OTS0146 5 II 0455 SPK0003 CI Fr, 17.Mai 2019
SPÖ / Becher / Wohnbau / Mieten / Studierende

SPÖ-Wohnbausprecherin Becher und VSStÖ-Spitzenkandidatin Jandl fordern Verbesserungen im Studentenheimgesetz

„Eltern-Schröpf-Modell der Regierung bei Wohnversorgung für Studierende wirkt - Leider“

Wien (OTS/SK) - Mit der Änderung des Studentenheimgesetzes (StudHG) wurde das bewährte System des Gemeinnützigen und damit Nicht-Gewinnorientierten im Bereich der Studentenheime zerschlagen, kritisiert SPÖ-Wohnbausprecherin Ruth Becher. Anstatt die Umgehungsmöglichkeit der Gemeinnützigkeit zu bekämpfen, wurde der Sektor frei gegeben. Seither hat die Wirtschaft studentisches Wohnen als Asset-Klasse entdeckt, erläutert Becher. Ein Beispiel dafür ist der DC3-Tower in Wien Donaustadt mit seinen rund 900 Zimmern. Für 20 Quadratmeter werden Studierende hier 750 Euro zahlen müssen. ****

Bei den nicht-kommerziellen Heimen ist die Kategorie Einzelzimmer, die aus einem Schlafzimmer besteht (Bad und Küche werden mit anderen Studierenden geteilt) die dominierende Form. Die Preise bewegen sich hier zwischen 235 Euro/Monat und 495 Euro/Monat mit einem Durchschnittswert von 351 Euro/Monat.

SPÖ-Wohnbausprecherin Ruth Becher: „Derartige Preise, wie im DC3-Tower geplant, sind im geregelten Mietwohnungsbereich undenkbar. Dass US-Fonds hier auf den Markt drängen, ist nicht wünschenswert, da vor allem im Bereich leistbarer Unterkünfte ein Mangel an Angeboten besteht.“ Becher kritisiert die schwarz-blaue Novelle des Studentenheimgesetzes als "Eltern-Schröpf-Modell" - "und leider muss man feststellen, dass die Novelle so wirkt, wie sie von der Regierung geplant war: Wohnungsspekulanten drängen in den Sektor Studierendenheime und treiben die Preise in die Höhe."

Laut einer aktuellen Studie wird von den aktuell rund 19.500 Studierendenheimplätzen der überwiegende Teil, nämlich 81 Prozent, von nicht-kommerziellen Institutionen wie religiösen, gemeinnützigen und universitätsnahen Organisationen angeboten. Rund ein Fünftel machen kommerzielle Angebote aus, die sich Studierende in den seltensten Fällen aus eigener Kraft leisten können.

Die VSStÖ-Spitzenkandidatin für die ÖH-Wahl, Dora Jandl, sagt: „Unser Ziel als Verband Sozialistischer Student_innen in Österreich sind Rahmenbedingungen, die Chancengleichheit garantieren. Der momentane Trend geht in die Richtung, die Belastungen so hoch zu schrauben, dass zunehmend nur Studierende mit elterlicher Unterstützung adäquate Verhältnisse etablieren können. Das ist weder fair noch im Sinne der universitären Ausbildung.“

Überdies warnt Becher davor, wie „wenig nachhaltig“ diese Strategie ist: „Wir haben es bei dem Boom von Bürohäusern in Wien erlebt. Kaum lohnte sich die Spekulation nicht, gab es Begehrlichkeiten, die Bürotürme in Wohntürme umzuwidmen, mit der ÖVP als willfährigen Fürsprecher. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die 20-Quadratmeter-Apartments im Mittelpunkt derartiger Bestrebungen der Immo-Lobby stehen werden. Diese Fehlentwicklung wird von Türkis-Blau sehenden Auges in Kauf genommen.“

Als Lösung für die Misere fordern Becher und Jandl die letzte StudHG-Änderung zurückzunehmen. Dies muss insbesondere für die Schwächung der Gemeinnützigkeit und die verringerte Mitspracherechte Studierender gelten.

Die VSStÖ-Spitzenkandidatin sagt: „Studierende sind VerantwortungsträgerInnen von morgen und sollten auf Augenhöhe in Entscheidungen betreffend ihrer Wohnverhältnisse eingebunden werden. Es ist bedauerlich, dass der Ausverkauf dieses Heimsektors in so verantwortungsloser Weise von der Bundesregierung forciert wird.“ (Schluss) mr/wf/mp

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