OTS0055 5 CI 0434 PUR0001 KI Do, 12.Dez 2019
Medizin / Soziales / Veranstaltung / Innenpolitik / Sozialversicherung

AVISO: "Abbruch in Not" - philosophisch-künstlerischer Benefizabend zum Schwangerschaftsabbruch

Wien (OTS) - Eine Kunstperformance der besonderen Art zur Finanzierung eines Schwangerschaftsabbruchs erwartet Interessierte am 17. Dezember. Die Gäste erwartet ein Musikkabarett, ein interaktives Podiumsgespräch und eine Kunstperformance zum Thema. Zu Spenden wird aufgerufen, da ein Abbruch in Österreich rund 600 EUR kostet und nicht von der Krankenkassa bezahlt wird - im Gegensatz zu allen anderen westeuropäischen Ländern.

Verhütung eine Frage des Einkommens

Aber in Österreich muss frau auch Verhütungsmittel aus der eigenen Tasche berappen, sogar die wirksamen Spirale. Ein schlechtes Zeugnis stellt daher der Gynäkologe DDr. Christian Fiala der österr. Familienpolitik aus. „Offenbar will die Politik, dass wirksame Verhütung eine Frage des Einkommens bleibt und alleinige Angelegenheit der Frauen, obwohl naturgemäß auch jeweils ein Mann beteiligt ist. Es wäre nur gerecht, die Kosten über die Krankenkasse umzulegen. Zugleich sollen ungewollt Schwangere zunehmend gedrängt werden, auf einen Abbruch zu verzichten, obwohl statistisch gesehen die meisten dieser Patientinnen schon eines oder mehrere Kinder haben“.

Auch ein Wunschkind zu bekommen wird Frauen schwer gemacht

Umgekehrt werden diejenigen, die sich (weitere) Kinder wünschen, von der Politik auch nicht ausreichend unterstützt, wie eine vom MUVS in Auftrag gegeben Umfrage zeigt. Frauen sagen hier u.a., dass sie höhere Akzeptanz für Mütter am Arbeitsplatz, weniger stressige Arbeitsbedingungen und ein höheres Familieneinkommen benötigen würden. https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160626_OTS0007

Die Folge der teuren Verhütungsmittel einerseits und der schlechten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für gewollte Kinder andererseits: „Österreich hat eine der niedrigsten Geburtenraten in Europa ähnlich wie Ungarn unter Orban und eine der höchsten Abtreibungsraten“ so Fiala. „Schlechter kann man Familienpolitik eigentlich nicht mehr machen.“

Künstlerische Annäherung an Tabuthema

Künstlerinnen und DenkerInnen wollen auf diesen untragbaren Zustand aufmerksam machen und sammeln an diesem Abend für die Finanzierung von zumindest einem Abbruch für eine Frau, die es sich aus eigener Tasche nicht leisten kann. Die Veranstaltung findet im Wiener Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch statt. „Verhütung sowie Schwangerschaftsabbruch sollte nicht von der Geldbörse abhängen“, findet auch Mitorganisatorin Lisz Hirn. Das Tabuthema soll an jenem Abend künstlerisch beleuchtet werden, jenseits der Kategorien „Glaube“ oder „Schuld“.

Teilnehmende:
Soziologin Laura Wiesböck, Künstlerin Katharina Reich, Philosophin Lisz Hirn, Musikkabaret "Vaginas im Dirndl",

Gastgeber:
- Christian Fiala, Leiter des MUVS (Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch)
- Verein für praxisnahe Philosophie www.praxisnahe-philosophie.at

Der Benefizabend im MUVS (Wiener Verhütungsmuseum, Mariahilfergürtel 37, 1. Stock) beginnt am 17. Dezember um 19 Uhr.

Ab 18.30 Uhr stehen auch die Türen des Gynmed-Ambulatoriums offen. Für die Veranstaltung sind rund 50 Plätze sind vorhanden. Der Einlass erfolgt ausschließlich nach Anmeldung per E-Mail unter abbruch-in-not@gmx.at. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erwünscht

www.muvs.org

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