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„kulturMontag“ zu „100 Jahre Salzburger Festspiele“ live aus Salzburg am 27. Juli in ORF 2

Außerdem: Kulturdoku-Premieren für „Philipp Hochmair – Eine Reise mit Jedermann“ und „Das erste Jahrhundert des Walter Arlen“

Wien (OTS) - Der „kulturMontag“ am 27. Juli 2020 um 22.30 Uhr in ORF 2 mit Martin Traxl live aus dem ORF-Landesstudio Salzburg berichtet u. a. von der Eröffnung der Landesausstellung „Großes Welttheater – 100 Jahre Salzburger Festspiele“ im Salzburg Museum sowie über die erschwerten Bedingungen des diesjährigen Festivals und trifft die neue „Buhlschaft“ Caroline Peters kurz vor ihrem „Amtsantritt“. Außerdem ist Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler zu Gast im Studio. Anschließend an das Magazin stehen zwei neue Kulturdokumentationen auf dem Programm: „Philipp Hochmair – Eine Reise mit Jedermann“ (23.10 Uhr) zeigt die ganz persönliche Annäherung des Schauspielers an das Traditionsstück, „Das erste Jahrhundert des Walter Arlen“ (23.35 Uhr) ist ein Porträt des 1938 aus Österreich vertriebenen US-amerikanischen Musikkritikers und Komponisten.

Spiegel der Weltgeschichte – 100 Jahre Salzburger Festspiele

Börsencrash, Hitler-Einmarsch, Flüchtlingskrise, Pandemie – die Salzburger Festspiele haben seit 1920 einiges erlebt. Und sich doch nie vom Kurs abbringen lassen. Nur zweimal in der hundertjährigen Geschichte musste das international renommierte Festival abgesagt werden. Einmal bedingt durch finanzielle Schwierigkeiten 1924, das andere Mal 1944 nach dem gescheiterten Stauffenberg-Attentat. Allerdings schaffte man es gleich nach Kriegsende, die Festspiele in stark verkleinerter Form wieder auf die Bühne zu bringen. Mit dem Neuaufbau und einem neuen politischen System konnten schon bald wieder Künstler/innen, die während der Hitler-Zeit verpönt waren, nach Salzburg zurückkehren. Eine goldene Ära der Festspiele sollte folgen: Jeden Sommer versammeln sich seither die besten Sänger/innen, Schauspieler/innen, Musiker/innen, Dirigentinnen und Dirigenten, um Oper und Schauspiel auf die Bühne zu bringen und – ganz nach dem Bestreben der Festivalbegründer Reinhardt, Hofmannstahl und Strauss – Kultur zu einer europäischen Angelegenheit zu machen. Dem „großen Welttheater“ setzen die Festspiele gemeinsam mit dem Salzburg Museum in der Landesausstellung ein Denkmal, in der Höhepunkte, Krisen und Veränderungen thematisiert werden. Dabei wird deutlich, wie der Mikrokosmos der Salzburger Festspiele den Makrokosmos Weltgeschichte widerspiegelt.

Eine Kämpferin für die Kunst – „Langzeit-Präsidentin“ Helga Rabl-Stadler

Seit einem Vierteljahrhundert ist Helga Rabl-Stadler Präsidentin der Salzburger Festspiele. Mit Charme und einer gehörigen Portion Elan kämpfte die Diplomatin für die Kunst wie eine Löwin und trotzte gemeinsam mit dem Leading-Team der Corona-Krise. Mit jeder Menge Sicherheitsvorkehrungen und Gesundheits-Checks finden die Festspiele statt. Seit 1995 reist Helga Rabl-Stadler als Botschafterin der Festspiele zu Programmpräsentationen und Vorträgen zwischen Peking und New York, lukriert Sponsorengelder, verhandelt, repräsentiert, kommentiert, lächelt und scherzt. Rabl-Stadler blieb stets ihrer Rolle als Vermittlerin und Stütze in der Umsetzung des künstlerischen Programms treu. Etwaige Meinungsverschiedenheiten mit sechs Intendanten während ihrer Ära ließ sie nie nach außen dringen. Auch in den schwierigen Monaten der Pandemie ist sie dem jetzigen Intendanten Markus Hinterhäuser eine unverzichtbare Stütze. Die Kulturmanagerin ist live zu Gast bei Martin Traxl.

