OTS0100 5 KI 0566 NRF0004 Do, 02.Jul 2020
Medien / Fernsehen / ORF / dokFilm

„dokFilm“-Premiere für „Dr. Jack – Mr. Nicholson“

Am 5. Juli um 22.10 in ORF 2

Wien (OTS) - Ob er in einem verlassenen Hotel die Axt schwingt und blanken Horror verbreitet, als Joker seine mimischen Trümpfe ausspielt oder noch im Alter den großen Charmeur gibt: Mit drei Academy Awards ausgezeichnet und einem unübertroffenen Rekord von zwölf Oscar-Nominierungen bedacht zählt Jack Nicholson zu den Hollywood-Giganten schlechthin. Sechs Jahrzehnte dauert seine Karriere schon an, doch trotz seiner Prominenz ist er ein Mysterium geblieben. Emmanuelle Nobécourt zeichnet in ihrer Dokumentation „Dr. Jack – Mr. Nicholson“ – zu sehen als „dokFilm“-Premiere am Sonntag, dem 5. Juli 2020, um 22.10 Uhr in ORF 2 – das Porträt eines Maßlosen, der in seiner Kunst stets über Grenzen geht, privat aber seiner Einsamkeit nicht entrinnen kann. Der Kultfilm „Easy Rider“ steht gleich anschließend um 23.10 Uhr auf dem Programm.

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Mit 17 Jahren setzt sich Jack Nicholson in sein auf Kredit gekauftes Auto, um das heimatliche Kaff in New Jersey hinter sich zu lassen. Sein Ziel: Hollywood. Er will Filmstar werden und landet als Laufbursche in den Animationsstudios Hanna-Barbera. Er lernt die Abläufe in der Traumfabrik kennen, bald ergattert er erste kleine Rollen in Film und Fernsehen. Doch niemand scheint wirklich auf Jack Nicholson gewartet zu haben – er ist einfach nicht perfekt genug für das Hollywood der 50er-Jahre. Vor allem: Er weiß selbst nicht, für welches Rollenfach er am besten taugt. Frustriert will er sich ganz hinter die Kamera zurückziehen. Das psychedelische Drehbuch „The Trip“, das Nicholson schreibt, wird mit zwei Stars des Neuen Hollywood verfilmt: Peter Fonda und Dennis Hopper. Zwei Jahre später steht er mit den beiden vor der Kamera: „Easy Rider“ wird zum Kultfilm, der das Einhundertfache seiner Produktionskosten einspielt. Nicholson erhält seine erste Oscar-Nominierung und ist über Nacht ein Star.

Der Erfolg macht Nicholson selbstsicher, er hat die Courage, seine Abgründe auszuloten und seine Dämonen auf die Leinwand zu bringen. Und dies tut er zusehends unbarmherzig. Bei den Dreharbeiten zu „Einer flog über das Kuckucksnest“ lässt ihm Regisseur Milos Forman viel Platz für Improvisation – und Nicholson spielt nicht zuletzt auch sich selbst. „Ich bin immer mindestens zu 75 Prozent der Charakter, den ich darstelle“, sagt er einmal. Für seine Rolle als aufbegehrender Unruhestifter und Gewalttäter in einer Nervenheilanstalt erhält er seinen ersten Oscar. Auf den roten Teppichen und für die Yellow Press pflegt Jack Nicholson sein Image als exzessiver Superstar und Womanizer. Vor der Kamera dreht er noch einmal an der Schraube: Sein perfides „Here‘s Johnny“ im Horrorfilm „The Shining“, seine zum mörderischen Grinsen gefrorene Fratze jagt dem Publikum eisige Schauer über den Rücken – und gerinnt zu einer popkulturellen Ikone.

Anfang der 1970er-Jahre erschüttern die Enthüllungen eines Journalisten das Privatleben Nicholsons schwer: Seine vorgebliche Schwester ist tatsächlich seine leibliche Mutter. Es ist eine besondere Ironie des Schicksals, dass Nicholson zu dieser Zeit gerade eine Hauptrolle in Roman Polanskis Film „Chinatown“ spielt, der sich wie eine Paraphrase auf sein Privatleben lesen lässt. Nicht nur vor, auch abseits der Kamera ist Jack Nicholson ein Getriebener. Halt gibt ihm die lange Beziehung mit Anjelica Huston, die ihm aber irgendwann die ungezählten Affären und One-Night-Stands nicht mehr vergeben kann und ihn verlässt. 2010 hat Jack Nicholson seine letzte Kinorolle gespielt. Dennoch bezeichnet er sich nicht als Hollywood-Rentner. Es ist anzunehmen, dass er ein Suchender geblieben ist.

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