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Medien / Fernsehen / ORF / Sommergespräch

„Unser Klima – Unsere Zukunft“: ORF 2 bittet zum 10-Stunden-Klima-Tag

Leitner, Pötzelsberger und Stribl führen am 12. November durch das Programm

Wien (OTS) - Am Dienstag, dem 16. Juli 2019, stellte ORF 2 erstmals den Hauptabend unter ein Motto und rief den Mond-Tag aus: Bis zu 700.000 Zuseherinnen und Zuseher ließen sich damals im Hauptabend zu „50 Jahre Mondlandung“ die von Tarek Leitner aus dem ORF-Newsroom präsentierten Gäste, Filme und Dokus nicht entgehen. Am Dienstag, dem 12. November, widmet sich ORF 2 nun erstmals den gesamten Tag von 6.30 Uhr bis 2.45 Uhr insgesamt zehn Stunden lang einem Thema: „Unser Klima – Unsere Zukunft“. Tobias Pötzelsberger (in der Früh und am Vormittag) sowie Tarek Leitner und Simone Stribl (im Hauptabend) führen durch den Klima-Tag – mit insgesamt acht Dokumentationen und Reportagen. Sendungen wie „Guten Morgen Österreich“, „Die Barbara Karlich Show“, „Studio 2“ oder „konkret“ sind nicht monothematisch gestaltet, nehmen sich aber auch des Themas an.

Am Tag danach, am Mittwoch, dem 13. November, blicken „Guten Morgen Österreich“ ab 6.30 Uhr und „Studio 2“ um 17.30 Uhr noch einmal auf den großen Klima-Tag zurück.

Seit 5. November kann via debatte.ORF.at zum Thema mitdiskutiert werden, die interessantesten Diskussionsbeiträge werden in der Hauptabendsendung am 12. November thematisiert bzw. Wissenschafterinnen und Wissenschafter damit konfrontiert. Auch auf tv.ORF.at/klimatag und auf der Facebook-Seite von ORF 2 (Exklusiv-Interview mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen) wird „Unser Klima – Unsere Zukunft“ zum Thema gemacht. Auf der ORF-TVthek werden die Sendungen zum Schwerpunkt – vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Live-Stream bzw. Video-on-Demand (im Rahmen eines Themenschwerpunkts) bereitgestellt.

Der Programmfahrplan am 12. November in ORF 2:

ab 6.30 Uhr bis 10.00 Uhr: „Guten Morgen Österreich“ (aus Langenzersdorf/NÖ)

Die bis 10.00 Uhr verlängerte Sendung bietet Beiträge und Interviews zum Thema, zu Gast im mobilen Studio ist Tobias Pötzelsberger, der ab 9.00 Uhr Wissenswertes zum Klima-Tag bereithält.

10.00 Uhr: „Wasser – Das Gold der Alpen schwindet“

Wie Tirol auf den drohenden Klimawandel reagiert, welche Strategien es zum Wassersparen gibt, davon berichtet das „Österreich-Bild“ aus dem Landesstudio Tirol, gestaltet von Robert Hippacher.

10.30 Uhr: „Österreichs Regionen im Wandel“

Tobias Pötzelsberger (aus dem ORF-Newsroom) und die ORF-Landesstudios zeigen Menschen aus ganz Österreich, die jetzt schon mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen haben. Sie erzählen, wie sich der Klimawandel in ihrer Region und auf ihr Leben bereits auswirkt. Expertinnen und Experten geben einen Ausblick, wie sich das Klima in Österreichs Regionen weiter verändern wird, wenn nicht ausreichend Schritte zur Eindämmung der Erderwärmung unternommen werden. Zu Gast im Studio ist Marc Olefs, Leiter Klimaforschung ZAMG.

11.05 Uhr: „Mobilitas – alles, was uns bewegt“

Für diese Spezial-Ausgabe werden vor allem jene Beiträge der vergangenen Sendungen zusammengestellt, die sich mit dem Klimawandel und dessen Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten beschäftigen.

11.25 Uhr: „Ideenreiches Österreich“

Gemeinsam mit den ORF-Landesstudios präsentiert Tobias Pötzelsberger diesmal kleinere und größere Initiativen quer durch Österreich, um die Folgen des Klimawandels zu begrenzen. In vielen Regionen stellen sich Menschen aber auch schon darauf ein, mit den sich ändernden klimatischen Bedingungen zurechtzukommen. Expertinnen und Experten zeigen aber auch, welche Möglichkeiten jede und jeder einzelne hat, unser Klima zu retten. Diesmal zu Gast: Wolfgang Neumann, Gründer des „Energy Globe Awards“.

