OTS0019 5 II 0479 VGT0001 CI Mo, 19.Dez 2016
Tiere / Gesellschaft / Natur / Umwelt / Wald

Luxemburg hält Fuchsjagdverbot aufrecht – Österreich: Fuchsjagd gegen Eigentümerwillen

Brutale Verfolgung von Kleinraubtieren jagdliche Tradition, um ausgesetzte Zuchtfasane und -rebhühner bis zur Jagd am Leben zu erhalten: daher nicht notwendig

Wien (OTS) - Um jede Fasanerie herum finden sich zahlreiche Fallen für Füchse und Marder. Die ausgesetzten Zuchttiere sind so hilflos, dass sie ihren Raubfeinden leicht zum Opfer fallen würden. Um die € 10 Investment pro angekauftem Fasan aus Massentierhaltung nicht zu verlieren, hat es sich bei der Jägerschaft eingebürgert, Füchse als Todfeinde mit allen möglichen Mitteln zu verfolgen und zu vernichten. Nur aufgrund seiner Fähigkeit, zur Not den Ausfall von 70 % aller Individuen einer Generation durch eine erhöhte Geburtenrate zu kompensieren, hat der Fuchs als Art bis heute überlebt. Dabei kommt ihm eine wichtige Funktion im Ökosystem zu. Keinesfalls wäre es notwendig, Füchse zu bejagen. Das beweist ein Blick auf fuchsjagdfreie Regionen, wie die fast 50.000 ha Jagdreviere der Stadt Wien, die Dünengebiete in Nordholland oder der Schweizer Kanton Genf. Dennoch, so muss erstaunt festgestellt werden, hat der Verfassungsgerichtshof kürzlich die Zwangsbejagung in Österreich aufrecht erhalten. Dadurch können hierzulande GrundbesitzerInnen gezwungen werden, gegen ihren Willen und ihre ethische Überzeugung dulden zu müssen, dass Füchse völlig sinnlos und unnötig auf ihrem Grund und Boden verfolgt und getötet werden.

Die Regierung von Luxemburg hat 2015 unter lauten Protesten der Jägerschaft ein Jagdverbot auf Füchse erlassen. Die Jagdlobby hat damals verkündet, dass nun die Fuchspopulationen überhand nehmen und verschiedene Krankheiten endemisch werden würden. Doch davon kann gar keine Rede sein. Camille Gira, Staatssekretärin im Nachhaltigkeitsministerium von Luxemburg, verlautete jetzt, dass das Fuchsjagdverbot bis auf weiteres aufrecht erhalten werde. Man habe 148 Fuchskadaver untersucht und festgestellt, dass nur bei einem Drittel der Fuchsbandwurm vorhanden war. Das seien normale Durchschnittswerte, so die Politikerin. Zusätzlich sei nur ein einziger Fall aufgetreten, bei dem ein Fuchs einen Hühnerzüchter heimgesucht habe. Dieses Tier habe man getötet. Aber es gebe weder eine Bevölkerungsexplosion unter Füchsen, noch ein gehäuftes Auftreten von Angriffen auf Nutztiere.

VGT-Obmann Martin Balluch: „Die konventionelle Jägerschaft weiß überhaupt nicht, wie sich das auf ein Ökosystem auswirkt, wenn man Füchse nicht bejagt. Sie hat es nie ausprobiert. Und wie so oft, wenn man krampfhaft an veralteten Traditionen festhält, zeigt sich, dass man ohne sie viel besser auskommt. Wenn jetzt endlich bundesweit das Aussetzen von gezüchteten Fasanen und Rebhühnern für die Jagd beendet wird, dann werden die Raubtiere hoffentlich nicht mehr als Schädlinge gesehen. Der Fuchs hat eine sehr positive Rolle im Ökosystem, eine Untersuchung im Nationalpark Bayrischer Wald in Deutschland belegt, dass er mehrheitlich Regenwürmer und Mäuse isst. Jetzt hoffen wir darauf, dass Vernunft einkehrt, und die Jagd nur nach den Prinzipien der Ökologie und des Tierschutzes durchgeführt wird. Und es ist weder im Sinne von Ökologie, noch im Sinne des Tierschutzes, Füchse zu töten!“

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