OTS0090 5 CI 0365 VGT0001 Fr, 19.Okt 2018
Tiere / Wien / SPÖ / Landtag / Freizeit

VGT kritisiert geplante Maulkorb- und Leinenpflicht für Listenhunde in Wien

Tierschützer_innen und Tierfreund_innen werden dazu aufgefordert, eine neue Petition gegen diese Verschärfung des Wiener Hundehalter_innengesetzes zu unterschreiben

Man darf keinesfalls aus einem zweifellos sehr tragischen Einzelfall schließen, dass wir in Österreich von caniden Kampfmaschinen umgeben sind, die uns alle bedrohen. Selbst bei der Leinenpflicht sind wir in Österreich schon preußischer als die Preußen: in München gibt es keine. Und in Prag gehen dreiviertel aller Hunde ohne Leine. Und trotzdem wird dort nicht mehr gebissen als in Wien. In anderen Ländern begegnen einem Streunerhunde, in Moskau sogar in der U-Bahn – nicht nur ohne Leine und Maulkorb, sondern sogar ohne menschliche Begleitung. Und trotzdem lässt man die Kinder dort auf die Straße, ohne dass sie laufend massakriert werden. Mit diesen ständigen Einschränkungen des Zusammenlebens mit Hunden in Wien wird nur der Hundehass einer leider recht großen Minderheit in der Bevölkerung gefüttert. Progressiv wäre es, statt mit Verboten mit Aufklärung über Hundeverhalten und den Umgang mit Hunden das friedliche Zusammenleben zu verbessern.
VGT-Obmann Martin Balluch

Wien (OTS) - Aufgrund eines tatsächlich sehr tragischen Einzelfalles, möchte die Stadträtin Ulli Sima in Wien eine dramatische Verschärfung des Wiener Hundehalter_innengesetzes durchziehen. Sogenannte Listenhunde sollen nur noch mit Maulkorb und Leine in der Stadt spazieren geführt werden dürfen. Der VGT sieht diese Anlassgesetzgebung sehr kritisch. Die meisten Verletzungen durch Hunde geschehen in der eigenen Familie, wo kein Hund einen Maulkorb tragen wird. Im Gegenteil, je weniger Freiraum Hunde haben, desto rascher sind sie mit Stresssituationen überfordert. Eine Verschärfung von Leinen- und Maulkorbpflicht beim Spaziergang würde also eher mehr Menschen gefährden, als weniger. Dazu werden nur 0,5 % der Hunde verhaltensauffällig, 99,5 % beißen niemanden in ihrem ganzen Leben. Menschen sind für Menschen gefährlicher, als Hunde: 30.000 Menschen werden durch Menschen in Österreich jedes Jahr schwer verletzt und 40 getötet. Jäger_innen schießen jedes Jahr unbeteiligte Personen an: wann kommt da wenigstens das Alkoholverbot bei der Jagd?

Um gegen diese geplante Verschlechterung im Sinne des Tierschutzes vorzugehen, hat der VGT eine Petition ins Leben gerufen: Zur Petition

VGT-Obmann Martin Balluch lebt seit 35 Jahren mit Hunden zusammen: „Man darf keinesfalls aus einem zweifellos sehr tragischen Einzelfall schließen, dass wir in Österreich von caniden Kampfmaschinen umgeben sind, die uns alle bedrohen. Selbst bei der Leinenpflicht sind wir in Österreich schon preußischer als die Preußen: in München gibt es keine. Und in Prag gehen dreiviertel aller Hunde ohne Leine. Und trotzdem wird dort nicht mehr gebissen als in Wien. In anderen Ländern begegnen einem Streunerhunde, in Moskau sogar in der U-Bahn – nicht nur ohne Leine und Maulkorb, sondern sogar ohne menschliche Begleitung. Und trotzdem lässt man die Kinder dort auf die Straße, ohne dass sie laufend massakriert werden. Mit diesen ständigen Einschränkungen des Zusammenlebens mit Hunden in Wien wird nur der Hundehass einer leider recht großen Minderheit in der Bevölkerung gefüttert. Progressiv wäre es, statt mit Verboten mit Aufklärung über Hundeverhalten und den Umgang mit Hunden das friedliche Zusammenleben zu verbessern.“

Rückfragen & Kontakt:

VGT - Verein gegen Tierfabriken, DDr. Martin Balluch
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