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Innenpolitik

TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel: "Mein Hund tut ja nix!", von Brigitte Warenski, Ausgabe vom Sonntag, 11. August 2019

„Halter müssen Respekt vor Menschen zeigen, die mit Hunden nichts am Hut oder Angst haben.“

Innsbruck (OTS) - Tirol braucht nicht alle Hunde an der Leine, dafür nur mehr Halter, die verpflichtend einen Sachkundenachweis ablegen müssen.

Mit der gestrigen Bissattacke in der Steiermark mit zwei Schwerverletzten ist wieder einmal klar: Es muss sich was tun beim Thema Hund. Auch in Tirol mehren sich Beißvorfälle, was u. a. daran liegt, dass sich immer mehr Menschen einen Vierbeiner zulegen. Über 35.000 Hunde sind derzeit registriert, viele werden in städtischen Bereichen gehalten. Um Tirols Bürgern „Sicherheit zu geben“ – wie Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf betont –, müssen Hunde künftig in allen Orten an die Leine. Auch wenn die strengere Regelung auf den ersten Blick nachvollziehbar ist, könnte hier der Schuss nach hinten losgehen. Es ist von Verhaltensforschern längst bewiesen, dass Tiere – Kühe wie Hunde – nicht in ständiger Anbindehaltung bzw. an der Leine sein sollen. Hunde brauchen Bewegung, sonst drohen soziale Unverträglichkeiten und (gefährliche) Verhaltensstörungen. Weitaus zielführender ist eine verpflichtende Schulung ausnahmslos für alle Halter. Viel zu viele wissen nichts über Körpersprache und Kommunikation ihres Vierbeiners und erkennen damit nicht, wann von ihrem Hund Gefahr ausgeht. Der Sachkundenachweis müsste in Theorie wie Praxis abgelegt werden und das nicht nur von künftigen Hundebesitzern, wie von Zoller-Frischauf geplant. Im Kurs unbedingt ein Muss: Haltern Respekt vor Menschen lehren, die mit Hunden nichts am Hut oder Angst vor ihnen haben. Viel zu viele weichen mit ihren Vierbeinern bei Kindern nicht zur Seite, lassen sie ganz selbstverständlich auf Jogger oder andere Hunde an der Leine zulaufen. „Der tut ja nix!“ – heißt’s dann lapidar, ignorant oder grantig. Ein Spruch, der nicht nur TV-Hundetrainer Martin Rütter auf die Palme bringt.

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