OTS0005 5 KI 0522 BPE0001 Mo, 29.Jun 2020
Kunst / Kultur / Innenpolitik / Wirtschaft und Finanzen

Kunst und Kultur: Der Staat soll helfen

Wien (OTS) - Bevölkerung für Kompensation von Ausfällen für Theater, Festspiele, Kunstschaffende – Konzerte, Museen, Kabaretts gehören zur "Kulturnation Österreich" – Ja zu Steuerrabatten für Corona-Geschädigte

Die Österreicher sehen Kunst und Kultur als Wirtschaftsfaktor und als wesentlichen Bestandteil der österreichischen Identität. Eine starke Mehrheit tritt für den Ausgleich von Corona-bedingten Ausfällen für Konzerte, Theater, Festspiele, Kabarett und Kleinkunst, Film, Museen und Künstler durch die Öffentliche Hand ein. Das ist das Ergebnis der jüngsten Gallup-Umfrage zur Haltung der Österreicher gegenüber den in der Corona-Krise öffentlich gemachten Nöten von Kulturschaffenden und -institutionen.

In der Einschätzung jener Faktoren, die Österreich ausmachen, spielt das "große kulturelle Erbe" unseres Landes für eine überwältigende Mehrheit von über 80 Prozent der Österreicher eine große Rolle. Historische Architektur und klassische Musik rangieren für die Bevölkerung auf einer Werte-Ebene mit Freiheit und Menschenrechten, breitem Zugang zu Bildung, allgemeinem Wahlrecht und einem funktionierenden Gesundheitswesen.

"Die Bevölkerung sieht die Überbrückung der Corona-bedingten Veranstaltungspause mittels digitaler Angebote mit Sympathie, aber nur jeder fünfte hat sich in derartige Online-Veranstaltungen eingeklickt. Denn der Wunsch nach dem echten Konzert- oder Kabarett-, Theater-, Film- oder Blasmusikabend ist stark. Nach dem Ausfall so vieler Veranstaltungen in der Corona-Krise herrscht in unserem Land breiter Konsens darüber, dass Kunst und Kultur ein überragender Wirtschaftsfaktor und seine Erhaltung eine öffentliche Aufgabe ist", sagt dazu Gallup-Chefin Dr. Mag. Andrea Fronaschütz.

Fronaschütz weiter: "Weltweite Bekanntheit von Österreich und Millionen Besucher pro Jahr gibt es nicht zum Spartarif in Kulturangelegenheiten. Mehr als zwei Drittel der von uns Befragten sprechen sich daher für die öffentliche Förderung von Städtetourismus, Museen, Theatern, Opern und Festspielen, deutlich über die Hälfte für Unterstützung von Kinos, Freilichtfestivals sowie Volksmusik als Ausgleich für Corona-bedingte Einnahmenausfälle aus. Steuerrabatte werden als sinnvoll angesehen."

Diese Aussage stützt sich auf die repräsentative Befragung von 1.000 Österreichern im Zeitraum 10. bis 16. Juni 2020. Darin bezeichnen zwischen 80 und 90 Prozent der Befragten Kunst und Kultur als Bestandteil der österreichischen Identität, als wichtig für die Bekanntheit unseres Landes und als unersetzlicher Wirtschaftsfaktor.

Am stärksten befürworten Grün-Wähler die öffentliche Unterstützung von Kunst und Kultur, gefolgt von den Wählern der Oppositionsparteien Neos und SPÖ. Bei der Wählerschaft der ÖVP ist zahlenmäßig etwas geringere, jedoch ebenfalls hohe Bereitschaft vorhanden, Kunst und Kultur aus dem Staatsbudget für Ausfälle in der Corona-Krise zu entschädigen.

Fronaschütz: "Unabhängig von politischen Präferenzen, sehen wir ein klares Ja zur öffentlichen Förderung von Kunst und Kultur. Besonders bemerkenswert ist, dass die Zustimmung zur staatlichen Unterstützung des österreichischen Kulturschaffens höher ist als das Ausmaß der persönlichen Nutzung der einzelnen kulturellen Angebote. Die Wähler aller Parteien stellen damit die öffentliche Finanzierung von Kunst und Kultur außer Streit."

Die Umfrage enthält Daten zum Interesse an und Nutzung von Kulturangeboten, zum Österreich-Bild der Bevölkerung, zur Bedeutung der Kultur für Gemeinwohl und Arbeitsmarkt sowie die Haltung zur Unterstützung einzelner Sektoren.

* Bevölkerungsrepräsentative Umfrage des Österreichischen Gallup Instituts (Methode: Computer Assisted Web Interviewing im Gallup Onlinepanel, rep. für die webaktive Bevölkerung 16+, durchgeführt vom 10. Bis 16. Juni 2020, 1.000 Befragte)

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Mag. Andrea Fronaschütz,
a.fronaschuetz@gallup.at
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Österreichisches Gallup Institut,
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