OTS0157 5 II 0380 GLL0001 CI Di, 16.Jun 2020
Umwelt / Klima / Bundesregierung / Klimaschutz / Steuern

GLOBAL 2000 zu Klimaschutzinvestitionen der Regierung: Wir benötigen langfristige Perspektiven

Investitionen in den Klimaschutz begrüßenswert, allerdings weit über 2022 hinaus gefordert. Ökologisierung des Steuersystems darüber hinaus von höchster Priorität.

Wien (OTS) - Die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 begrüßt in ihrer ersten Reaktion die heute präsentierten zusätzlichen Mittel für den Klimaschutz. Kritisch sieht GLOBAL 2000, dass es für wirksamen Klimaschutz eine längerfristige Perspektive braucht, die über 2022 hinausgeht, und einer Ökologisierung des Steuersystems bedarf: „Es ist erfreulich, dass unser Vorschlag, mehr Mittel für die Gebäudesanierung bereit zu stellen, aufgegriffen wurde. Unverständlich ist aber die Befristung bis 2022. Wir brauchen einen viel längeren Atem, um Klimaneutralität 2040 zu erreichen. Mindestens eine zusätzliche Klimaschutzmilliarde braucht es jedes Jahr“, fordert Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.

GLOBAL 2000 hat bereits letztes Jahr ein Konzept für eine Klimaschutzmilliarde vorgestellt. Damals wurde publik, dass Strafzahlungen von bis zu einer Milliarde Euro pro Jahr drohen, wenn Österreich seine Klimaziele verfehlt. Investitionen in den öffentlichen Verkehr, erneuerbare Energie, thermische Sanierung und Heizkesseltausch sind die bessere Alternative zum Zukauf von CO2-Zertifikaten, die ohne Nutzen für Bevölkerung und Wirtschaft dann wieder verfallen. Vor wenigen Wochen wurde gemeinsam mit der Initiative „Umwelt + Bauen“ ein Konzeptpapier für einen Marshallplan mit detaillierten Maßnahmen im Gebäudebereich vorgelegt. „Es ist erfreulich, dass einige der Vorschläge aufgegriffen wurden und jetzt zur Umsetzung kommen. Das wird die Klimabilanz entlasten, Arbeitsplätze schaffen und die regionale Wirtschaft ankurbeln. Für so große Vorhaben wie die Modernisierung des gesamten Gebäudebestands brauchen wir aber eine langfristige Perspektive, die über das Jahr 2022 hinausgeht“, betont Wahlmüller.

Gleichzeitig ist es erforderlich, das Steuersystem umfassend zu ökologisieren und umweltschädliche Subventionen abzubauen. Während Arbeit steuerlich entlastet werden soll, gilt es im Bereich fossiler Energien Kostenwahrheit herzustellen. Eine Reform des Steuer- und Abgabensystems soll ein Volumen von etwa 7 Mrd. Euro umschichten und einen mittelfristig steigenden CO2-Preis beinhalten. Umweltschädliche Subventionen müssen hingegen konsequent abgebaut werden. „Die Ökologisierung des Steuersystems soll vorgezogen werden und mit dem Konjunkturpaket eng verzahnt sein. Mit einer steuerlichen Entlastung von Arbeit, Kostenwahrheit bei fossiler Energie und einem Ökobonus als soziale Abfederung können wir CO2-Emissionen reduzieren, Arbeitsplätze schaffen und einen starken Anreiz für Zukunftsinvestitionen setzen“, so Wahlmüller abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Lydia Matzka-Saboi, GLOBAL 2000 Pressesprecherin, 0699 14 2000 26, lydia.matzka@global2000.at
Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000 Klimasprecher, 0699 14 2000 41, johannes.wahlmueller@global2000.at

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