OTS0096 5 II 0358 ARM0001 CI Di, 20.Nov 2018
Soziales / Kinder / Menschenrechte / Bildung / Wohnen

Kinderrechte: Gegen den Chancentod von Kindern mitten unter uns!

Kinderrechte heißt "Existenz und Chancen sichern, nicht Familien weiter in den Abgrund treiben"

Wien (OTS) - 81.334 Kinder leben in Familien mit Mindestsicherung, das sind 35% aller Bezieher/innen. Die starke Benachteiligung der Kinder wird deutlich sichtbar mit allen negativen Auswirkungen auf Zukunftschancen, Bildung und Gesundheit. "Unser Ziel muss sein, Existenz und Chancen zu sichern, nicht Familien weiter in den Abgrund zu treiben", ruft die Armutskonferenz am Tag der Kinderrechte in Erinnerung.

Chancentod, Gesundheitsfolgen und desolate Wohnungen

Kinder und Jugendliche, die in Haushalten mit niedrigem Einkommen aufwachsen, haben Nachteile, die in mehreren Bereichen sichtbar werden. „Die Gefahr des sozialen Ausschlusses zeigt sich in den geringeren Möglichkeiten Freunde einzuladen, Feste zu feiern und an kostenpflichtigen Schulaktivitäten teilzunehmen“, erläutert Sozialexperte Martin Schenk von der Armutskonferenz die aktuelle Situation. Mindetsicherungs-BezieherInnen mit Kindern leben noch häufiger in schlechten Wohnverhältnissen. „Desolates Wohnen wirkt sich besonders hemmend auf Bildungschancen und die Gesundheit der Kinder aus“, so Schenk. „Feuchtigkeit, Fäulnis, Überbelag, dunkle Räume.“

Zwt: JA: wachsen lassen, fördern, zutrauen, stärken.

„Die wichtigen Faktoren für die Entwicklung von Kindern sind: Gesundheit, Anerkennung, Förderung – keine Beschämung und keine Existenzangst“, betont Schenk, selbst auch Psychologe. „Wir müssen uns vielmehr darum kümmern, die notwendigen Rahmenbedingungen für ein gesundes Aufwachsen zu gewährleisten.“

NEIN: Kinder klein machen, unter Verschluss halten, hinunter drücken, Chancen rauben.

Angesichts der Tatsache, dass die Mindestsätze in der Mindestsicherung schon jetzt nur zur Deckung des unmittelbaren Bedarfes reichen, entziehen die Kürzungen Familien mit Kindern die Existenzgrundlage und bringen damit auch die Zukunftsperspektiven der Kinder ernstlich in Gefahr. Dies steht dem Ziel der Kinderrechtskonvention und folglich auch eine „Vererbung“ von Armut über Generationen zu vermeiden, diametral entgegen. All das hat Folgen: Die armen Kinder von heute sind die chronisch kranken Erwachsenen von morgen.
„In Wirklichkeit müssen die Unterstützungssysteme ausgebaut werden, nicht gekürzt. Wenn nun die Existenzsicherung in der Mindestsicherung für Kinder wie Familien samt Notstandshilfe gestrichen wird, wenn das Ganztagsschulangebot in Volksschulen gestoppt und Beratungsstellen gekürzt werden, dann wird das den Chancentod von Kindern erhöhen“, so die Armutskonferenz, deren Mitglieder 500.000 Menschen im Jahr begleiten und unterstützen, abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Die Armutskonferenz.
www.armutskonferenz.at
01/4026944 oder 0664/5445554

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