieden. Knapp ein Drittel ist gespaltener Meinung und hält die Vorgehensweise für teils gelungen, teils jedoch verbesserungswürdig (31%). 15 Prozent der Bevölkerung können nur wenig Gutes an der Arbeit der Regierung finden. Die Schweizer Regierung scheint die Situation aus Sicht ihrer Bevölkerung besonders gut gemanagt zu haben: Sie erhält die beste Bewertung im Ländervergleich.

Finanzielle Folgen der Krise

Seit dem Ausbruch der Corona-Krise haben nicht nur viele Unternehmen, sondern auch Privatpersonen einen wirtschaftlichen Schaden erlitten. 6 von 10 der heimischen Befragten sind diesbezüglich glimpflich davongekommen (62%), die übrigen verzeichneten jedoch finanzielle Einbußen bedingt durch Corona (38%). Dabei ist in der Generation der 60- bis 69-Jährigen weniger als jeder Fünfte finanziell betroffen (17%), unter den Jugendlichen sind es immerhin 3 von 10 (30%). Am schwersten getroffen hat es die Gruppe der 20- bis 49-Jährigen: Jeweils mehr als 40 Prozent bekamen die Folgen der Einschränkungen am eigenen Konto zu spüren. Durchschnittlich klagen die Betroffenen über ein Minus von knapp einem Drittel (32%) ihrer Einnahmen bzw. ihres Haushaltsbudgets.

Der Ländervergleich zeigt, dass in Deutschland (30%) und in der Schweiz (31%) etwas weniger Menschen finanzielle Einbußen verzeichnen müssen. Die Höhe der Verluste liegt aber auch bei den deutschen und Schweizer Betroffenen bei rund 30%.

Unsere Zukunft mit Corona

Dass COVID-19 noch lange nicht überwunden ist, darin ist sich der Großteil der österreichischen Befragten einig: Gut 8 von 10 rechnen mit einer zweiten Corona-Welle im kommenden Herbst oder Winter (82%). Damit blickt man hierzulande etwas sorgenvoller in die nahe Zukunft als in den Nachbarländern. In Deutschland rechnen drei Viertel der Befragten mit einer zweiten Welle.

Einen erneuten Lockdown halten allerdings nur noch knapp 4 von 10 Österreichern für wahrscheinlich (38%). Spannend ist, dass die Jugendlichen hier eine diametral andere Einschätzung abgeben. In der Gruppe der 14- bis 19-Jährige rechnen knapp 6 von 10 Befragten mit erneuten weitreichenden Schließungen, sollte es zu einer weiteren österreichweiten Welle kommen, beschreibt Lisa Patek, Marketingleiterin von Marketagent. Auch die Nachbarn in Deutschland scheinen die Situation etwas pessimistischer zu bewerten und schätzen mit einer Mehrheit von 54% einen erneuten Lockdown als realistisches Szenario ein.

Obwohl ein Corona-Ausbruch in Oberösterreich kurz vor Beginn der Sommerferien zu erneuten umfassenden Schulschließungen im Raum Linz geführt hat, sehen die heimischen Befragten dem Schuljahr 2020/2021 tendenziell zuversichtlich entgegen. Mehr als die Hälfte erwartet ab Herbst einen normalen Schulbetrieb wie vor Corona-Zeiten (56%). Auch in Deutschland und der Schweiz teilt man diesen vorsichtigen Optimismus.

Um in eine Corona-freie Zukunft gehen zu können, ist jedoch die Entwicklung einer zuverlässigen Medikation sowie vor allem des ersehnten Impfstoffes entscheidend. Grundsätzlich erwarten die Befragten ein effektives Medikament etwas früher als eine wirksame Impfung, die bereits den Ausbruch der Krankheit verhindern würde. Mehr als der Hälfte der Österreicher erscheint es insgesamt realistisch, dass der Durchbruch bei der Medikation sowie beim Impfstoff im Laufe des Jahres 2021 gelingt (je 55%), knapp jeder Fünfte erwartet letzteren jedoch erst 2022 (19%).

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