12.10 Uhr: „Viel zu heiß für diese Welt“

Für die „Am Schauplatz“-Reportage „Viel zu heiß für diese Welt“ dokumentiert Alfred Schwarzenberger Maßnahmen, die in ganz Österreich gesetzt werden, um sich auf die Klimazukunft vorzubereiten. Wie zum Beispiel jene des Bio-Obstbauern Gerhard Gottsberger, der auch Kiwis pflanzt. Auf 1.000 Meter Seehöhe zieht der Weststeirer auch Tomaten, Kürbisse und Erdbeeren.

13.15 Uhr: „Mittag in Österreich“

Mit aktuellen Beiträgen zum Thema

14.00 Uhr: „Schnee von morgen“

Der Wintertourismus ist einer der wichtigsten Industriekomplexe des Landes. Schneelandschaft, Natur und „Gaudi“, davon leben heute ganze Berg- und Talregionen. Doch wenn er nicht kommt, der Schnee von oben, was dann? Kunst statt Natur – das ist der Schnee von heute. Ob wirklich Naturschnee fällt, ist eigentlich nur mehr ein eher psychologischer Effekt für Augen und Gemüt der Gäste. Für den Skibetrieb hat das kaum mehr Bedeutung. Der hängt längst von ein paar kalten Tagen im November ab. Peter Liskas „Menschen & Mächte“-Dokumentation begleitete einige Skigebiete durch die Wintersaison 2015/2016 und zeigt, was vielen Wintertouristinnen und Wintertouristen nicht bewusst ist: den enormen Aufwand, der hinter perfekten Pisten steckt.

16.00 Uhr: „Die Barbara Karlich Show – Ohne Auto und Flugzeug: Wie soll das gehen?“

Das Erdklima verändert sich stetig und der Temperaturanstieg lässt sich nicht durch natürliche Prozesse erklären. Wissenschafterinnen und Wissenschafter haben festgestellt, dass dieser von uns Menschen verursacht wurde, unter anderem durch den Einsatz von fossilen Brennstoffen. Vor allem der Verkehr ist in diesem Themenbereich ein wichtiger Punkt, er wird sogar immer wieder als „Klimakiller Nummer 1“ bezeichnet, da sich die Emissionen auch in Österreich seit den 1990er Jahren bereits verdoppelt haben. Einige von Barbaras Gästen versuchen auf Alternativen umzusteigen und diskutieren, wie jede/r Einzelne zum Klimaschutz beitragen kann.

17.30 Uhr: „Studio 2“ – Regisseur Erwin Wagenhofer zu Gast

In „Studio 2“ begrüßen Birgit Fenderl und Martin Ferdiny Regisseur Erwin Wagenhofer: Nach seinen streitbaren wie essenziellen Filmen „We Feed The World“, „Let’s Make Money“ und „Alphabet“ widmet sich der renommierte und vielfach ausgezeichnete österreichische Regisseur Erwin Wagenhofer jetzt dem Positiven. Im Mittelpunkt stehen nicht länger das Nicht-Funktionieren und fatale gesellschaftliche Entwicklungen in der Welt. Für den vom ORF im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierten Kinofilm „But Beautiful“ suchte und fand er in einem langjährigen Prozess Menschen und Geschichten, die von gelebten Alternativen hin zum Schönen künden. Entstanden ist ein Film als Hommage an die Machbarkeit. Zum Thema Klimawandel und Gesundheit ist Arbeits- und Umweltmediziner Dr. Heinz Fuchsig live zu Gast im Studio. Außerdem zeigt „Studio“ ein Gespräch mit der Permakulturpraktikerin Judith Anger. Die Linzerin hat sich im Südburgenland bei Jennersdorf fünf Hektar Wald und Wiesen gekauft und das Gelände zum WildnisKulturHof umgebaut. Mittlerweile hat ihr Wirken Hollywood erreicht, dort baute sie mit Agrar-Rebell Sepp Holzer die Pferderanch von Ex-Skistar Klaus Heidegger in Malibu zu einem Permakultur-Gebiet um. Dadurch hat die Ranch die Feuersbrunst 2018 nahezu unbeschadet überstanden.

