OTS0137 5 WI 0635 FBC0001 Fr, 11.Okt 2019
Nahrungsmittelindustrie / Agrar / Ernährung / Essen und Trinken

Welteitag: Fakten zum Einsatz von Eiern in Lebensmitteln beachten!

Koßdorff: Es braucht keine nationale Änderung der Lebensmittelkennzeichnung, wenn freiwillige Systeme genutzt werden und die Konsumenten den Mehrpreis bezahlen

Wien (OTS) - "Der Welteitag wird von manchen Interessenorganisationen wieder zum Anlass genommen, um Behauptungen über ‚Millionen von Käfigeiern verschleierter Herkunft‘ in heimischen verarbeiteten Lebensmitteln aufzustellen. Das ist unseriös. Einer Faktenprüfung halten diese Behauptungen freilich nicht stand," erklärt Mag. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Lebensmittelindustrie.

Was Konsumentinnen und Konsumenten über den Einsatz von Eiern in Lebensmitteln wissen müssen:

  • Österreich kann sich mit Eiern regelmäßig nicht selbst versorgen. Daher müssen Eier sowohl für den Frischmarkt als auch für die Weiterverarbeitung und für die Gastronomie tagtäglich zusätzlich importiert werden. Derzeit sind das pro Jahr rund 450 Millionen Stück oder 25.661 Tonnen. Diese Eier werden zu 99,96 % aus der EU importiert, wie die Zahlen 2018 der Statistik Austria verdeutlichen. 0,04 % kommen aus Drittstaaten.
  • Laut Statistik Austria exportierte die österreichische Landwirtschaft 2018 Eier im Wert von rund 24 Mio. Euro. Diese Mengen fehlen in Folge am Inlandsmarkt, zB für die heimischen Weiterverarbeiter.
  • Verarbeitete Eier, also Eigelb und Eipulver, wurden 2018 laut Statistik Austria ebenfalls zu 97,81 % aus der EU importiert. Der mengenmäßige Anteil der Importe aus Drittstaaten (2,19 %) ist von 2017 auf 2018 um über 30 % zurückgegangen.
  • Rund 40 % der gesamten Eier-Menge in Österreich gehen in die Gastronomie, 30 % in Form von frischen Eiern in den Lebensmitteleinzelhandel, 25 % in verarbeitete Lebensmittel und 5 % werden als Oster- und Jauseneier vermarktet.
  • Die Herkunft der Eier oder die Haltungsform der Legehennen ist auf zahlreichen verarbeiteten Lebensmittel freiwillig angegeben. Informationen dieser Art werden von den Lebensmittelunternehmen über das Etikett, die Website oder Verbraucherhotlines zur Verfügung gestellt. Auch das AMA-Gütesiegel informiert seit über 20 Jahren als freiwilliges System über Qualität und Herkunft von Lebensmitteln. Darüber hinaus ist Lebensmittelkennzeichnung europäisches Recht, das gilt auch für die Angabe der Herkunft von Lebensmitteln wie Eier. Diese wird laufend erweitert. Ab 1. April 2020 ist die Herkunft der Primärzutat anzugeben, wenn diese von der deklarierten Herkunft des Lebensmittels abweicht. Das gilt auch für Eier in verarbeiteten Lebensmitteln.
  • Zusätzlich hat die AMA-Marketing eine eigene Richtlinie für Flüssigei und Eipulver vorgestellt. Eine Umsetzung bzw. ein Ausbau solcher etablierter Qualitäts- und Herkunftssysteme sind ein guter Weg. Allerdings sind die höheren Kosten für getrennte Anlieferung und Verarbeitung über den Preis der Produkte zu bezahlen.

Keine Wettbewerbsnachteile für den Standort Österreich zulassen

Noch mehr Pflichtangaben über Eier in verarbeiteten Lebensmitteln, die über EU-Recht hinausgehen, sind wenig durchdacht und schaden dem Produktionsstandort Österreich. Sie bedeuten umfangreiche Dokumentationen sowie Trennung der Warenströme und Eigenschaften der Eier von der Beschaffung über die Lagerung und Verarbeitung bis hin zur Etikettierung und Auslieferung der Fertigprodukte, wodurch sich die Herstellung im Inland verteuert. Da diese Pflichtangaben ausschließlich für die österreichischen Hersteller gelten würden und nicht für ihre ausländischen Mitbewerber, würde schlussendlich das österreichische Lebensmittel gegenüber dem importierten Produkt deutlich teurer.

Nur einheitliche Vorgaben über Lebensmittel auf EU-Ebene schaffen faire Spielregeln für sämtliche Anbieter und verhindern Wettbewerbsnachteile für die heimische Lebensmittelindustrie und die damit verbundenen Arbeitsplätze. Daher kann es nur einen europäischen Gleichklang und damit einen funktionierenden EU-Binnenmarkt geben.

Stellenwert der Lebensmittelindustrie in Österreich

Die Lebensmittelindustrie ist eine der größten Branchen Österreichs. Sie sichert im Interesse der Konsumenten tagtäglich die Versorgung mit sicheren, qualitativen und leistbaren Lebensmitteln. Die rund 200 Unternehmen mit ihren 26.000 Beschäftigten erwirtschafteten im Jahr 2018 ein Produktionsvolumen von 8,5 Mrd. Euro - 7,1 Mrd. davon im Export in über 180 Länder. Der Fachverband unterstützt seine Mitglieder durch Information, Beratung und internationale Vernetzung.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Katharina Koßdorff
Geschäftsführerin im Fachverband der Lebensmittelindustrie
Tel.: +43 1 712 21 21 – 14
k.kossdorff@dielebensmittel.at

DI Oskar Wawschinek MAS MBA
Food Business Consult
Pressesprecher für den Fachverband der Lebensmittelindustrie
+43/664 5456350
office@foodbusiness.at

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