OTS0095 5 KI 0651 NRF0003 Mo, 29.Okt 2018
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„kreuz und quer“: „Die Gruft der Kaiser“ und „Das letzte Jahr – Sterben als Teil des Lebens“

Am 30. Oktober um 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - In Gabriele Flossmanns „kreuz und quer“-Dokumentation „Die Gruft der Kaiser“ lädt Kaiserenkel Karl Habsburg-Lothringen das TV-Publikum am Dienstag, dem 30. Oktober 2018, um 22.35 Uhr in ORF 2 zu einer sehr persönlich gehaltenen Führung durch die Kapuzinergruft. Bei einem Zusammentreffen mit Dompfarrer Toni Faber im Stephansdom geben die beiden auch Einblicke in ihre Gedankenwelt zu den Themen Totengedenken, Auferstehungsglauben sowie christliche Erinnerungs-und Begräbniskultur.

Alle Menschen wünschen sich einen würdevollen Tod frei von Schmerzen, aber nur wenige dürfen das so erleben. „Gerade im medizinischen Alltag erscheint das Sterben oft wie ein Betriebsunfall, etwas, das nicht sein sollte. Wahr ist aber, dass das Sterben Teil des Lebens ist, und dass auch umgekehrt jeder Sterbende ein Lebender ist, bis zum Schluss“, sagt Caritas-Präsident Michael Landau: „Ich bin überzeugt, wir brauchen eine Kultur des Lebens, zu der auch eine Kultur des Sterbens, eine Kultur der Solidarität mit den Sterbenden gehört.“ „kreuz und quer“ zeigt dazu um 22.55 Uhr in ORF 2 die Dokumentation „Das letzte Jahr – Sterben als Teil des Lebens“ von Andrea Eder und Kurt Langbein: einen Film gegen die Verdrängung und Tabuisierung des Sterbens in der modernen Gesellschaft.

„Die Gruft der Kaiser“ – Ein Film von Gabriele Flossmann

Friedhöfe sind das Spiegelbild einer Gesellschaft und ihres Umgangs mit dem Tod und – ganz besonders zu Allerheiligen – ein Ort der stillen Zwiesprache mit verstorbenen Angehörigen sowie ein Ort, um sich mit der eigenen Vergangenheit zu verabreden. Karl Habsburg-Lothringen, der Enkel des letzten Kaisers Karl I., hat in der Kapuzinergruft und in den Katakomben des Stephansdoms nicht nur Eltern und Großeltern zu besuchen, sondern Vorfahren aus mehreren Jahrhunderten. Wie geht er zu Allerheiligen damit um? Welcher seiner Ahnen gedenkt er besonders gerne?
Gabriele Flossmann hat dazu auch Filmmaterial aus den Archiven eingearbeitet, das unter anderem die Begräbnisse von Kaiser Franz Joseph (1916), Kaiserin Zita (1989) und das Requiem für den einstigen Kronprinzen Otto (2011) zeigt. Der Tod macht alle gleich – sagt ein Sprichwort, das besonders im Anklopf-Zeremoniell der Habsburger seinen Ausdruck fand.

„Das letzte Jahr – Sterben als Teil des Lebens“ – Ein Film von Andrea Eder und Kurt Langbein

Andrea Eder und Kurt Langbein begleiten acht Menschen durch den Alltag, für die aus ärztlicher Sicht keine Heilungschancen mehr bestehen. Was sind die Gedanken und Sehnsüchte in dieser Zeit und was können Angehörige und Mediziner/innen in dieser Phase sinnvoll tun? Roberto Hierländer etwa ist unheilbar an Darmkrebs erkrankt. Er hat einer palliativen Chemotherapie zugestimmt, um so seinem fünfjährigen Sohn und seiner Lebensgefährtin noch so lange wie möglich nahe sein zu können: „Ich halte durch! Eigentlich habe ich keine Zeit, um zu sterben – ich habe noch so viel zu erledigen.“ Ilse Kreuzinger, die im Pflegeheim ihre letzte Zeit verbringt, will „so wenig wie möglich an den Tod denken“. Und Konrad Höß, der seine an ALS erkrankte Frau liebevoll begleitet, sieht wie seine Frau, mit der er nur noch durch Blicke kommunizieren kann, dem erwartbaren Ende ruhig entgegen.
Die Palliativmedizin bietet den Betroffenen und ihren Angehörigen Betreuung und Hilfe. Aber erst einer von zehn der rund 80.000 Menschen, die jährlich in Österreich sterben, kann eine solche würdevolle Betreuung bekommen. „Es gibt einen Konsens, dass Palliativ- und Hospizversorgung bzw. auch die Begleitung der Angehörigen ungeheuer wichtig ist, aber alle sind der Überzeugung, die jeweils anderen wären dafür zuständig“, kritisiert Michael Landau die Situation. „Ein Großteil muss durch Spenden finanziert werden. Aber niemand käme auf die Idee, für ein gebrochenes Bein oder ein intensivmedizinisches Bett Spenden zu sammeln. Menschen dabei nicht im Stich zu lassen, eben auch mit ihnen am Ende dieses Weges zu sein, sie zu begleiten, das verändert etwas für alle, die damit befasst sind, aber auch für die Gesellschaft insgesamt.“

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