OTS0002 5 II 0698 PVO0001 Di, 31.Dez 2019
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PVÖ-Kostelka: „2020 bringt größtes Pensionsplus seit 25 Jahren!“

Eine Durchschnittspension von etwa 1.200 Euro wird um rund 450 Euro netto im Jahr erhöht. Ein Plus auch für Neu-Pensionisten. Trotzdem: Pensionsanpassungen müssen gerechter werden.

Wien (OTS) - Mit 1. Jänner tritt die Pensionsanpassung für 2020 in Kraft, die so deutlich wie selten zuvor von der Handschrift des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ) geprägt ist. Im abgelaufenen Jahr ist es der größten Seniorenorganisation Österreichs gelungen, für 2020 eine Pensionsanpassung zu erreichen, die mehr als der Hälfte aller Pensionistinnen und Pensionisten ein starkes Einkommensplus bringt: 3,6 Prozent. Weitere 35 Prozent aller Pensionistinnen und Pensionisten bekommen immerhin noch mehr als 1,8 Prozent.

Diese Pensionsanpassung gilt – erstmals seit vielen Jahren – ebenso für alle, die 2019 in Pension gegangen sind. Auch sie bekommen durch den Einsatz des Pensionistenverbandes jetzt schon im ersten Jahr nach Pensionsantritt eine Pensionserhöhung.

Kostelka: Kein Geschenk – vielmehr ein Wirtschaftsmotor

„Dabei ist es mir besonders wichtig“, so PVÖ-Präsident Dr. Peter Kostelka, „dass es sich bei der Pensionsanpassung für 2020 keineswegs um ein großzügiges Geschenk an die Pensionistinnen und Pensionisten handelt. Es ist vielmehr ein Ausgleich für erlittene Einbußen durch vorangegangene Pensionsanpassungen, die - besonders im letzten Jahr – einen Verlust an Kaufkraft gebracht haben. Im selben Zeitraum hat der Staat übrigens jährlich hunderte Millionen weniger für Pensionen ausgeben müssen als budgetiert waren. Soviel zum Thema der angeblichen Unfinanzierbarkeit unseres Pensionssystems und zu Budget-Defiziten, die angeblich durch die Pensionen verursacht wurden.“

Auch was die oft zitierte Nachhaltigkeit des bewährten österreichischen Pensionssystems betrifft, sieht Kostelka die Entwicklungen auf einem guten Weg: „Mehr Pension bedeutet mehr Kaufkraft, bedeutet mehr Umsätze für die Wirtschaft und damit die nachhaltige Sicherung von Arbeitsplätzen. Und nicht zu vergessen: Mehr Pension bedeutet auch mehr Steuereinnahmen für den Finanzminister. Bei der Lohnsteuer und auch bei diversen Verbrauchssteuern wie der Mehrwertsteuer oder zum Beispiel der Mineralölsteuer.“

Für den Präsidenten des Pensionistenverbandes Österreichs läuft die öffentliche Pensionsdebatte generell zu eindimensional ab. Kostelka: „Es ist politisch motiviert, bei den Pensionen immer nur von Kosten zu sprechen und nicht auch den Nutzen hervorzuheben. Höhere Pensionen sind ein Wirtschaftsmotor und eine zusätzliche Einnahmequelle für den Finanzminister. Es wird aber immer nur von den Kosten gesprochen.“

Pensionsanpassung: Nur Fakten zählen

Auf Initiative des Pensionistenverbandes erforscht das Wirtschaftsforschungsinstitut im ersten Quartal des neuen Jahres die Auswirkung einer Pensionserhöhung auf die Wirtschaft und die Steuer-Einnahmen des Staates. „Im Frühjahr liegen die Zahlen auf dem Tisch. Dann gibt es eine Basis, auf der sachlich diskutiert werden kann und das Polemisieren hoffentlich ein Ende hat“, sieht der PVÖ-Präsident den Ergebnissen der Studie mit Interesse entgegen.

Fakten – und zwar mehr als bisher – sollen auch die Basis für ein neues Berechnungsmodell der jährlichen Pensionsanpassung sein. Laut geltender Gesetzeslage ist für die Berechnung der Pensionsanpassung ein einziger Faktor maßgeblich: die Teuerung. Das hatte zur Folge, dass sich die Einkommen der Aktiven in den vergangenen 20 Jahren deutlich besser entwickelt haben als jene der Pensionisten. Oder, anders ausgedrückt: Wer seit 20 Jahren in Pension ist, hat am Wohlstandszuwachs, den es generell gegeben hat, nicht teilhaben können. Im Gegenteil: Sie bzw. er hat verloren. „Ist das gerecht?“, fragt Kostelka und fordert daher die Heranziehung mehrerer Faktoren zur zukünftigen Berechnung von Pensionsanpassungen: „In 13 EU-Staaten werden dafür neben der Teuerung auch Faktoren wie Wohlstandsteilhabe, Lohnentwicklung, Wirtschaftswachstum und Produktivität herangezogen. Wir lassen beim WIFO deshalb auch prüfen, wie sich eine erweiterte Basis der Berechnung auf zukünftig gerechtere Pensionsanpassungen auswirken kann.“

Für das Jahr 2020 hat der Pensionistenverband seine Aufgaben erledigt. „Mit sehr gutem Ergebnis“, wie Kostelka meint, „denn eine Durchschnittspension von etwa 1.200 Euro wird um rund 450 Euro netto im Jahr erhöht. Das ist ein schöner Erfolg und vor allem ein deutliches Plus für die Senioren, denen so eine nennenswerte Summe mehr zur Verfügung steht.“ Doch mit dem Erreichten will sich der Pensionistenverbands-Präsident nicht zufrieden geben: „Wir arbeiten schon seit Monaten an neuen Modellen für die Pensionsanpassung 2021 und alle folgenden. Denn es kann ja nicht sein, dass mit Pensionsantritt der allgemeine Wohlstandszug verlassen werden muss und die Pensionistinnen und Pensionisten in weiterer Folge am Bahnsteig stehend zusehen müssen, wie dieser Zug für den Rest ihres Lebens an ihnen vorbeibraust.“ (Schluss)

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Pensionistenverband Österreichs
Andreas Wohlmuth
Generalsekretär
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