18.30 Uhr: „konkret: CO2-Steuer – Schreckgespenst oder letzte Rettung“

Ob Wissenschafter/innen oder streikende Schüler/innen, immer mehr Menschen fordern eine CO2-Steuer. Denn ohne sie scheint es nicht möglich zu sein, die Klimaziele zu erreichen. Aber was würde das in der Praxis bedeuten? Was wird teurer und wer zahlt wirklich drauf? Am ORF-2-Klima-Tag blickt „konkret“ auf die Fakten und berichtet, ob und wie eine CO2-Steuer funktionieren könnte.

20.15 Uhr bis 21.50 Uhr: Unser Klima – Unsere Zukunft

Gäste, Grafiken, Beiträge aus ganz Österreich zu den großen Fragen, den Herausforderungen und Risiken durch den Klimawandel, aber auch die Chancen, die sich bieten: Das alles präsentierten Tarek Leitner und Simone Stribl im ORF-Newsroom.
Mit Hilfe der ORF-Grafik und neuartiger Animation wird der Treibhauseffekt beschrieben und visualisiert, wie viel CO2 in Österreich produziert wird. „Unser Klima – Unsere Zukunft“ beschäftigt sich aber auch damit, was jede und jeder einzelne tun kann, um die Folgen des Klimawandels zu begrenzen, was es dafür braucht, welche wirtschaftlichen Chancen in Investitionen für den Klimaschutz stecken und wie sehr wir uns alle auf weitere Extremwetterjahre einstellen müssen. Über debatte.ORF.at kann sich das Publikum an dieser Sendung mit Fragen und Statements beteiligen.

Gäste sind:
Univ.-Prof. Dr. Gottfried Kirchengast – Klimaforscher, Wegener Zentrum Graz
Dr. Isabella Uhl-Hädicke – Umweltpsychologin Uni Salzburg Univ.-Prof. Dr. Sigrid Stagl – Umweltökonomin, WU Wien
Dr. Marc Olefs – Leiter der Abteilung Klimaforschung, ZAMG
Marcus Wadsak – ORF Wetterredaktion

ca. 20.30 Uhr: „5 Grad plus – Wie das Klima unsere Welt verändert“

Die Gletscher schmelzen, die Sommer werden heißer, Böden trocknen aus – der Klimawandel ist kein Zukunftsszenario, er ist in vollem Gange. In den letzten 150 Jahren stieg die Durchschnittstemperatur in Österreich um 1,8 Grad. Diese Erwärmung hat tiefgreifenden Einfluss auf die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Wärmeliebende Arten wie die Gottesanbeterin oder die Hornviper waren bisher nur an wenigen Orten in Österreich sesshaft. Nun verändert sich ihr Lebensraum. „Exoten“ wie etwa der Goldschakal wandern aus südlicheren Ländern mit einem milderen Klima zu und besetzen neue Gebiete. Alteingesessene Arten wie das Murmeltier leiden in der warmen Jahreszeit unter erheblichem Hitzestress. Sie verbringen im Sommer mehr Zeit im unterirdischen Bau und können daher nicht ausreichend Nahrung zu sich nehmen. Das schwächt die Populationen im Alpenraum.
Den heimischen Wäldern setzen Trockenheit und zunehmender Schädlingsbefall erheblich zu. Bisher stabile Ökosysteme geraten in Unordnung. Das gewohnte Bild der österreichischen Landschaft verändert sich – in regional unterschiedlicher Intensität und mancherorts unumkehrbar. Klimaexperten und Klimaexpertinnen prognostizieren bis zum Ende des 21. Jahrhunderts einen weiteren möglichen Temperaturanstieg von bis zu 5 Grad. Welche konkreten Konsequenzen das für den Alpenraum haben wird, lässt sich aufgrund der Komplexität der relevanten Einflussfaktoren nur erahnen:
Grünflächen statt Gletscherzungen, regionale Buschlandschaft statt Fichtenwald, in sehr niederschlagsarmen Jahren Steppe statt Neusiedler See. Neue Bedingungen, die erheblichen Einfluss auf unseren gewohnten Lebensstil nehmen werden. Ein Film von Waldtraud Paschinger.

22.35 Uhr: „kreuz und quer: FAIRantwortung – Wie nachhaltiges Leben wirklich aussieht“

Der Mensch ist dabei, die Schöpfung und somit seine eigene Lebensgrundlage nachhaltig zu zerstören. Das ist heute stärker ins Bewusstsein getreten als noch vor einigen Jahren. Christian Kuglers Film stellt Menschen vor, die versuchen, solidarisch, nachhaltig und ethisch verantwortungsvoll zu leben. Fachleute schildern aus soziologischer Sicht diesen Lebensstil mit „FAIRantwortung“.

