OTS0023 5 KI 0591 AKM0001 KA Mi, 25.Sep 2019
EU / Urheber / Kreativwirtschaft / Recht / Kunst

Prioritäten von Kreativschaffenden für EU-Politik

Kreativschaffende setzen Prioritäten für die EU-Politik und fordern die Wiedereinsetzung der Intergruppe für Kultur- und Kreativwirtschaft

Brüssel/Wien (OTS) - Am 25. September treffen Kreativschaffende aus ganz Europa bei der Veranstaltung „Meet The Authors“ einige der wichtigsten EntscheidungsträgerInnen Europas in Brüssel. Neben dem Europaabgeordneten Christian Ehler, der auch als Gastgeber fungiert, zählen der Präsident des Europäischen Parlaments, David Sassoli, und Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für digitale Wirtschaft und Gesellschaft zu den weiteren hochrangigen TeilnehmerInnen.

Aus Österreich wird die durch den Eurovision Song Contest international bekannte Sängerin und Songwriterin PAENDA teilnehmen.

Bei der Veranstaltung Meet The Authors stellen die Kreativschaffenden erstmals ihre Prioritäten für eine ehrgeizige europäische Politik zur Förderung von Kultur, Kreativität und Innovation vor. (Siehe unten)

Eine Reihe von Abgeordneten aller Fraktionen werden ihre Unterstützung für die von MEP Ehler eingeleitete Wiedereinsetzung der Intergruppe für Kultur- und Kreativwirtschaft (CCI) zum Ausdruck bringen. Studien belegen, dass die Kultur- und Kreativwirtschaft der drittgrößte Arbeitgeber in Europa ist und mehr als 12 Millionen Arbeitsplätze schafft, häufig für junge Menschen. Die Kreativschaffenden stehen im Mittelpunkt der CCI, und GESAC, die über ihre 32 Mitglieder in der EU und im EWR mehr als 1,1 Millionen UrheberInnen vertritt, unterstützt diese Initiative uneingeschränkt.

Véronique Desbrosses, General Manager von GESAC: „Die CCI Intergroup war maßgeblich an der Verabschiedung der Urheberrechtsrichtlinie beteiligt - einer Reform, die das von US-amerikanischen Technologiegiganten gegen den Kreativsektor ausgeübte Machtgefälle beseitigt und dazu beiträgt, dass Kreative von ihrer Arbeit leben können. Obwohl die Richtlinie ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung war, bleibt noch viel zu tun, und die UrheberInnen fordern die Abgeordneten auf, "eine ambitionierte Politik für die UrheberInnen und die CCI" zu unterstützen.“

Véronique Desbrosses führt weiters aus: "Die europäischen EntscheidungsträgerInnen müssen sich in den nächsten fünf Jahren mit verschiedenen Herausforderungen befassen um sicherzustellen, dass die UrheberInnen für ihre Arbeit angemessen vergütet werden. Dazu zählen die ordnungsgemäße Umsetzung der Urheberrechtsreform, das Unterbinden aggressiver Versuche chinesischer, US-amerikanischer und koreanischer Gerätehersteller, die bestehenden Vergütungsvereinbarungen für Privatkopien zu beenden und damit den europäischen Verbrauchern und Kreativen zu schaden, sowie die Bekämpfung der schädigenden Buy-Out Klauseln, die europäische und nationale Vorschriften umgehen.“

Einige der Prioritäten der Kreativschaffenden:

1 Die Umsetzung und Implementierung der verabschiedeten Urheberrechtsreform erfolgt reibungslos, sodass sich die Vergütung von Kreativschaffenden und die Rentabilität der Kultur- und Kreativwirtschaft verbessern.

2 Ein fairer und nachhaltiger Europäischer Onlinemarkt entsteht, der nicht vermehrt von amerikanischen Video-on-demand Services dominiert wird und zu Schwierigkeiten für die europäische Industrie und Kreativschaffende führt. Unfaire Vertragspraktiken und Buy-Out Vertragsklauseln solcher Plattformen müssen weiter untersucht werden um die nachhaltigsten und fairsten Standards auszuloten.

3 Die Speichermedienvergütung bleibt bestehen um Trittbrettfahrer zu verhindern. Die aggressiven Attacken nichteuropäischer Gerätehersteller wie Samsung, Apple oder Huawei zur Änderung des EU-Gesetzes für Privatkopien zulasten der europäischen Kreativen und Verbraucher sollten beendet werden.

4 Das Finanzierungssystem von Horizon Europe und Creative Europe wird verstärkt. Bestehende Fördersysteme sollen neue Formen der Kreativität ermöglichen und kreative Inhalte bewerben. Neben bestehenden Systemen im audio-visuellen Sektor muss spezifische finanzielle Unterstützung für den Musikbereich mit dem Music Moves Europe Programm und einer europäischen Musikbeobachtungsstelle verabschiedet werden.

5 Strategien sind untereinander kohärent und werden bei Bedarf angepasst. Besonders die EU Wettbewerbs- und Handelspolitik muss die Besonderheiten des Kultursektors berücksichtigen.

Über GESAC

GESAC (European Grouping of Societies of Authors and Composers, europäischer Dachverband der Urhebergesellschaften) vereint 32 Verwertungsgesellschaften aus der Europäischen Union, Island, Norwegen und der Schweiz. GESAC repräsentiert mehr als eine Million Kreativschaffende und RechteinhaberInnen in den Bereichen Musik, audiovisuelle Kunst, bildende Kunst und Literatur. www.authorsocieties.eu

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