OTS0074 5 II 0346 SPK0005 Fr, 08.Mai 2020
SPÖ / Hammerschmid / Bildung / Schule

Hammerschmid-Kritik an Faßmann: Sitzenbleiben in der Volksschule kommt doch!

Bildungsministerium muss Chaos bei Schultagen beenden

Wien (OTS/SK) - Völlig unverständlich ist für SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid, warum es laut aktuellem Erlass des Bildungsministers nun doch Sitzenbleiben in der Volksschule geben soll – „entgegen Faßmanns eigenen Ankündigungen“, wie Hammerschmid erinnert. Die SPÖ-Bildungssprecherin fordert seit Wochen, Sitzenbleiben im Corona-Schuljahr gänzlich auszusetzen, auch weil die Bedingungen im Homeschooling zu unterschiedlich waren. „20 Prozent der Kinder konnten zu Hause von den LehrerInnen gar nicht erreicht werden, vielen von ihnen fehlten einfach auch die Arbeitsmöglichkeiten, Platz, Ruhe und vor allem die notwendigen Geräte für E-Learning. Diese Kinder jetzt mit dem Sitzenbleiben zu bestrafen, ist pädagogisch völlig kontraproduktiv und wird bei Eltern und SchülerInnen für Verwirrung sorgen“, so Hammerschmid. Außerdem fordert Hammerschmid von Faßmann, koordinierend einzugreifen, um das Chaos wegen unterschiedlicher Schultage zu lösen. ****

Das Sitzenbleiben sei in den meisten Fällen pädagogisch ohnehin fragwürdig, wie viele BildungswissenschafterInnen bestätigen. „In diesem Schuljahr ist es zudem auch nicht gerecht und bestraft jene, die vielleicht im Homeschooling von den Eltern nicht ausreichend unterstützt werden konnten.“ Statt 7- oder 8-Jährige mit dem Sitzenbleiben aus dem Klassenverband zu reißen, wäre es sinnvoller, diesen Kindern in Summer Schools gezielte Förderung anzubieten, damit sie Versäumtes nachholen können.

Hammerschmid hält auch nichts davon, die Sprachstandsfeststellungen in den Deutschklassen, die sogenannten MIKA-D Tests, jetzt durchzuführen. „Natürlich konnten die Kinder im Corona-Shutdown und ohne Schule ihre Deutschkenntnisse in den meisten Fällen nicht verbessern bzw. sind vielleicht sogar zurückgefallen. Den Kindern dies jetzt mittels Tests noch extra vor Augen zu führen, ist pädagogisch mehr als fragwürdig, menschlich gesehen grausam und völlig unnötig. Es braucht jetzt einfach gezielte Förderung für die Kinder!“

Rasch agiert werden müsse jetzt von Seiten des Bildungsministeriums auch in Sachen Schulöffnungstage. „Auch wenn es grundsätzlich sinnvoll ist, dass die Schulstandorte dies autonom entscheiden können, braucht es offensichtlich eine Koordinierung, damit nicht Eltern am Schluss mit massiven Betreuungsproblemen da stehen, weil ihre Kinder unterschiedliche Schultage haben.“ Das Ministerium sollte sich rasch mit den Bildungsdirektionen zusammensetzen, um Lösungen für betroffene Geschwisterkinder zu finden. (Schluss) ah/lp

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