Die Sehnsucht nach Applaus – Die Jahrhundert-Buhlschaft Caroline Peters

Sie ist die vielleicht unprätentiöseste Buhlschaft in der 100-jährigen Geschichte des „Jedermann“. Die 48-jährige Kölnerin Caroline Peters strahlt eine heitere Gelassenheit aus, als könne sie so schnell nichts aus der Balance bringen. Sie zählt zu den prominentesten Darstellerinnen des deutschsprachigen Gegenwartstheaters und wurde schon zweimal von der Fachzeitschrift „Theater heute“ als Schauspielerin des Jahres ausgezeichnet. Seit 2004 zählt sie zum fixen Ensemble des Wiener Burgtheaters. Aber auch im Film und Fernsehen ist die mit komödiantischem Talent gesegnete Künstlerin gleichermaßen präsent und beliebt. Seit 15 Jahren ist Peters bei den Salzburger Festspielen zu Gast. Nach dem Lockdown an sämtlichen Bühnen freut sich die „Jubiläums-Buhlschaft“ nun auf die „wichtigste“ Nebenrolle der Welt. Für sie liegt der Reiz des Jedermann-Abenteuers in der gesamten Geschichte. Mehr denn je steht in diesem Jahr plötzlich der Inhalt des Stücks, also das Spiel vom Sterben des reichen Mannes im Vordergrund. Eine Parallele zum Gründungsjahr der Festspiele, waren doch damals gerade erst der Erste Weltkrieg und die Spanische Grippe überstanden. Wenige Tage vor der Premiere trifft der „kulturMontag“ die Schauspielerin in Salzburg.

Mahnungen einer alten Dame – Anita Lasker-Wallfisch

„Reden über das Jahrhundert“ heißt ein Zyklus zum Jubiläum, zu dem Festspielintendant Markus Hinterhäuser Anita Lasker-Wallfisch eingeladen hat. Die heute 95-jährige Cellistin ist eine der letzten Überlebenden des Mädchenorchesters von Auschwitz. Die Musik und ihr Cello sicherten ihr das Überleben. Mit 18 Jahren nach Auschwitz deportiert, kam sie gerade im richtigen Augenblick an. Vor ihr gab es schon eine, die Cello gespielt hatte, aber gestorben war. Es gab also ein Instrument, aber niemanden, der es spielen konnte. Das Orchester unter der Leitung von Alma Rosé wurde zu ihrer Lebensversicherung. Die Mädchen spielten am Lager-Eingang: zeitgenössische und klassische Musik, Schlager, Märsche. Das Orchester trat auch auf, wenn die Transporte für die Gaskammern eintrafen oder die Insassen zur Arbeit in die Fabriken geschickt wurden. Ihre Rolle als Zeitzeugin nimmt Anita Lasker-Wallfisch sehr ernst. Auch oder gerade heute noch formuliert sie ihre Mahnungen direkt und eindringlich. Ein Porträt über eine beeindruckende alte Dame.

Doku-Premiere: „Philipp Hochmair – Eine Reise mit Jedermann“ (23.10 Uhr)

Der Film gibt Einblick, wie sich der Schauspieler Philipp Hochmair auf seine ganz persönliche Art und Weise dem Traditionsstück von Hugo von Hofmannsthal nähert, das er als rockige Einmannversion bereits vielfach gespielt hat. Gemeinsam mit seiner Band „Die Elektrohand Gottes“ verwandelte er den alten Text in ein vielstimmiges Sprechkonzert und entwickelt inzwischen immer wieder neue musikalische Varianten. In einer Art Reisebericht – konzipiert von Philipp Hochmair und Regisseurin Bernadette Schugg – zeigt die Dokumentation in Ausschnitten Highlights der vergangenen Jahre auf großen und kleinen Bühnen. Die Stationen wechseln, doch die Annäherung an das Werk bleibt ein „Work in Progress“. Die großen, zeitlosen Themen werden bei jeder Aufführung immer wieder neu aufgeladen und die Geschichte des „Jedermann“ lässt keinen unberührt.

Philipp Hochmair ist im ORF demnächst ein weiteres Mal zu sehen:
Gemeinsam mit dem ehemaligen „Jedermann“ Klaus Maria Brandauer ist er am Donnerstag, dem 30. Juli, um 23.20 Uhr in ORF 2 bei Barbara Stöckl zu Gast im ORF-Nighttalk „Stöckl.“ – zwei außergewöhnliche Schauspieler, die einst Lehrer und Schüler am Max Reinhardt Seminar waren.

Doku-Premiere: „Das erste Jahrhundert des Walter Arlen“ (23.35 Uhr)

Fast 100 Jahre ist Walter Arlen nun alt – und das ganze vergangene Jahrhundert wird in seinen Geschichten und in seiner Musik wieder lebendig. Vom „blauen Licht der letzten Straßenbahn“ in Wien zu den goldenen Sonnenuntergängen in Los Angeles. Der Film von Stephanus Domanig zeichnet facettenreich und voller Zuneigung ein Porträt des 1938 vertriebenen Musikkritikers und Komponisten, der erst spät die Aufführung seiner Werke erlebt. Er schreibt Exil-Musik, etwas, das keiner schreiben kann, den das Leben in Ruhe gelassen hat. Walter Arlen hat seine Wurzeln nie vergessen.

Weitere Details zum ORF-Programmschwerpunkt „100 Jahre Salzburger Festspiele“ sind in der Pressemappe unter presse.ORF.at abrufbar.

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