OTS0132 5 WI 0459 DUF0001 WA Di, 04.Jun 2019
Bildung / Wirtschaft und Finanzen / Unternehmen / Digitalisierung / Personalia

Unternehmen lassen sich das Vergessen 36 Mrd. Euro kosten

Die Arbeitswelt ist in rasanter Veränderung. Einer adäquaten Mitarbeiterbildung fehlt hingegen völlig das Tempo.

Innsbruck (OTS) - Berufliche Weiterbildungsangebote müssen nach Bedarf zur Verfügung stehen und nicht erst wenn ein Kurs startet.
„Der gesamte Weiterbildungsmarkt wird – über kurz oder lang - an seiner Schwerfälligkeit ersticken, sofern sich dieser nicht radikal ändert. Mitarbeiterbildung passiert heute längst in der Hosentasche und nicht mehr in einem Seminarhotel oder Kursraum“, sagt Bildungs- und Digitalisierungsexperte Dieter Duftner. Die Zeiten sind vorbei, wo die neue Mitarbeiterin aus der kaufmännischen Abteilung im Herbst die Ausbildung zur Lohn- oder Bilanzbuchhalterin machen kann, wenn der Bedarf im Unternehmen schon Monate früher gegeben ist.

Auch wenn das die Verantwortlichen noch immer nicht wahrhaben wollen: Neben der betrieblichen Digitalisierung ist auch das Thema Weiterbildung zur Chefangelegenheit geworden und muss im Unternehmen selbst stattfinden, ad hoc, schnell, effektiv, kostengünstig und vor allem mobil. Außer Haus-Angebote sind zu schwerfällig und arbeiten nach dem Gießkannenprinzip.

Der Weiterbildungsmarkt in der gesamten DACH-Region (Deutschland, Österreich und der Schweiz) ist, laut der aktuellen IW-Weiterbildungserhebung vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln, rund 40 Mrd. Euro schwer. Die Erhebung untersucht Kosten und Nutzen betrieblicher Weiterbildung.

2007 wurden beispielsweise in Deutschland 28,5 Mrd. in Weiterbildung investiert. Die letzten Jahre wurden für Weiterbildungsmaßnahmen konstant 33,5 Mrd. ausgegeben. Hochgerechnet auf die Schweiz und Österreich ergibt sich damit für die DACH-Region eine Gesamtsumme von rund 40 Mrd. Euro. Etwa 20 Mrd. davon gehen allein für indirekte Kosten drauf, etwa für Reisen, Seminarhotels oder auch für Mitarbeiter-Abwesenheitszeiten.

„Und wenn man sich dann noch die Vergessenskurve anschaut, wo nach 30 Tagen nur mehr 10 Prozent des erlernten Wissens nach einem Seminarbesuch übrig ist, dann bedeutet das im Umkehrschluss, dass sich die Unternehmen in der DACH-Region das Vergessen ihrer Mitarbeiter 36 Mrd. Euro kosten lassen“, lautet die Analyse des Tiroler Bildungs- und Digitalisierungsexperten.

Die Zukunft des nachhaltigen Lernens liegt bei der Lernmethode des Microtrainings, bei dem die Essenz von Inhalten so aufbereitet wird, dass neues Wissen in Häppchen verabreicht wird. Lernen passiert heute mobil, zeit- und ortsunabhängig und aktiv. Lernerfolge werden messbar und nachhaltig. „e-Learning ist längst tot“, so Duftner.

Durch die Lernmethode des Microtrainings wird den Betrieben die Möglichkeit eröffnet, ihren Mitarbeitern völlig individualisierte Trainings und maßgeschneiderte Weiterbildung anzubieten. So funktioniert heute echte und zeitgemäße Personalentwicklung. „Ich bilde und schule nicht mehr quer über alle Köpfe hinweg, sondern hole jeden Einzelnen dort ab, wo sein oder ihr tatsächlicher Wissenstand ist“. Was aktuell passiert, sei berufliche Weiterbildung für die Tonne, sagt Duftner.

Die Digitalisierung – technisch gesehen - sei längst passiert. Jetzt geht es um die Aufbereitung von Inhalten für digitalisierte Lernmethoden. Wissensarchitekten sind gefragt und Content-Manufakturen.

Dieter Duftner ist Bildungs- und Digitalisierungsexperte und Geschäftsführer der duftner.digital.group.

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Margit Bacher
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