OTS0003 5 CI 0532 NRK0001 Sa, 24.Aug 2019
Umwelt / Natur / Wien

Weniger Pestizide für mehr Insekten

Verzicht auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz ist die Basis der Artenvielfalt

Wien (OTS) - Chemisch-synthetische Pestizide sollen Pflanzen schützen und unerwünschtes „Unkraut“ fernhalten. Insektizide werden gegen Schädlinge eingesetzt, schaden aber auch Bienen, Faltern und Co. Wer auf biologische Alternativen setzt, schützt damit die Insektenvielfalt, die einen wichtigen Baustein unseres Ökosystems darstellen.

Die Pestizidreduktion ist nur einer von sieben Punkten, die die Stadt Wien-Umweltschutz für die Förderung der Insektenvielfalt formuliert hat. Die sieben Punkte im Überblick:

  • Bewusstseinsbildung
  • Schutzprogramme der Stadt
  • Schutzgebiete als Lebensraum
  • nachhaltige Ernährung
  • naturnahe Grünräume
  • Pestizidreduktion
  • Gebäudebegrünungen

Details und Tipps gibt es unter www.umweltschutz.wien.at.

Pestizide schaden Artenvielfalt

Neben dem unerwünschten Bewuchs schwinden durch Herbizide auch ökologisch wichtige Strukturen für Insekten und Bodenleben. Eine veränderte Sichtweise auf „Unkraut“ könnte helfen: Zwischengrün schafft kleine Grünverbindungen und wirkt auf versiegelten Flächen kühlend. Die Blüten sind Insektennahrung und bringen Farbe in die Stadt. Unerwünschtem Grün zwischen Pflastersteinen kann mit Handarbeit oder dem Dampfreiniger begegnet werden. Für größere Flächen gibt es spezielle Bürsten-, Flämm- oder Infrarot-Maschinen.

Wien geht mit gutem Beispiel voran und setzt auf Pestizidreduktion

Schädlinge können auch mit Nützlingen bekämpft werden – das Paradebeispiel: Marienkäfer gegen Blattläuse. Umweltfreundliche und biologische Schädlingsbekämpfungsmittel sind vielerorts erhältlich und schonen die Insektenfauna. Die Stadt Wien setzt seit längerem auf natürlichen, biologischen Pflanzenschutz, etwa bei der Bekämpfung des Eichenprozessionspinners. Am Weingut Wien Cobenzl wo der Traubenwickler, ein häufiger Schädling bei Weinreben, wird nicht mehr chemisch bekämpft, sondern schlicht und einfach mit einer Duftwolke aus Pheromonen (=Sexualduftstoffe) "verwirrt" wird. Und im Palmenhaus der MA42 in Hirschstetten werden australische Marienkäfer zur Wolllausbekämpfung eingesetzt. Auf glyphosathaltige Pestizide wird bei den Stadtgärtnern generell verzichtet, da dieser Stoff als krebserregend gilt. Stattdessen wird Unkraut mechanisch entfernt. Auch der Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien und die Wiener Linien setzen den umstrittenen Wirkstoff nicht ein. Die Flächen der Wiener Netze werden ebenso glyphosatfrei gepflegt.

Im Kampf Nützlinge gegen Schädlinge wird die Stadt Wien von dem auf biologische Pflanzenschutzmittel und die Aufzucht von Nützlingen spezialisiertem Unternehmen biohelp unterstützt. Infos zum naturnahen Pflanzenschutz gibt es bei biohelp auf http://www.biohelp.at/ und natürlich auch bei den MitarbeiterInnen des Referates Pflanzenschutz der MA 42 unter +43 1 4000-42483 (Mo-Fr 7:30-15:30)

Plattform zur Pestizidreduktion

Die Fachdienststellen der Stadt Wien haben gemeinsam mit der Wiener Umweltanwaltschaft, dem Ökosozialen Forum Wien und der Bioforschung Austria eine neue Plattform gegründet. Diese möchte die Pestizidreduktion weiter vorantreiben, wobei alle Anwendungsbereiche betrachtet und relevante AkteurInnen eingebunden werden sollen. Neben Beratung wird es für VertragspartnerInnen der Stadt auch Vorgaben zum Pestizidverzicht geben.

Fliege oder nicht Fliege?

Naturbelassene Wiesen bieten viel Neues zu entdecken. Hinter einer gelb-schwarzen Musterung muss keine Biene stecken, oft ist dies Mimikry, ein Täuschungsmanöver für Fressfeinde. Die Hornissenschwebfliege erreicht eine respektable Größe und ist wie eine Hornisse gezeichnet. Sie ist noch bis September zu beobachten, die Larven überwintern später im Erdreich. Als kleine Kuriosität fällt die Skorpionsfliege nicht zuletzt durch ihre schnabelförmigen Kauwerkzeuge auf. Das namensgebende Merkmal ist jedoch der Hinterleib des Männchens, das wie der Stachel eines Skorpions aussieht. Die Skorpionsfliege ist dafür bekannt, dass sie ihre Insektenmahlzeiten teils sogar aus Spinnennetzen stibitzt.

Rückfragen & Kontakt:

Silvia Kubu
Stadt Wien-Umweltschutz
Telefon: 01 4000 73426
E-Mail: silvia.kubu@wien.gv.at
www.umweltschutz.wien.at

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