OTS0161 5 II 0280 FCW0001 CI Mo, 25.Mai 2020
Gewerkschaften / Gesundheit / Arbeitsmarkt / Kommunales / Soziales

Grenzen für Leiharbeit sind dringend nötig

FCG-ÖAAB: „Bei sozialer Verantwortung und Fürsorgepflichten haben Leiharbeitsfirmen offensichtlich Nachholbedarf!“

Wien (OTS) - Leiharbeit hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Leiharbeiter sollten nur kurzfristig bei Arbeitsspitzen eingesetzt werden, leider aber ist kurzfristig für einige Unternehmer ein dehnbarer Begriff geworden, wie dies am Beispiel der Corona-Infektionen in den diversen Verteilzentren der Post offenkundig wird. In Wien etwa waren 50 Prozent Leiharbeiter beschäftigt!

Alarmglocken

„Spätestens jetzt müssten die Alarmglocken läuten und die Verantwortlichen die Augen öffnen“, erklärt Fritz Pöltl, der FCG-ÖAAB Fraktionsvorsitzende der AK Wien zu den aktuellen Fällen. Es würden zwar auch für Leiharbeiter die heimischen Gesetze zur Anwendung kommen, bei der „Fürsorgepflicht“ aller beteiligten Unternehmen dürfte es aber zu gravierenden Missständen gekommen sein, kritisiert Pöltl. FCG-Landesvorsitzender Thoma Rasch ergänzt: „Bei der sozialen Verantwortung hat man in den Leiharbeitsfirmen offensichtlich einen hohen Nachholbedarf!“

Neue Regeln

„Seit Jahren fordert der FCG-Fraktion dass Leiharbeiter nicht länger als 6 Monate beschäftigt werden dürfen. Wird der Leiharbeiter darüber hinaus beschäftigt, so hat automatisch ein Regelarbeitsverhältnis zu beginnen“ erklärt Rasch. Zusätzlich verlangt Pöltl, dass der Anteil an Leiharbeitskräften in Betrieben nur 10 Prozent betragen sollte. Tatsächlich aber, so bestätigt die Post-Direktion, würden in Wien 50 Prozent Leiharbeiter beschäftigt und im Schnitt für ganz Österreich immer noch 15 Prozent. Mit ein Grund: Sie fallen nicht unter den „Personalaufwand“ sondern werden als Sachaufwand abgerechnet. "Verantwortungsvolle Gewerkschafter mussen einfordern, dass nach den Corona-Ansteckungen der Leiharbeitsanteil in den Verteilzentren drastisch verringert wird, unterstreicht Fritz Pöltl. Man verstehe auch nicht, dass in der gegenwärtigen Krise auf Leasingpersonal zurückgegriffen werde und nicht auf die zahlreichen Arbeitslosen.

Rückfragen & Kontakt:

Fraktion christlicher Gewerkschafter Wien
KR Friedrich Pöltl
FCG-Landesgeschäftsführer
Tel.: 01/5344479481
Johann Böhm Platz 1
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