Wie auch immer die wirtschaftliche Konjunktur verläuft: Die längerfristigen Zukunftsprognosen sind düster, was die CO2-Konzentration in der Atmosphäre und die dadurch bewirkte Klimakrise betrifft. Das Fortschrittsmodell mit seinem Konsum- und Wohlstandsversprechen schädige die Biosphäre unseres Planeten nachhaltig, meint der Wirtschaftsethiker, Nachhaltigkeits- und Transformationsforscher Bernhard Ungericht, der im Film den Lebensstil der westlichen Zivilisation analysiert. Wie die Aktivistinnen und Aktivisten von Fridays for Future, die im Film ihren Standpunkt erklären, glaubt auch der Wissenschafter der Universität Graz, dass einige Jahrhunderte des ungebremsten Kapitalismus und die damit verbundene Ausbeutung von Mensch und Natur die Welt an den Rand des Abgrunds gebracht haben. Trotz des enormen Wohlstandgewinns in manchen Weltregionen zeigt Ungericht, dass das kapitalistische Wachstumsmodell keinen nachhaltigen Erfolg hat.
Was kann der/die Einzelne tun, was muss er/sie verantworten? Und welchen Sinn hat eine Veränderung des persönlichen Lebensstils? Die „kreuz und quer“-Dokumentation begleitet Menschen, die auf alternative Lebensentwürfe setzen – wie etwa die Bewohner/innen einer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft, die im steirischen Fehring in der ehemaligen Bundesheerkaserne des Ortes eine Art Ökodorf oder österreichischen Kibbuz gegründet haben. Nicht nur dort geht es darum, in der Gemeinschaft eine andere, ressourcenschonende Art von Glück und Zufriedenheit zu finden. „Wer weiß, wie das Leben funktioniert, wenn es nur noch halb so viele Ressourcen gibt wie jetzt? Wir probieren das hier gerade aus“, sagt einer der Gründer der Gemeinschaft Cambium in der Steiermark. Andere Protagonistinnen und Protagonisten des Films haben alternative Wirtschaftsmodelle entwickelt, die auf die Ausbeutung von Mensch und Natur verzichten – konkret im Bereich Lebensmitteleinkauf und Mode.

23.15 Uhr: „Zeit für Utopien – Wir machen es anders“

Jahrzehntelang hat die Marktwirtschaft den Industriestaaten Wohlstand gebracht – auf Kosten anderer Kontinente und mit wachsender Ungleichheit. „Zeit für Utopien“ ist eine hoffnungsvolle Reise zu den vielversprechenden Möglichkeiten von Solidarität und Kooperation. Eine cineastische Expedition zu den Einsteigern in eine neue Gesellschaft.

0.10 Uhr: „Die Klimakonferenz“

Seit mehr als 20 Jahren versucht die Weltgemeinschaft vergeblich, sich auf Klimaziele zu einigen. Die Klimakonferenz in Paris 2015 hatte das ambitionierte Ziel, den Wandel einzuläuten und die Erderwärmung aufzuhalten. 20.000 Unterhändler/innen aus 195 Ländern trafen dort zusammen, um einen letzten Versuch zur Rettung der Erde zu unternehmen. Das „Pariser Abkommen“ gilt als Meilenstein dieses Vorhabens. Regisseur Filip Antoni Malinowski gewährt einen Blick hinter die Kulissen dieser internationalen Konferenz.

1.15 Uhr: „Landraub – Die globale Jagd nach Ackerland“

Ackerland wird immer seltener und damit wertvoller. Jedes Jahr gehen weltweit etwa 12 Millionen Hektar Agrarfläche verloren. Das globale Finanzkapital hat die Äcker der Welt als Geschäftsfeld entdeckt. Die Reichsten der Welt sichern sich damit den Zugriff auf die sicherste Ressource menschlichen Lebens. Statt Bauern bestimmen die Profitinteressen internationaler Kartelle über die Böden. Ein moderner Raubzug, der unsere Lebensgrundlage nachhaltig zerstören könnte. Der aufwühlende Dokumentarfilm porträtiert die Investoren und ihre Opfer. Die Selbstbilder könnten unterschiedlicher nicht sein. Die einen sprechen von gesundem Wirtschaften, Sicherung der Nahversorgung und Wohlstand für alle. Die anderen erzählen von Vertreibung, Versklavung und vom Verlust ihrer wirtschaftlichen Existenzgrundlage.

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